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Der literarische Abend

Michail Schischkin zu Gast bei Veronika Peters und Hilal Sezgin

Lesen ist wie eine Bluttransfusion, sagte Michail Schischkin einmal dem Tagesspiegel: Ein Buch kann Leben retten, aber auch töten, wenn sich die Blutgruppen von Autor und Leser nicht vertragen. Schreiben als Blutspende fürs leidende Volk – für westliche Ohren mag das pathetisch klingen. In Rußland hat solch literarischer Heilungsanspruch Tradition. Wo der Staat zum Schinder des eigenen Volkes wurde, blieb es den Schriftstellern überlassen, die Wunden zu behandeln. Für ihren diagnostischen Scharfblick wurden sie ebenso verehrt wie verfolgt. Letzteres ist Michail Schischkin, geboren 1961 in Moskau, zum Glück erspart geblieben. Seit seinem Erstling von 1993 wurden in Rußland alle seine Bücher mit höchsten Auszeichnungen bedacht. Mit 'Venushaar', einem vielschichtigen Epos über russische Asylanten in der Schweiz, ist ihm nun auch in Deutschland der Durchbruch gelungen. Mit dem Internationalen Literaturpreis Berlin erhielt der Roman 2011 die höchstdotierte Auszeichnung für fremdsprachige Literatur.

Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Stadtgarten Köln
27. März 2012