10.12.2018

Brüchige Burgen

Im Dezember 2018 wird Moritz Rinkes neues Stück "Westend" im DT in einer Inszenierung von Stephan Kimmig uraufgeführt. Dramaturg John von Düffel lud den Dramatiker Ende November ein zu einer exklusiven Veranstaltung für die DT Freunde, die Sie hier in Ausschnitten nachhören können. Nach einem Vorwort von Intendant Ulrich Khuon erzählt Moritz Rinke anhand von farbenfrohen Anekdoten, warum er seine Autorenschaft weg vom Journalismus hin zur Dramatik verlagerte und nie wieder eine Theaterkritik schreiben würde. Zum Ende des Gespräch geht es um das neue Werk von Moritz Rinke: "Westend". Diesem diente Goethes "Wahlverwandtschaften" als große literarische Vorlage. Rinkes Hauptfiguren – die Ärzte Eduard und Michael – arbeiten beide auf Schlachtfeldern. Der eine in Krisengebieten, der andere in der Schönheitschirurgie. Anhand ihrer Geschichte(n) erzählt das Stück von einer untergehenden Welt: von Burgen der Bürgerlichkeit, die brüchig geworden sind; von einsamen Menschen, deren Biografien, Gesichter und Körper vernarbt sind vom Krieg und vom Zwang, schön und erfolgreich zu sein. West-end.
Auf dem Bild: Moritz Rinke (links) und John von Düffel © Monika Wulff