Woyzeck
Woyzeck
Musicals, Jürgen Büsselberg, April 2010
Keine leichte Aufgabe für einen Theatermacher, diese Lieder nicht wie absolute Fremdkörper wirken zu lassen. In den Kammerspielen des Deutschen Theaters gelingt es Jorinde Dröse, diese Lieder spielerisch in die Handlung zu integrieren. Nie hat man Das Gefühl, ihre Schauspieler würden aus ihrer Rolle heraustreten, es ist, als hätten sie für einen Moment eine neue Fähigkeit dazugewonnen – eben zu singen, und das auch noch in einer fremden Sprache. Und uns mit ihrem Gesang einzufangen, das gelingt vor allem Maren Eggert als Marie und Moritz Grove als Woyzeck.
Verkauftes Herz
www.siegessäule.de, Gunnar König, Dezember 2009
In Jorinde Dröses Inszenierung sieht man sich versetzt in eine bretterbudenartige Zirkus- und Rummelwelt, in der die Figuren agieren, wie im Kuriositätenkabinett: Der melancholische Hauptmann, die zarte Marie und natürlich Woyzeck selbst, der Gedemütigte, Gejagte. Wie in einem überkandidelten Puppenspiel werden die Figuren mit Begeisterung und Selbstironie vorgeführt, trotzdem erkennt man dahinter immer noch die einzelnen Menschen. Die Musik von Tom Waits und Kathleen Brennan: moritatenhafte Songs, von der Band kirmeshaft laut, aber auch mal sentimental romantisch begleitet: ‚I’d Sell Your Heart To A Junk Man, Baby‘ oder ‚My Coney Island Baby‘ klingen so, als hätten sie von Anbeginn zu Büchners Stück gehört.
Woyzeck nach Wilson
Neues Deutschland, Gunnar Decker, 28.10.2009
Ergreifend, wie sinnlich und zugleich klardenkend Maren Eggert die kurze Wegstrecke zwischen Hoffnung auf eigenes Glück, stille Revolte gegen fremde Instrumentalisierung und stolze Hingabe in den unvermeidlichen Untergang auszumessen vermag!
Berlin: Woyzeck, ein Highlight am Deutschen Theater
Neuer Merker, Ursula Wiegand, 11.10.2009
Büchners ‚Woyzeck‘ wird zum Volltreffer. Zu verdanken ist das der jungen Regisseurin Jorinde Dröse. Die 33-Jährige besitzt offenbar ein Gespür für das, was in Büchners Fragment – geschrieben nach einer ähnlichen wahren Begebenheit – enthalten ist. Sie vermittelt uns das Anrennen gegen das Elend ebenso wie den Sarkasmus und die garstige Komik dieses Werkes.
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