Im Wald ist man nicht verabredet
von Anne Nather
Simon hat eine tödliche Krankheit. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Anton, der ihn pflegt, hat er sich in den Wald zurückgezogen, um zu sterben. Eines Tages steht Elsie im Uhrschrank – eine junge Frau auf der Suche nach einem roten Faden im Leben und einer Heimat für ihre flexible Biografie, die sich aus zahllosen Nacherzählungen von Filmen zusammensetzt. In die Symbiose der beiden Brüder fügt Elsie sich ein, bringt sie aber auch durcheinander. Sie entlarvt nicht nur die spektakulären Selbstmordankündigungen Simons als Farce – sie mischt sich auch in den häuslichen Alltag der Brüder ein. Als willkommene Abwechslung und Störenfried zugleich bringt sie Bewegung in das Leben des abgelegenen Waldhauses und zwingt die Brüder, aus ihren selbst gewählten Rollen – zumindest zeitweise – auszubrechen. Doch letztlich spüren alle drei, dass sie eine(r) zu viel sind...
Anne Nather, geboren 1985 in Wolfhagen/Kassel, ist Absolventin des Studiengangs Szenisches Schreiben an der UdK Berlin. Sie nahm 2008/09 im Autorenlabor am Düsseldorfer Schauspielhaus unter der Leitung von Thomas Jonigk teil. 2008 fand eine erkstattinszenierung ihres Kurzstücks ,Dilettantendisko‘ im Rahmen der Deutschlandsaga an der Schaubühne Berlin statt.
Gastspiel Schauspielhaus Zürich
11. April 2010
Regie Daniela Löffner
Bühne und Kostüme Claudia Kalinski
Lichtdesign Adrian Fry
Dramaturgie Thomas Jonigk
Besetzung
Markus Scheumann, Lilith Stangenberg, Jirka Zett