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Herbstcamp

"Was brauchen wir?" ist eine Frage nach dem Wesentlichen. Sie treibt uns dorthin, wo der Platz knapp, der Boden hart und der Himmel weit ist: auf den Campingplatz. Dorthin, wo alles faltbar, klappbar, aufblasbar ist! Mit dem Herbstcamp 2011 eröffnet das Junge DT die Spielzeit 2011/12. In der Ferienakademie, auf dem "Zeltplatz der Visionäre", gibt es sechs künstlerische Camps und einen begleitenden Kongress für alle Beteiligten.

Am Sonntag, 16. Oktober um 16.00 Uhr öffnet das Camp für Besucher und zeigt in einer großen öffentlichen Abschlusspräsentation Installationen und Räume, Lieder, Szenen und Aktionen.
Start ist in den Kammerspielen

Team Birgit Lengers und Kristina Stang (Künstlerische Leitung),
Henrik Adler, Krista Burger, Uwe Gössel, Uli Jäckle, Juliane Kann, Christina M. Lagao,  Christian Lagé, Anca Munteanu Rimnic,  David Roesner, Carsten Schneider, Tanja Spinger (Camp-Leiter)

Präsentation am 16. Oktober 2011 Start 16.00 Kammerspiele

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Die Camps

Camp 1 – Wir brauchen Zuhause
Theater/Recherche/Odyssee

Eine theatrale Recherchearbeit zu den Themen Heimat und Unterwegssein als Auftaktphase für die große Jugendproduktion 'Odyssee' in den Kammerspielen.

Teilnehmer:Ensemble 'Odyssee' (geschlossener Teilnehmerkreis)
Arbeitszeiten 4.–8. und 10.–15. Oktober von 10–16 Uhr / 16. Oktober (Präsentationstag) ca. 10–20 Uhr
 
Leitung:
Uli Jäckle, Regisseur
Suzanne J. Hensel und Carsten Schneider, Hörspielautoren
 
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Camp 2 – Wir brauchen Perspektiven
Raum/Aktion/Kinderzimmer

Im Rahmen des Herbstcamps geben Jugendliche erstmals Einblicke in die verborgenen Welten des Kinderzimmers. Das Kinderzimmer ist ein Filter für die Realität. Wir betrachten die Welt aus der Sicht seiner Bewohner, die mit 12/13/14 Jahren eigentlich auch keine Kinder mehr sind. Tür zu – und man ist in einer eigenen Welt. Die vier Wände des Kinderzimmers sind Membranen, mal transparent, mal völlig undurchlässig. Reingelasssen oder rausgeschmissen – im Kinderzimmer spielen auch Eltern, Freunde, Lehrer und die eigene Suche, wonach auch immer, eine große Rolle.
Wir brauchen einen eigenen Raum: Das Kinderzimmer ist ein 3x3m großer Raum im Inneren des DT. Im Verlauf des Camps fragen wir uns, was wir in dieser Kiste brauchen: Sie wird eingerichtet, beklebt, bemalt und perforiert, es werden Fotos, Figuren und Aktionen hergestellt. Die Handlungen im Inneren können die Zuschauer durch Spalten oder Öffnungen oder als Projektion auf der Leinwand mitverfolgen. Zusätzlich entstehen kleine Szenen, die wir im Kinderzimmer präsentieren.
 
Für alle Interessierten von 12 – 14 Jahren

Arbeitszeiten 4.–8. und 10.–15. Oktober von 11–16 Uhr / 16. Oktober (Präsentationstag) ca. 10 – 20 Uhr Achtung: Am 4., 10. und 15. Oktober beginnt das Herbstcamp bereits um 10 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück für alle Teilnehmer.
 
Leitung:
Christian Lagé, Kommunikationsdesigner, gründete 2004 mit Axel Watzke und Steffen Schuhmann die Agentur anschlaege.de in Berlin. Seitdem entwerfen sie eine bessere Welt. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind ganzheitliche Kommunikation und Gestaltung. Mit spannenden Partnern realisieren sie außerdem ihre Phorschungs-Projekte. 2009/2010 leiteten sie das künstlerische Camp  ‚pottfiction - Theater, Kunst und Camps für Jugendliche der Metropole Ruhr“.
www.anschlaege.de
 
Krista Burger, ist im Bereich der Bildenden Kunst tätig. Als Teil des Künstlerduos "powerplant" hat sie von 2002 bis 2011 eine Serie von live-cinema-performances kreiert. Daneben arbeitet sie als freie Künstlerin mit unterschiedlichsten Medien (Zeichnung, Video, Performance, Installation) und im sozialen Kontext mit Jugendlichen und Erwachsenen.http://www.kristaburger.nl/about.html
 
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Camp 3 – Wir brauchen Stimme
Musik/Improvisation/Identität

Vom mittelalterlichen Minnesang bis zur Casting-Show, vom Grammophon bis zum iPod, vom der Berliner Philharmonie bis zur heimischen Dusche: Musik ist überall. Sie ist ein soziales Instrument, das uns verbindet, zugehörig macht, aber auch eine Gruppe gegen eine andere abgrenzt. Wir untersuchen die Zusammenhänge von Musik und Identität – und im Mittelpunkt der Arbeit im Camp steht das Selbermachen. Was brauchen wir um Musik zu machen? Eine Bühne, eine Band, Scheinwerfer, Verstärker, Mikros, Hall, Trockeneis, Maske, Kostüm, Styling, Backstage-Kameras usw.? Oder: Stimme, Körper und das, was wir in unserer Umgebung vorfinden, zum Klingen zu bringen? Improvisation mit Stimme, Körper und einfachen Instrumenten - ohne Vorkenntnis, aber mit großer Wirkung.
 
Für alle Interessierten ab 14 Jahren

Arbeitszeiten: 4.–7. und 11.–12. Oktober von 10–14 Uhr und 13.–15. Oktober von 10–17 Uhr / 16. Oktober (Präsentationstag) ca. 10 – 20 Uhr
 
Leitung:
Christina M. Lagao, Absolventin der Folkwang Hochschule Essen, ist Schauspielerin und Sängerin. Sie spielte führende Rollen u.a. in ‚Hair’, ‚Jesus Christ Superstar’, ‚Les Miserables’ und ‚Tarzan’, sowie in Schauspielproduktionen von Sophokles bis Schimmelpfennig. Sie unterrichtet Drama und Songinterpretation an der University of Exeter, GB.
David Roesner ist Theaterwissenschaftler, Schauspielmusiker und Regisseur. Er promovierte an der Universität Hildesheim über "Theater als Musik" und lehrt seit 2005 an der University of Exeter, GB. Als Komponist für Theaterproduktionen und Regisseur arbeitete er u.a. am Stadttheater Hildesheim, Thalia Theater, Hamburg, Thalia Theater Halle und am Mondavi Centre of Performing Arts, Davis/USA.
 
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Camp 4 – Wir brauchen Fragen
Theater/Camp/Wahrheiten

Kein Tag ohne Pläne, kein Samstag ohne Party, keine Zukunft ohne Schulabschluss? Keine Wohnung ohne Fernseher, keine Freunde ohne Facebook, kein Überleben ohne Geld? Was brauchen wir? Die zentrale Fragestellung des Herbstcamps stellt alles in Frage, sie sucht nach dem Wesentlichen und  provoziert eine Millionen Antworten. In diesem Camp kümmern wir uns nicht um Antworten, sondern um Fragen. Diese finden wir im eigenen Leben ebenso wie in der Wirklichkeit der Stadt. Ihr entwickelt Fragenkataloge und findet heraus, was jeder einzelne und ihr als Gruppe in Frage stellen möchte. In der folgenden Woche schlagen wir unsere Zelte vor dem DT auf und beginnen, eure Fragen in Aktionen und Szenen umzusetzen. Stell die Welt und dich in Frage: Diese Wirklichkeit ist nur ein Entwurf.
 
Für alle Interessierten ab 15 Jahren
Arbeitszeiten: 4.–6. und 11.–15. Oktober von 10-17 Uhr und 7. Oktober von 10–13 Uhr / 16. Oktober (Präsentationstag) ca. 10–20 Uhr
 
Leitung:
Tanja Spinger, Theaterpädagogin und Regisseurin, arbeitete als Theaterpädagogin in Göttingen und Stuttgart und leitete anschließend von 2006 bis 2011 gemeinsam mit Martin Thamm die Theaterschule ‚Junge Akteure’ am Theater Bremen. Als freie Regisseurin entwickelt sie Stücke und Theaterproduktionen mit jugendlichen Darstellern.
 
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Camp 5 – Wir brauchen Dinge
Videoprotokolle/Texte/Liveperformance

Camp 5 richtet sich an junge Menschen, die Lust die Lust haben zu schreiben, zu dokumentieren und schamlos zu performen. Wie schminkst du dich? Was benutzt du fast täglich? Was ist im Moment wichtig für dich? Was war einmal wichtig? Und was wird möglicherweise einmal wichtig werden? Wir brauchen Dinge, Gewohnheiten, unsere Umgebung. Wir wollen einen Blick in dein Zimmer und auf deine Besitztümer werfen und auch deine Wünsche und Träume kennenlernen. Mittels Videoprotokollen und Interviews sammeln wir unterschiedliches Material (Texte, gedrehte Videos, usw.), die die Grundlage für eine Performance bilden. Dokumentarisches Material und Liveperformance fließen gleichermaßen in die Aufführung ein.

Für alle Interessierten ab 15 Jahren
Arbeitszeiten 4.–10. und 11.–15. Oktober von 10–16 Uhr / 16. Oktober (Präsentationstag) ca. 10–20 Uhr
 
Leitung:
Juliane Kann, Autorin, studierte ‚Szenisches Schreiben’ an der Universität der Künste Berlin und aktuell Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Seit der Einladung ihres Stückes ‚Blutiges Heimat’ zum Stückemarkt des Theatertreffens 2005 werden ihre Stücke, darunter die Jugend-Trilogie ‚Siebzehn’, ‚The Kids Are Alright’ und ‚Birds’ sowie ‚Fuchs reißt Kaninchen’ erfolgreich an Theatern bundesweit gespielt und mehrfach ausgezeichnet.
Anca Munteanu Rimnic, Bildende Künstlerin und Regisseurin, ist in Rumänien geboren und lebt in Berlin. Als Bildende Künstlerin beschäftigt sie sich mit skulpturalen Arbeiten, Videos und Fotografien. Ihre jüngste Soloausstellung „Google me not“ war in der Galerie Thomas Flor in Düsseldorf zu sehen. Für das ‚X-Schulen’ des HAU an der Kreuzberger Hector-Peterson-Schule realisierte sie eine Videoarbeit mit Schülern; am Schauspielhaus Zürich verantwortete sie 2010 Inszenierung und Bühnenbild der Produktion ‚Der Schalter’ von Jean Tardieu. http://ancamunteanu.com/
 
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Camp 6 – Wir brauchen Geschichten
Stoff/Text/Dramaturgie

Wer bin ich? Woher komme ich? Wo will ich hin? Und was brauche ich, um das zu erzählen? Geschichten fangen da an, wo sich das Individuelle am Gesellschaftlichen reibt und stößt. Reibung setzt Energie (und Konflikte) frei – und damit Geschichten. Heute erscheint die Zukunft offen, gleichzeitig spielt auch die Vergangenheit ihre Rolle: in dem, was die Eltern erlebt haben oder die Leute, mit denen wir zusammen leben. Aus den eigenen Geschichten der Teilnehmer, Interviews und Erinnerungen entsteht eine Materialsammlung, die wir gemeinsam strukturieren, aufarbeiten, schärfen. Welches Material lässt sich erzählen, was lässt man besser weg?
Ein zweiter Strang: Noch nie waren wir – wirtschaftlich, medial, politisch – mit so vielen Teilen der Welt verbunden, wie heute. Aber was bedeutet es, zu wissen, was vielleicht im letzten Winkel der Welt vor sich geht? Wie gelingt es, sich selbst damit in Beziehung zu setzen? Und wie kann man das auf dem Theater erzählen? Was braucht es dazu?
Geschichte geht voran!

Für alle Interessierten ab 17 Jahren
Arbeitszeiten 6. Oktober von 10–14 Uhr, 10. Oktober von 10–17 Uhr, 11.–14. Oktober von 10–16 Uhr und 15. Oktober von 10–17 Uhr / 16. Oktober (Präsentationstag) ca. 10–20 Uhr
 
Leitung
Henrik Adler, Dramaturg, studierte Philosophie, Germanistik und Musikwissenschaft, war als Dramaturg am Berliner Ensemble tätig, arbeitete frei für Theater und Hörfunk und in der Lehre. Seit 2005 ist er Dramaturg bei den Berliner Festspielen.
Uwe Gössel, Dramaturg, studierte Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis, arbeitete als Schauspieldramaturg sowohl am Volkstheater Rostock als auch am Maxim Gorki Theater Berlin sowie als freier Dramaturg und Autor. Seit 2006 leitet er das Internationale Forum des Theatertreffens und ist Vorstandsmitglied der Dramaturgischen Gesellschaft.


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Mit freundlicher Unterstützung des Oberstufenzentrums Mode und Bekleidung
 Präsentation 16. Oktober 2011 
4. – 15. Oktober 2011


Bild / Visual zu Herbstcamp