Das Deutsche Theater | Profil

Das Deutsche Theater in Berlin ist eine Sprechtheaterbühne mit einem festen und viel gerühmten Ensemble und wurde 1849 gegründet. Hinter seiner eleganten klassizistischen Fassade beherbergt das Deutsche Theater in der Schumannstraße heute drei Bühnen: Das Große Haus mit ca. 600 Plätzen in einem atmosphärisch intimen Saal von 1850, die Kammerspiele mit ca. 230 Plätzen (1906 von Max Reinhardt in modernem Design eingerichtet) und die 2006 neu eröffnete Box - eine kompakte Blackbox im Foyer der Kammerspiele mit achtzig Zuschauerplätzen für hautnahes Theater, neue Texte und aktuelle Themen. Das Repertoire umfasst etwa 25 Produktionen, die täglich wechselnd oder in Blöcken gespielt werden. Pro Spielzeit werden ca. 12 neue Premieren auf der Großen Bühne gefeiert, dazu kommen etwa acht Premieren in den Kammerspielen.

Entschiedene Regie-Handschriften, die kontinuierliche Zusammenarbeit mit wichtigen und jungen Dramatikern und das Vertrauen auf die Kraft eines lebendigen und starken Ensembles bilden die Grundlagen des künstlerischen Konzeptes, mit der Ulrich Khuon seit 2009 das Deutsche Theater leitet. Er engagiert Regisseure mit prägnanten Regiestilen: Andreas Kriegenburg (den er als Oberspielleiter ans Haus holt), Stephan Kimmig, Michael Thalheimer, Dimiter Gotscheff und Nicolas Stemann.

Auf dem Spielplan stehen zum einen Klassiker und moderne Klassiker von Autoren wie Kleist, Shakespeare, Brecht, Schiller, Wedekind, Hebbel, Goethe Tschechow und Hauptmann, zum anderen werden Stücke zeitgenössischer Autoren wie Dea Loher, Lukas Bärfuss, Roland Schimmelpfennig und Dennis Kelly gezeigt und zur Uraufführung gebracht. Einmal im Jahr finden am Deutschen Theater die Autorentheatertage statt, ein 14tägiges Festival der zeitgenössischen Dramatik..

Zum Ensemble gehören bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler wie Maren Eggert, Corinna Harfouch, Nina Hoss  und Susanne Wolff, Samuel Finzi, Ingo Hülsmann, Ulrich Matthes, Bernd Moss und Bernd Stempel. Dazu kommen Nachwuchstalente wie Daniel Hoevels, Alexander Khuon, Ole Lagerpusch.
Seit es 1883 seinen Namen erhielt, hat das Deutsche Theater Geschichte geschrieben. Otto Brahm machte es zu einer Hochburg des Naturalismus und setzte Autoren wie Gerhart Hauptmann, August Strindberg und Arthur Schnitzler durch. Unter der Leitung von Max Reinhardt bestach das DT ab 1905 durch mitreißende Klassikerinszenierungen und galt forthin als »Theater-Olymp«. Heinz Hilpert brachte das Haus mit einem klassisch-humanistischen Programm durch die Nazidiktatur. In der DDR begründete Wolfgang Langhoff eine neue Ära, Benno Besson machte mit seinen Inszenierungen Schule. 1989 beteiligten sich DT-Schauspieler zentral an den Protesten, die zum Fall der Mauer führten. Auf Thomas Langhoff in den 90er Jahren und Thomas Ostermeier an der DT-Baracke folgte 2001 Bernd Wilms als Intendant. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Haus erneut zu einer der führenden Bühnen des Landes. Ab Sommer 2009 ist Ulrich Khuon vom Hamburger Thalia Theater neuer Intendant des Deutschen Theaters.
Das Deutsche Theater ist jedes Jahr mit seinen Produktionen auf zahlreichen Gastspielreisen und folgt Einladungen zu Festivals in ganz Europa, New York, Südamerika und Japan. Eine Reihe von Fernsehaufzeichnungen und regelmäßigen Einladungen zum renommierten Berliner Theatertreffen belegen den Erfolg des Theaters über viele Jahre hinweg. In der Jahresumfrage der Zeitschrift „Theater heute“   wurde das DT 2005 und 2008 von einer Jury aus Theaterkritikern zum 'Theater des Jahres' gewählt.