Das Deutsche Theater | Chronik

1850 – 1883: Das "Friedrich Wilhelmstädtische Theater"
Der Theaterarchitekt Eduard Titz errichtet das "Friedrich-Wilhelmstädtische Theater", den Grundbau des heutigen Deutschen Theaters.
 
1883 – 1894: Das "Deutsche Theater"
Eine Sozietät bekannter Schauspieler um den damaligen Besitzer Adolph L’Arronge gründet das "Deutsche Theater". Josef Kainz, Georg Engels, Otto Sommerstorff, Agnes Sorma, Hedwig Niemann-Raabe und Theresina Gessner zählen zu dem herausragenden Ensemble. Das DT erhält aufgrund seiner Klassikeraufführungen den Ruf, eine Stätte klassischer deutscher Bühnenkunst zu sein.
 
1894 – 1903 "Das gute Neue": Otto Brahm
25.09.1894 Die erste öffentliche Aufführung des Stücks 'Die Weber' von Gerhart Hauptmann findet im DT statt. Wilhelm II. kündigt daraufhin aus Protest die Hofloge. Zu dem berühmten Ensemble Brahms gehören unter anderen Rosa Bertens, Else Lehmann, Agnes Sorma, Hermann Müller, Emanuel Reicher, Rudolf Rittner, Max Reinhardt und Oscar Sauer. Schwerpunkt des Spielplans bilden die Werke von Hauptmann, Ibsen und Schnitzler.
 
1905 – 1932 "Theater als großes Fest": Max Reinhardt
1905/06 Reinhardt wird Intendant und Eigentümer des DT. 08.11.1906 Eröffnung der "Kammerspiele" 01.03.1933 Als letzte Inszenierung Max Reinhardts am DT wird Hofmannsthals 'Das große Welttheater' aufgeführt. Reinhardt macht das DT zum Zentrum deutscher Theaterkunst und führt es mit diversen Gastspielen zum Weltruhm. Sein Repertoire umfasst die unterschiedlichsten Stilrichtungen des europäischen Theaters. Berühmt sind seine Shakespeare-Inszenierungen (Shakespeare-Zyklus). Fast alle namhaften Schauspieler des ersten Drittels des vergangenen Jahrhunderts gehören Reinhardts Ensemble an: Elisabeth Bergner, Tilla Durieux, Gertrud Eysoldt, Lucie Höflich, Albert Bassermann, Werner Kraus, Alexander Moissi, Albert Steinrück, Paul Wegener und viele mehr.
 
1934 – 1944 "Zwei KZs auf Urlaub": Heinz Hilpert
1937 Die Reinhardtschen Kammerspiele werden im Sinne Joseph Goebbels umgestaltet.
01.09.1944 Das DT wird wie alle Theater auf Befehl Joseph Goebbels geschlossen. Hauptmann, Shakespeare und die Klassiker bestimmen den Spielplan neben einigen nationalsozialistischen Tendenzstücken. Zum Ensemble gehören unter anderem Käthe Dorsch, Brigitte Horney, Angela Salloker, Paula Wessely, Ewald Balser, Paul Dahlke, Albin Skoda und Otto Wernicke.
 
1945/1946 "Neuanfang": Gustav von Wangenheim
07.09.1945 Das DT wird mit Lessings 'Nathan der Weise' (Regie: Fritz Wisten) wiedereröffnet mit Paul Wegener in der Titelrolle.
 
1946 – 63 "Partei nehmen": Wolfgang Langhoff
Neben Aufsehen erregenden Klassikerinszenierungen und sowjetischer Revolutionsdramatik stehen Stücke jüngerer Autoren (P. Hacks, H. Kipphardt) auf dem Spielplan. Zum Ensemble gehören Reimar Joh. Baur, Gerhard Bienert, Ernst Busch, Horst Drinda, Fred Düren, Eberhard Esche, Herwart Grosse, Wolfgang Heinz, Horst Hiemer, Ernst Kahler, Willy A. Kleinau, Walter Lendrich, Dieter Mann, Otto Mellies, Klaus Piontek, Friedo Solter, Eduard von Winterstein, Trude Bechmann, Bärbel Bolle, Ursula Burg, Mathilde Danegger, Inge Keller, Lisa Macheiner, Käthe Reichel, Gudrun Ritter, Margarethe Taudte und viele andere.
 
1963 – 1969 "Theaterwunder": Wolfgang Heinz
Bedeutende weltbekannte Inszenierungen entstehen: Benno Besson inszeniert 'Der Frieden' von P. Hacks (1962) 'Der Drache' von J. Schwarz (1965), 'Ödipus Tyrann' von Sophokles (1967). Der 'Faust' (1968) in der Regie von Adolf Dresen und Wolfgang Heinz führt zu einer großen Theaterkontroverse. Zum Ensemble gehören unter anderen Dieter Franke, Christian Grashof, Jürgen Holtz, Volkmar Kleinert, Dietrich Körner, Rolf Ludwig, Margit Bendokat, Elsa Grube-Deister, Lisa Macheiner und Christine Schorn.
 
1970 – 1972: Hanns Anselm Perten
1972 – 1982 Gerhart Wolfram
1982 – 1984 Rolf Rohmer
Neben Inszenierungen von Friedo Solter, Rolf Winkelgrund und Thomas Langhoff bestimmen Alexander Langs provozierende zeitgenössische Interpretationen von Klassikern den Spielplan. Zum Ensemble gehören unter anderen Kurt Böwe, Christian Grashof, Alexander Lang, Ulrich Mühe, Hilmar Thate, Gabriele Heinz, Katja Paryla, Johanna Schall, Barbara Schnitzler, Jutta Wachowiak und Simone von Zglinicki.
 
1984 – 1991 "Endspiel": Dieter Mann als Intendant
Die neue Politik von Glasnost ermöglicht die Aufnahme Werke kritischer sowjetischer und ostdeutscher Dramatiker in den Spielplan des DT. Neben Frank Castorf gehören Friedo Solter und Thomas Langhoff zu den Regisseuren am DT. Heiner Müller inszeniert seine Stücke 'Der Lohndrücker' (1988), 'Hamlet/Hamletmaschine' (1990) und 'Mauser' (1991). Zum Ensemble gehören unter anderen Jörg Gudzuhn, Roman Kaminski, Dieter Montag, Michael Schweighöfer, Bernd Stempel, Cox Habbema und Dagmar Manzel.
 
1991 – 2001 "Vorsichtiger Wandel": Thomas Langhoff
Neben Thomas Langhoff inszenieren Jürgen Gosch, Alexander Lang, Amélie Niermeyer und Johanna Schall.
1996 – 1999 "Neue Dramatik": die DT-Baracke
Die von Thomas Ostermeier und Jens Hillje geleitete Baracke etabliert sich als eine der erfolgreichsten jungen Bühnen Deutschlands.
 
2001 – 2008 "Verweile Doch": Bernd Wilms
2008/2009 Oliver Reese
Neben Michael Thalheimer ('Emilia Galotti', 'Faust', 'Orestie' und 'Die Ratten') inszenieren Dimiter Gotscheff ('Die Perser'), Jürgen Gosch ('Onkel Wanja', 'Die Möwe') und Barbara Frey ('Medea') am Deutschen Theater. Zum Ensemble gehören unter anderem Constanze Becker, Meike Droste, Nina Hoss, Almut Zilcher, Regine Zimmermann, Samuel Finzi, Ingo Hülsmann, Alexander Khuon, Sven Lehmann, Ulrich Matthes und Ernst Stötzner.
 
Seit 2009
"Unsere hartnäckige Zuneigung gehört dem zeitgenössischen Theater": Ulrich Khuon
Neben klassischen Bühnenwerken stehen Stücke zeitgenössischer Autoren (Rebekka Kricheldorf, Dea Loher, Marianna Salzmann, Nis-Momme Stockmann), oft uraufgeführt im Zentrum des Repertoires. Jedes Jahr finden die Autorentheatertage, ein Festival der zeitgenössischen Dramatik, statt. Maßgebliche Regisseure sind Andreas Kriegenburg, Stefan Kimmig, Dimiter Gotscheff, Michael Thalheimer, Jette Steckel und Stefan Pucher.