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What can we say?

Vorträge von Chiaki Soma und Akira Takayama

Die Dramaturgin Chiaki Soma gründete 2009 mit dem Festival/Tokyo das größte zeitgenössische Theaterfestival in Japan und ist dessen Programmdirektorin. Nach der dreifachen Katastrophe vom 11. März 2011 änderte sie das Thema ihres vierten Festivals, das sechs Monate später stattfand, auf die Frage: 'What can we say?' Sie beauftragte japanische Theatermacher mit Arbeiten, in denen diese sich mit der neuen Realität beschäftigten. Chiaki Soma wird ihre Überlegungen für diese Entscheidung erläutern und die entstandenen Projekte vorstellen: "Wenn die Realität zu schrecklich wird, um sie zu kommentieren, wenn sie selbst den Grad von Fiktion überschritten hat, kann dann Theater eine gültige Form der Darstellung und des Ausdrucks sein? Wenn ja, auf welche Weise? Welche Rolle kann Theater in einer Gemeinschaft, die sich in einem Ausnahmezustand befindet, einnehmen?"

Akira Takayama ist Regisseur und Gründer der Theatergruppe Port B. In seinen Arbeiten greift er Themen auf, die in schmerzhafte und von der japanischen Gesellschaft tabuisierte Zonen vordringen, wie etwa die Beteiligung am Zweiten Weltkrieg, Wohlstandsverlust und Sozialabstieg der jungen Generation und zuletzt eben auch die Katastrophe in Fukushima. Vor dem Hintergrund, dass in Japan noch nie ein Volksentscheid stattgefunden hat, initiierte er im Herbst 2011 das 'Referendum Project'. Er tourte mit einem LKW durch Tokyo und nach Fukushima, ließ die Besucher in einem Referendum für oder gegen Atomkraft abstimmen, machte Interviews und forderte sie dazu auf, Stellung zu beziehen. In seinem Vortrag wird Akira Takayama über seine Theaterarbeit sprechen, die sich den Traumata widmet, die der 11. März in der japanischen Gesellschaft hinterlassen hat.

3. März 2012


Bild / Visual zu What can we say?