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Der Menschenfeind

von Molière

Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens

Alceste verachtet die ihn umgebende Gesellschaft für ihre Heuchelei und Oberflächlichkeit. Sein Ideal ist die unbedingte Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Fanatisch versucht er, sein Umfeld zu bekehren. Alcestes Weigerung, sich den gesellschaftlichen Spielregeln anzupassen und sich diplomatisch zu verhalten, führt zu bitteren Erfahrungen. Da er den Dichter Oronte nicht lobt, sondern unerbittlich kritisiert, macht er sich diesen zum Feind. Da er es ablehnt, die Richter zu bestechen, verliert er den von Oronte angestrebten Prozess. Die gut gemeinten Ratschläge seines treuen Freundes Philinte schlägt er in den Wind. Die schwerste Niederlage erfährt Alceste aber in der Liebe: Die von ihm umworbene lebenslustige Célimène lehnt es trotz ihrer Zuneigung zu Alceste ab, zusammen mit ihm die Einsamkeit zu suchen und das Alleinsein mit einem mürrischen Menschenverächter gegen das reizvolle Spiel wechselnder Flirts einzutauschen. Ob Alceste die von ihm ständig angekündigte Weltflucht am Ende allein antritt, bleibt offen.

Molières tragisch-komischer Titelheld verkörpert das Dilemma eines Idealisten, der an der Wirklichkeit leidet und sie ändern will. In einer zutiefst verlogenen Gesellschaft ist er derjenige, der immer die Wahrheit sagt. Seine Selbstgerechtigkeit und der Fundamentalismus, mit der er seine Überzeugungen zum Ausdruck bringt, treiben ihn allerdings in eine Isolation, aus der heraus Veränderung nicht möglich ist.
 Berlin-Premiere 
12. Dezember 2009
Regie Andreas Kriegenburg
Bühne Anne Ehrlich
Kostüme Marion Münch
Dramaturgie Anika Steinhoff

Besetzung
Rollen einblendenRollen ausblenden
Jörg Pose (Alceste), Helmut Mooshammer (Philinte), Alexander Simon (Oronte), Judith Hofmann (Célimène), Caroline Dietrich (Éliante), Verena  Reichhardt (Arsinoé), Claudius Franz (Acaste), Markwart Müller-Elmau (Clitandre)

Termine

08. Februar 2012, 19.30 - 21.10 Uhr, B-Preise Karten

Bild / Visual zu Der Menschenfeind