Der Kirschgarten
von Anton Tschechow, in einer Bearbeitung von Thomas Brasch
"Vor dem Unglück war es genauso. / Vor welchem Unglück? / Vor der Freiheit."
Vor Jahren, nachdem ihr kleiner Sohn ertrunken war, ging die Gutsbesitzerin Ranjewskaja nach Frankreich. Nun kehrt sie, von der Liebe enttäuscht, mit ihrer Entourage nach Hause zurück: Haus und Hof kommen unter den Hammer, die Schulden sind zu hoch. Wie die Rettung aussieht, weiß Geschäftsmann Lopachin: Man könne auf dem Grundstück Datschen errichten und sie an Sommergäste vermieten. Voraussetzung dafür ist allerdings, den berühmten Kirschgarten der Familie abzuholzen. Aber ist es nicht möglich, auf noch ganz andere Weise wieder liquide werden? Durch Umschuldung etwa? Oder durch Glück? Dadurch, dass man die bedrohliche Situation ignoriert und noch einmal tanzt, auf dem Vulkan? Oder dadurch, dass man versucht die Konturen einer Gesellschaft jenseits des Profits zu skizzieren?
Anton Tschechow verstrickt in seinem 'Kirschgarten' ökonomische Diskussionen von größter Zeitgenossenschaft mit Figuren, die ihr Leben und ihre Lieben fast schon tragisch verfehlen. Und das auf anrührende, hochkomische Weise.
"Und Paris. Wie war es? Haben Sie Frösche gegessen."
"Krokodile habe ich gegessen."
"Sieh mal einer an."
Premiere
24. Februar 2012
Regie Stephan Kimmig
Bühne Katja Haß
Kostüme Anja Rabes
Musik Michael Verhovec
Dramaturgie Claus Caesar
Besetzung
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Nina Hoss (Ljubow Andrejewna Ranjewskaja, Gutsbesitzerin),
Natalia Belitski (Anja, ihre Tochter),
Meike Droste (Warja, ihre Adoptivtochter),
Christoph Franken (Leonid Andrejewitsch Gajew, ihr Bruder),
Felix Goeser (Jermolaj Alexejewitsch Lopachin, Kaufmann),
Elias Arens (Pjotr Sergejewitsch Trofimov, Student),
Jürgen Huth (Boris Borisowitsch Simjonow-Pischtschik, Gutsbesitzer),
Angela Meyer (Charlotta Iwanowna, Erzieherin),
Harald Baumgartner (Semjon Pantelejewitsch Jepidochow, Buchhalter),
Katrin Wichmann (Dunjascha, Zimmermädchen),
Helmut Mooshammer (Firs, Diener),
Thomas Schumacher (Jascha, ein junger Diener)