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Autorentheatertage Berlin 2011

Ausführliches Programm und Vorverkauf unter www.autorentheatertage.de

"Komik ist Tragik plus Zeit" – diese Formel hat Woody Allen einmal geprägt. Doch speziell der Komödie scheint die Zeit besonders zugesetzt zu haben. Als verstaubt gilt sie, wenn nicht gar reaktionär, und nichts scheint so alt wie die Witze von gestern.
 
Dennoch: Ausgerechnet Komödien hat sich die Alleinjurorin der zweiten Berliner Autorentheatertage Elke Schmitter von den noch zu entdeckenden Dramatikerinnen und Dramatikern gewünscht und damit zugleich die programmatische Frage nach einer Gattung gestellt, die es hierzulande eigentlich gar nicht mehr gibt. Dafür war der Rücklauf beachtlich: 140 Stücke hat die Romanautorin und Spiegel-Redakteurin zugeschickt bekommen, gelesen und sich dabei immer wieder gefragt, was ist komisch?
 
Die fünf Autorinnen und Autoren, die sie ausgewählt hat, geben auf diese Frage ganz unterschiedliche, sehr individuelle Antworten. Vier davon – die Stücke von Daniel Gurnhofer, Judith Kuckart, David Lindemann und Julia Wolf – werden als Werkstatt-Inszenierungen in der Langen Nacht der Autoren am 25. Juni zu sehen sein. Das fünfte Stück von Mathilda Onur wird in Form einer Lesung am 19. Juni vorgestellt – und als Uraufführung zu Beginn der nächsten Spielzeit.
 
Darüber hinaus war auch für das Festivalprogramm die Frage, was ist komisch, ein Leitfaden. Gibt es ein Lachen jenseits oder diesseits der komödiantischen Diskursschlachten von René Pollesch und dem raffiniert-virtuosen Zeitgeist-Boulevard einer Yasmina Reza? Erster Befund: Es gibt zumindest so etwas wie Humor, Ironie und die Lust an den komödiantischen Spielmöglichkeiten des Theaters. Das gilt nicht nur für Autoren wie Roland Schimmelpfennig, die Magie und Komik, Slapstick und Metaphysik zu verbinden wissen, sondern auch und gerade für eine jüngere Generation von Dramatikerinnen und Dramatikern wie Rebekka Kricheldorf, Felicia Zeller, Philipp Löhle, Ewald Palmetshofer und den Autorregisseur Rafael Sanchez. Sie alle haben zu der Komödienform ein viel entspannteres, spielerischeres Verhältnis als die Theatergeneration vor ihnen, deren großen Themen und Geschichten man auf diesem Festival auch begegnet: Elfriede Jelineks persönliche ‚Winterreise’, Feridun Zaimoglus München-Panorama ‚Alpsegen’ oder die theatralische Bewältigung des großen Wenderomans ‚Der Turm’ von Uwe Tellkamp.

Wir danken der Stiftung Deutsche Klasenlotterie Berlin, der Augstein-Stiftung und der Holger&Mara-Cassens-Stiftung für ihre großzügige Unterstützung.
 Gastspiele, Lesungen, Symposien und die Lange Nacht der Autoren 
15. - 25. Juni 2011
Bild / Visual zu Autorentheatertage Berlin 2011