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Die ausgewählten Autorinnen und Autoren

Daniel Gurnhofer: Krauses Erzählungen
Krause ist fernseh- und alkoholabhängig, er hat seit fast 10 Monaten seine Wohnung nicht verlassen. Seit ihn seine Frau verlassen hat, lässt er sich gehen. Als er eines Tages ein Antidepressivum mit großen Mengen Rotwein kombiniert, gelangt er in abenteuerliche Zwischenwelten seines Bewusstseins. Darin besucht er die Theaterprobe eines Stücks, das sein eigenes Leben erzählt, man hält ihn für den Autor. In der nächsten Begegnung mit lediglich vier der sieben Zwerge erfährt er von Tablettensucht und Selbstmord. Noch eine Tablette später treten Wesen einer ganz anderen Liga auf. Die bizarren Szenen haben mit seiner Selbstaufgabe zu tun und rufen verschüttete Träume wieder auf den Plan.
 
Daniel Gurnhofer, 1980 in Hildesheim geboren, studierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaften in Hildesheim. ‚Krauses Erzählungen’ ist sein erstes Stück.
 
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Judith Kuckart: Paradiesvögel
Ein Provinzstädtchen. Probe für ein Musical. Hannes hat es geschrieben, Heribert dazu die Songs komponiert, Oberstudienrat Venzke führt Regie, Assistenz macht Leonhard vom Briefmarkenladen nebenan. Der Reporter des Lokalradios ist auf Probenbesuch dabei. Die Szenen lassen ahnen, in welchem verfänglichen Wechselspiel die Biografien der Figuren mit ihren Rollen in Hannes’ Musical stehen. Bei der Premiere auf dem Marktplatz fängt es passend zum Vorstellungsbeginn an zu regnen und Musiker und Zuschauer verlassen schon die Aufführung. Aber Leonhard ergreift im letzten Moment das Mikrofon...
 
Judith Kuckart, geboren 1959 in Schwelm bei Wuppertal, absolvierte eine Tanzausbildung an der Folkwang-Schule in Essen und studierte Literatur- und Theaterwissenschaft in Köln und Berlin. 1985 gründete sie das ‚TanzTheater Skoronel’, mit dem sie bis 1998 an verschiedenen deutschen und internationalen Bühnen Stücke aufführte, an denen sie als Autorin, Tänzerin, Choreografin und Regisseurin mitwirkte.
Seit 1990 veröffentlichte sie zahlreiche Romane.
 
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David Lindemann: Getränk Hoffung
Eine Bank bewirbt ein neues Konzept zur Überwindung der Bankenkrise, die eigentlich eine Vertrauenskrise ist: Diese Bank will nicht ihr Geld, sondern nur ihr Vertrauen! Herr Bond hat einen Beratungstermin auf der Bank. Und zwar wortwörtlich, es gehört zum neuen Konzept, dass die attraktive Fachkraft Frau Merkel den Kunden ganz leger auf einer Bank unter einem Baum trifft. Nachdem Kunde und Beraterin einen Tag und eine Nacht auf der Liegewiese, in der Disco, im Dark Room und auf der Dachterrasse eines Twin Towers miteinander verbracht haben, stellt sich heraus, dass Herr Bond nicht wirklich Beratung wollte, sondern im Auftrag der Firma Warentest unterwegs ist. Aber da ist er von dem neuen Konzept schon so überzeugt, dass er auf Wolken geht.
 
David Lindemann, 1977 in Herford geboren, studierte Soziologie und Philosophie in Bielefeld und Berlin. Sein erstes Stück ‚Koala Lumpur’ wurde 2003 am Schauspielhaus Bochum uraufgeführt. Danach wurden seine Stucke u.a. an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, am Maxim Gorki Theater Berlin und am Burgtheater Wien uraufgeführt. David Lindemann lebt in Freiburg.
 
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Mathilda Onur: Blinde Punkte, Sterne
Leons neues Hobby ist Weinen. Denn er hat kein Geld, keine Ausbildung, kein Vorhaben, dafür aber einen leichten Hang zum Alkohol und eine unerträglich glückliche Nachbarin hinter zu dünnen Wänden. Leon kann es schon mit seinem besten Kumpel Patrick nur gerade so ertragen. Als dieser aber 20.000 Euro mit einem Rubbellos gewinnt und nach Mexiko auswandern will, stiehlt er ihm das Geld aus der Jackentasche. In einem Krankenhaus wacht er ohne Erinnerung und ohne das Geld wieder auf, an seinem Bett die 13-jährige Ivy, ein esoterik-verrücktes Mädchen, das glaubt, dass Leon und sie füreinander bestimmt sind. Leon will Ivy bloß loswerden und setzt das hilflose Mädchen aus. Dafür tauchen die 20.000 Euro wieder auf und Patrick stellt Leon zur Rede.
 
Mathilda Onur, 1987 in Münster geboren, studiert seit 2008 Szenisches Schreiben an der UdK Berlin. Für das Projekt „Alles auf Anfang!“ am Staatsschauspiel Dresden schrieb sie einzelne Szenen, ebenso für „Massensterben der Möglichkeiten“ am Deutschen Theater. „Blinde Punkte, Sterne“ ist ihr erstes Stück.
 
 
Julia Wolf: Ein Mädchen namens Elvis
Elvis will eine Geschichte erzählen. Es ist die Geschichte ihrer Großmutter, der alten dementen Bertold. Henri, der Auslieferer von ‚Essen auf Rädern’, und Viola, überqualifizierte polnische Pflegekraft, werden dafür kurzerhand als Spielpartner eingespannt. Bald jedoch gerät die alte Dame aus dem Fokus und statt des Generationenkonflikts will Elvis nun vielleicht lieber ein Inzestdrama inszenieren. Als klar wird, dass die alte Dame am Höhepunkt der Geschichte am Hitzschlag sterben soll, beginnt sie gegen die eigenartigen Vorgänge in ihrer Wohnung verzweifelt zu protestieren.
 
Julia Wolf, 1980 im hessischen Groß-Gerau geboren, studierte Lateinamerikanistik, Neuere Deutsche Literatur und Nordamerikastudien. Sie veröffentlichte Erzählungen in Zeitschriften und Anthologien. Im Oktober 2010 wurde sie zu den 7. Werkstatttagen am Burgtheater Wien eingeladen. Julia Wolf lebt in Berlin.

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Bild / Visual zu Autorentheatertage Berlin 2011