münchhausen

Regie Jan Bosse
Ausstattung Kathrin Plath
Dramaturgie Ulrich Beck
17. September 2015 Berlin
30. Mai 2015 Ruhrfestspiele Recklinhausen
Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
Martin Otting
Milan Peschel
Inforadio vom RBB
Ute Büsing, 18.9.2015
"Es ist brillant, wie Milan Peschel sich mit auf- und abschwingendem Tremolo durch Banales, Philosophisches von Nietzsche aus dem "Zarathustra"-Reclamheft und schlagende Globalisierungsüberlegungen hangelt. Glaubhaft gibt er den Hochstapler, die Rampensau, den doch ewig zu kurz Gekommenen, den Eintänzer. Obwohl Jan Bosse die Inszenierung besorgt hat, gibt es Slapstick satt." "Es ist brillant, wie Milan Peschel sich mit auf- und abschwingendem Tremolo durch Banales, Philosophisches von Nietzsche aus dem "Zarathustra"-Reclamheft und schlagende Globalisierungsüberlegungen hangelt. Glaubhaft gibt er den Hochstapler, die Rampensau, den doch ewig zu kurz Gekommenen, den Eintänzer. Obwohl Jan Bosse die Inszenierung besorgt hat, gibt es Slapstick satt."
Berliner Zeitung
Dirk Pilz, 19.9.2015
"Peschel als Peschel, ein Schelmenspiel. Es braucht neue Begriffe dafür, Kokettodrama vielleicht. Oder Narrodrama. „münchhausen“: ein Schau-Spiel über den Narr um des Theaters willen. Aber der Abend ist mehr als eine Putzigkeit. Er ist unerhört mutig, weil nicht durch die üblichen Reflexionsseile abgesichert. Peschel spielt Peschel als einen, der sich selbst nicht über den Weg traut. Der vor den eigenen Verwandlungskünsten erschrickt, sich fremd gegenübersteht. Kurze Blicke, kleine Pausen – sie machen, dass die Inszenierung kippt. Sie wird zum Strudel, sie reißt einen auf ungesichertes Gelände. Die Erinnerungen kommen unkontrolliert, die Ängste, Hoffnungen, Zweifel.

Man kann auch am Rand stehen und alles wegschieben. Dann ist dieser Abend lustig bedeutungshubernde Unterhaltungsware, mehr nicht. Leicht ließe er sich mit Häme begießen, die Lieblingsübung des Berliner Theaterpublikums. Aber Häme ist immer verräterisch, ein Schutzmechanismus, langweilig im Grunde. Denn unter der Oberfläche dieser Pescheliade stürmt und strudelt es. Er sagt: „Einfach so lange spielen bis nichts mehr peinlich ist.“ Das tut er, aus Not und Lust gleichermaßen. Darin liegt das Verführungsangebot dieser Inszenierung: einfach so lange sich selbst und diesem Spieler zuschauen, bis das Spiel seine Drolligkeit verliert. Es geht um das Theater hier und heute. Es geht um ihn. Es geht um mich."
"Peschel als Peschel, ein Schelmenspiel. Es braucht neue Begriffe dafür, Kokettodrama vielleicht. Oder Narrodrama. „münchhausen“: ein Schau-Spiel über den Narr um des Theaters willen. Aber der Abend ist mehr als eine Putzigkeit. Er ist unerhört mutig, weil nicht durch die üblichen Reflexionsseile abgesichert. Peschel spielt Peschel als einen, der sich selbst nicht über den Weg traut. Der vor den eigenen Verwandlungskünsten erschrickt, sich fremd gegenübersteht. Kurze Blicke, kleine Pausen – sie machen, dass die Inszenierung kippt. Sie wird zum Strudel, sie reißt einen auf ungesichertes Gelände. Die Erinnerungen kommen unkontrolliert, die Ängste, Hoffnungen, Zweifel.

Man kann auch am Rand stehen und alles wegschieben. Dann ist dieser Abend lustig bedeutungshubernde Unterhaltungsware, mehr nicht. Leicht ließe er sich mit Häme begießen, die Lieblingsübung des Berliner Theaterpublikums. Aber Häme ist immer verräterisch, ein Schutzmechanismus, langweilig im Grunde. Denn unter der Oberfläche dieser Pescheliade stürmt und strudelt es. Er sagt: „Einfach so lange spielen bis nichts mehr peinlich ist.“ Das tut er, aus Not und Lust gleichermaßen. Darin liegt das Verführungsangebot dieser Inszenierung: einfach so lange sich selbst und diesem Spieler zuschauen, bis das Spiel seine Drolligkeit verliert. Es geht um das Theater hier und heute. Es geht um ihn. Es geht um mich."
Ruhrnachrichten
Kai-Uwe Brinkmannn, 1.6.2015
"Zur Komik in Petras' Text wispert immer auch die zweite reflektorische Ebene mit: Was machen wir am Theater? Für wen machen wir es? Wie fühlt sich ein Mime, der ständig in Rollen schlüpft? (...) Wir blicken ins Innere der Theatermaschine, sehen dem 'Hochstapler' Peschel zu, wie er von einer Rolle in die andere fällt, charmant, ironisch, den Schalk im Nacken." "Zur Komik in Petras' Text wispert immer auch die zweite reflektorische Ebene mit: Was machen wir am Theater? Für wen machen wir es? Wie fühlt sich ein Mime, der ständig in Rollen schlüpft? (...) Wir blicken ins Innere der Theatermaschine, sehen dem 'Hochstapler' Peschel zu, wie er von einer Rolle in die andere fällt, charmant, ironisch, den Schalk im Nacken."
Stuttgarter Zeitung
Hans-Christoph Zimmermann, 2.6.2015
"(M)an hat es hier mit einem Besessenen zu tun. Einem, der unaufhörlich spielen will, selbst wenn er sich dafür in einer grotesken Endlosschleife erfundener Münchhausen-Verwandter samt Geburtsdaten verstricken muss. Denn nicht spielen heißt letztlich zu sterben." "(M)an hat es hier mit einem Besessenen zu tun. Einem, der unaufhörlich spielen will, selbst wenn er sich dafür in einer grotesken Endlosschleife erfundener Münchhausen-Verwandter samt Geburtsdaten verstricken muss. Denn nicht spielen heißt letztlich zu sterben."
Deutschlandradio Kultur
Stefan Keim, 30.5.2015
"Peschel steigert sich zu explosiven Momenten, wirbelt, tanzt eine Musicalnummer, animiert das Publikum, holt einen Zuschauer auf die Bühne und erzählt ihm alte Witze. Zwischendurch sackt die Energie immer wieder in den Keller, natürlich mit Absicht, denn es geht ja darum, die Leere zu spüren, die dann der Schauspieler, der Narr, der bezahlte Lügner füllen soll. (...) Die Figuren bekommen ein eigenes Leben, und doch bleibt er selbst erkennbar, der körperbetonte, leidenschaftlich verspielte, differenzierte Feuerwerkschauspieler. Die Lüge ist auch eine Utopie, sagt Peschel in einem reflexiven Moment, die Ahnung einer besseren Welt. (...) Ein geisteswitzsprühendes Sahnehäubchen, ein gedankenverspieltes Gourmetdessert für Kenner und solche, die es werden wollen." "Peschel steigert sich zu explosiven Momenten, wirbelt, tanzt eine Musicalnummer, animiert das Publikum, holt einen Zuschauer auf die Bühne und erzählt ihm alte Witze. Zwischendurch sackt die Energie immer wieder in den Keller, natürlich mit Absicht, denn es geht ja darum, die Leere zu spüren, die dann der Schauspieler, der Narr, der bezahlte Lügner füllen soll. (...) Die Figuren bekommen ein eigenes Leben, und doch bleibt er selbst erkennbar, der körperbetonte, leidenschaftlich verspielte, differenzierte Feuerwerkschauspieler. Die Lüge ist auch eine Utopie, sagt Peschel in einem reflexiven Moment, die Ahnung einer besseren Welt. (...) Ein geisteswitzsprühendes Sahnehäubchen, ein gedankenverspieltes Gourmetdessert für Kenner und solche, die es werden wollen."

Außerdem im Spielplan

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Eine Inszenierung des Jungen DT

Katzelmacher

von Rainer Werner Fassbinder
Regie: Jessica Glause
Kammerspiele
19.30 - 20.45

Müllersalon #3

Das Theater kann sein Gedächtnis für die Wirklichkeit nur wiederfinden, wenn es sein Publikum vergisst. Ein Abend mit Ivan Panteleev, Ginka Tscholakowa und Almut Zilcher zu Heiner Müller und Dimiter Gotscheff.
Moderiert von Thomas Irmer
Saal
20.00
mit englischen Übertiteln
von Tennessee Williams
Regie: Stephan Kimmig
Deutsches Theater
20.00 - 22.40
Eine Inszenierung des Jungen DT

Die Welt in uns

Eine Stückentwicklung von Turbo Pascal und Berliner Schüler_innen
Regie: Turbo Pascal
Box
20.00 - 21.05