Linn Reusse

Foto: Klaus Dyba
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Friedhelm Teicke, 08.02.2017
Wenn Linn Reusse in der DT-Inszenierung von Tennessee Williams' "Die Glasmenagerie" nach der Pause in ihrer Rolle als Mauerblümchen Laura Wingfield alleine auf der Bühne steht, ist das ein Ereignis. Sie steht da als die verschüchtert linkische Frau, die sie zu spielen hat (und der die Produktion auch noch eine ultradickglasige Hornbrille verpasst hat) und beginnt sich so ungeheuer innig, selbstvergessen und sinnlich zu Donna Summers "I feel Love" zu bewegen, dass es zum ersten Mal an diesem Abend Szenenapplaus gibt. Die junge Frau dort auf der Bühne macht mit ihrem Tanz jedem unmissverständlich klar, dass sie ihren Körper mitgebracht hat, und dass er der schönste im Raum ist. Aber dass ihr völlig egal ist, was andere davon halten. Reusse zeigt Laura fulminant als eine Weltschöpferin, deren Glück und Tragik darin liegt, dass sie in ihrer eigenen Welt mit ihren Glastierchen und Hühnern wohnt.

Reusse gehört seit dieser Spielzeit zum Ensemble des DT. Noch während des Schauspielstudiums an der Ernst-Busch-Hochschule erhielt die 24-Jährige ihr Engagement. Während ihre Kommilitonen wie die meisten Berufsanfänger ihre Karriere erst einmal in kleinen Stadttheatern zwischen Freiburg und Rostock beginnen, startet Reusse gleich im Olymp der Staats- und Stadttheaterszene, an der ältesten und traditionsreichsten Berliner Sprechbühne.
Wenn Linn Reusse in der DT-Inszenierung von Tennessee Williams' "Die Glasmenagerie" nach der Pause in ihrer Rolle als Mauerblümchen Laura Wingfield alleine auf der Bühne steht, ist das ein Ereignis. Sie steht da als die verschüchtert linkische Frau, die sie zu spielen hat (und der die Produktion auch noch eine ultradickglasige Hornbrille verpasst hat) und beginnt sich so ungeheuer innig, selbstvergessen und sinnlich zu Donna Summers "I feel Love" zu bewegen, dass es zum ersten Mal an diesem Abend Szenenapplaus gibt. Die junge Frau dort auf der Bühne macht mit ihrem Tanz jedem unmissverständlich klar, dass sie ihren Körper mitgebracht hat, und dass er der schönste im Raum ist. Aber dass ihr völlig egal ist, was andere davon halten. Reusse zeigt Laura fulminant als eine Weltschöpferin, deren Glück und Tragik darin liegt, dass sie in ihrer eigenen Welt mit ihren Glastierchen und Hühnern wohnt.

Reusse gehört seit dieser Spielzeit zum Ensemble des DT. Noch während des Schauspielstudiums an der Ernst-Busch-Hochschule erhielt die 24-Jährige ihr Engagement. Während ihre Kommilitonen wie die meisten Berufsanfänger ihre Karriere erst einmal in kleinen Stadttheatern zwischen Freiburg und Rostock beginnen, startet Reusse gleich im Olymp der Staats- und Stadttheaterszene, an der ältesten und traditionsreichsten Berliner Sprechbühne.