Vortrag Herfried Münkler
Die Selbstbehauptung des Politischen gegenüber Wirtschaft und Gesellschaft oder: Welche Zukunft hat die Demokratie?
Die Demokratie ist für uns Europäer längst selbstverständlich geworden. Eine Normalität, deren Errungenschaften kaum noch in den Blick geraten. Einerseits. Andererseits befindet sich die Demokratie, wie der Rechtsphilosoph Christoph Möllers jüngst ausgeführt hat, seit jeher in der Krise. Manche Kritiker bemängeln die Auslagerung der Entscheidungen in Expertengremien, die Unterordnung der Politik unter ökonomische Notwendigkeiten und den Scheincharakter politischer Auseinandersetzungen. Andere gehen noch weiter und argumentieren, eine auf Konsens ausgerichtete Post-Politik, wie sie heute vorherrsche, täusche über die grundsätzlich antagonistische Struktur unserer Gesellschaften hinweg. Welche Zukunft die Demokratie haben wird, darüber spricht der Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler.
Herfried Münkler ist Politikwissenschaftler und lehrt als Professor an der Humboldt-Universität Berlin. Schwerpunkte seiner Forschungsarbeit sind die Politische Theorie und Ideengeschichte. Münkler ist Mitglied im Beirat der Bundesakademie für Sicherheitspolitik und im Redaktionsbeirat der Zeitschrift Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte und Mitglied der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des Politischen Denkens (DGEPD). Er ist Vorsitzender der Leitungskommissionen zur Feuerbach-Gesamtausgabe und zur MEGA (Marx-Engels-Gesamtausgabe) in der Akademie der Wissenschaften Berlin Brandenburg. Für sein Werk 'Die Deutschen und ihre Mythen' erhielt Münkler 2009 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik sowie den Meyer-Struckmann-Preis der Philosophischen Fakultät der Heine-Universität Düsseldorf.
23. September 2012