Hör-Stücke

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Die Studentin Luisa Neubauer, Jahrgang 1996, ist das Gesicht der deutschen Fridays-For-Future-Bewegung. Am 4. Jun 2019 war sie Gast beim Nachgespräch zu „Let Them Eat Money. Welche Zukunft?!“ und diskutierte mit Moderation Ulrike Herrmann von der taz und dem Publikum über notwendige Schritte, um die Ziele des Pariser Abkommens in Sachen Klimaschutz zu erreichen. Dabei widersprach sie einem Zuhörer, der die Auffassung vertrat, Umwelt- und Klimaschutz sei Aufgabe eines jeden. Das fange beim Verzicht auf den Kaffee-To-Go-Becher an, dazu gehöre der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad, der weitgehende Verzicht auf Fleisch. Alles richtig, sagt Luisa Neubauer, aber „die Privatisierung von Klimaschutz sei das größte Geschenk an die Konzerne, die mit der Zerstörung unseres Klimas Profite machen.“
Der Gast beim 10. Nachgespräch zu „Let Them Eat Money. Welche Zukunft?!“ war Christoph Bals, Theologe und politischer Geschäftsführer der Umweltorganisation Germanwatch. Im Gespräch mit Autor und Regisseur Andres Veiel und Moderatorin Ulrike Herrmann von der taz diskutierte er unter anderem, warum es sinnvoll ist, dass ein Bauer aus Peru in Deutschland vor einem Gericht gegen den Energiekoinzert RWE klagt und über die Frage, ob es einen Internationalen Gerichtshof für Verbrechen gegen die Erde geben sollte. Thema auch in dieser Runde: Müssen wir schon bald auf Flugreisen und Fleischkonsum verzichten, um den CO2-Ausstoß wirklich wirksam zu vermindern?
Wie kann man dem Verbraucher 'In-Vitro-Fleisch', also künstlich erzeugtes 'echtes' Fleisch, schmackhaft machen? Vier Wissenschaflter sollen dafür Strategien erfinden und ziehen sich zurück in "Das Haus auf Monkey Island". Hier erleben sie schon bald seltsame Überraschungen ... Die Autorin Rebekka Kricheldorf erzählt hier, wie sie als 'Writer in Residence' am Hanse Wissenschaftskolleg in Delmenhorst für ihr Stück recherchierte, warum sie Regisseur Matthias Kaschig für die Uraufführung freie Hand ließ und was sie sich von den Zuschauern wünscht.
Auf dem Bild: Johannes Schumacher, Thomas Birklein, Helen Wendt - Foto: Stephan Walzl
Eine Familiengeschichte zwischen Vietnam, Ost- und Westdeutschland, zwischen Teilung und Wiedervereinigung, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – das ist "atlas" von Thomas Köck, geschrieben als Auftragswerk für das Schauspiel Leipzig. Inszeniert hat Philipp Preuss, der im Podcast die besonderen Stärken des Textes hervorhebt und davon berichtet, wie gerade Vietnamesen, die seit Jahren, gar Jahrzehnten in Deutschland wohnen, dieses Stück wahrnehmen. "atlas" kommt in einer speziellen Festivalvariante zu den Autorentheatertagen. Warum Veränderungen gegenüber der Leipziger Fassung notwendig waren, auch dazu erzählt der Regisseur.
Auf dem Bild: Marie Rathscheck (liegend), Ellen Hellwig
Foto: Rolf Arnold
Boris Niktin, Theatermacher aus Basel, präsentiert bei den Autorentheatertagen sein Stück "Aufführung einer gefälschten Predigt über das Sterben". Hier berichtet er, warum er sich intensiv mit dem Tod und der Befreiung von der Angst vor dem Tod auseinandersetzt, erzählt von der Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Malte Scholz, warum er einen weißen Laien-Gospelchor zu dieser Produktion engagiert hat und wie er von einem Sterbehilfe-Verein weitere Anregungen erhielt.
113 Theatertexte hat die Kulturjournalistin Esther Boldt als Jury-Vorsitzende des Stückewettbewerbs für die Autorentheatertage gelesen und in der Endauswahl mit der Schauspielerin Steffi Kühnert und der Filmemacherin Valeska Griesbach die drei Gewinnertexte bestimmt: "Entschuldigung" von Lisa Danulat, "ruhig blut" von Eleonore Khuen-Belasi und "zu unseren füßen das gold, aus dem boden verschwunden" von Svealena Kutschke. Sie werden in der Langen Nacht der Autorinnen am 8. Juni in Koproduktion mit dem Schauspielhaus Graz und dem Theater Neumarkt Zürich uraufgeführt. Im Podcast lesen Ensemblemitglieder des DT Ausschnitte aus den drei Gewinnertexten und Sie erfahren, mit welchen Begründungen die Jury die drei Stücke ausgewählt hat.
"Jelinek ist für mich immer ein 'Ja'", sagt Sabine Waibel. Die Schauspielerin ist bei den Autorentheatertagen 2019 in zwei Stücken der Österreichischen Autorin zu sehen, - in "Schnee Weiß", ein Gastspiel des Schauspiel Köln und in "Wut", einer Eigenproduktion des Deutschen Theaters. Hier schildert sie, warum sie sich immer wieder für die Stücke von Elfriede Jelinek begeistert, auch wenn der erste Leseeindruck eines neuen Jelinek-Textes Angst, Zorn und die Frage auslöst: "Wie gehen wir nur um damit?!". Außerdem spricht sie hier über das Dasein als freie Schauspielerin ohne Mitglied in einem Ensemble zu sein, ihrer Liebe zu Wien und über einen leicht kuriosen Skiunfall.
Auf dem Bild: Peter Knaack, Lola Klamroth, Simon Kirsch, Sabine Waibel, Nikolay Sidorenko
Foto: Tommy Hetzel
28.05.2019

Drei sind wir

Tino Hillebrand (geboren 1989 in Potsdam)ist bereits zum vierten Mal bei den Autorentheatertagen dabei. In diesem Jahr mit "Drei sind wir“, einem Stück von Wolfram Höll, das in einer Inszenierung des Wiener Burgtheaters als Gastspiel eingeladen wurde. Der Autor beschreibt in seinem Stück ein Jahr aus dem Leben eines Ehepaares, das mit einem todkranken Baby nach Kanada auswandert. Tino Hillebrand berichtet im Podcast unter anderem davon, worüber er und seine Teamkollegen bei den Proben diskutiert haben und was für sie die Besonderheit des Textes von Wolfram Höll ist.
Auf dem Bild: Tino Hillebrand, Marie-Luise Stockinger
Foto: Georg Soulek
Jedes Jahr werden zehn Gastspiele für die Autorentheatertage am Deutschen Theater Berlin ausgewählt. Aber wie kommt diese Auswahl eigentlich zustande? Wie viele neue Inszenierungen schaut man sich an, um zehn auszuwählen und nach welchen Kriterien wird am Ende entschieden? DT-Dramaturg Bernd Isele ist als Kurator der Autorentheatertage 2019 quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz gefahren, um sich zahlreiche Aufführungen neuer Theaterstücke anzuschauen. Hier stellt er uns die zehn Stücke vor, die in diesem Jahr - der nunmehr zehnten Ausgabe der Autorentheatertage - als Gastspiel zu sehen sind.
Jeder, der sich für das Theater interessiert, weiß natürlich, dass es hinter den Kulissen Maskenbildner_innen gibt, Bühnenarbeiter_innen, weiß von einer Kostümabteilung, von Menschen, die sich um Licht und Ton kümmern und kann sich denken, dass ein Theater auch eine Buchhaltung hat. Aber eine ganz wichtige Abteilung eines jeden großen Theaters ist weitgehend unbekannt und kaum jemand weiß, was sich hinter ihrer Abkürzung verbirgt: KBB, das Künstlerische Betriebsbüro. Wieso das KBB eine höchst wichtige "Schaltzentrale" ist, woran die Kolleg_innen dort arbeiten und warum sie beim DT gerade im Frühjahr eines jedes Jahres vor einer besonderen Herausforderung stehen, erfahren Sie in diesem Podcast von KBB-Mitarbeiterin Maria Dinkel.