FacebookBildergalerie anzeigenEinführung

Ein Sommernachtstraum

Ein Sommernachtstraum

Zitty, Anne Peter, 4.11.2010

Dass Shakespeares ‚Sommernachtstraum‘ nicht bloß lustig-lichtes Liebeswirrspiel ist, sondern von der dunklen und destruktiven Macht der Triebe handelt, von jähem Begehrensumschwung und Erniedrigungsszenarien, ist keine neue Entdeckung. Der Bilderrausch aber, in den Andreas Kriegenburg das Unterbewusstseinsmärchen am DT stürzt, hat mitunter berückende Sogwirkung.


Margit Bendokat als Cross-Dresser: ‚Ein Sommernachtstraum‘

www.siegessäule.de, Peter Fuchs, 8.10.2010

Andreas Kriegenburg verbindet gekonnt die Tändelei der Liebenden mit der Zauberwelt der Elfen und lässt die Irrungen und Wirrungen der Liebe schon mal in alptraumhaften Horror umschlagen. Diese Szenen kommentieren die Handwerker, die beim Putzen amüsant und pädagogisch wertvoll Texte von Freud und Co über das Träumen und die Sexualität besprechen, bevor sie am Ende ihr eigenes Stück zur Aufführung bringen. Stirbt Flaut als Thisbe dann den Liebesstod, mit Schnäuzer und in weißem Kleidchen, so zeigt uns Margit Bendokat eine Figur, die weder Mann noch Frau, weder tragisch noch komisch, sondern immer beides ist.

Ein Sommernachtstraum

www.kulturinfo.eu, Dieter Bub, 1.10.2010

Das alles trägt sich in heutiger Gesellschaft zu, mit Alltagskleidung, mit Champagner-Einsamkeit und Handy-Akteuren und es ist dabei nicht plump gegenwärtig sondern zeitlos. Dabei fehlt es diesem Spiel nicht an Poesie, Magie und Komik: die Nacht im Wald der Verirrungen und das Spiel der Handwerker. Ihren Kommentaren über die Liebe folgt ein kalt-kauziges Kabinett-Stück in Dunkelheit und dann zum Abschluss als Aufführung, ein schaurig schöner Abschluss über die Unmöglichkeit der Liebe entkommen, die wahrhaft, konsequent, eigentlich nur im Tode enden kann. Und das soll dem Zuschauer eine Lehre sein… Sehr empfehlenswert!

Gerade noch begehrt – und schon gehasst

Berliner Morgenpost, Stefan Kirschner, 26.9.2010

Es ist ein Verdienst von Regisseur Andreas Krigenburg, dass er in seiner Inszenierung am Deutschen Theater die Schärfe und Brutalität der Situationen und Dialoge herausarbeitet. Und das Ganze gleichwohl in einen heiteren Rahmen kleidet. Die Eröffnung ist stark: Die fünf Handwerker, die zu Ehren der königlichen Hochzeit das ‚Pyramus‘-Schauspiel aufführen wollen, erscheinen in Blaumännern samt farblich passendem Eimer. Eine Fensterputzerkolonne, die kollektiv auf die Pause wartet und später über Traumdeutungen von Walter Benjamin bis Sigmund Freud philosophiert – und damit auch das Stück kommentiert. Das hat hohen Unterhaltungswert. Dem Regisseur gelingen zur Saisoneröffnung im Deutschen Theater poetische Bilder wie das der in einem Spinnenweb in der Luft schwebenden Elfenkönigin Titania.


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