Ein Sommernachtstraum

nach William Shakespeare
Regie / Bühne Andreas Kriegenburg
Dramaturgie Juliane Koepp
Premiere 24. September 2010
Bernd MossLysander
Jörg PoseDemetrius
Natali SeeligHermia
Judith HofmannHelena
Ole LagerpuschOberon, König der Elfen
Olivia GräserTitania
Katharina MatzElfe
Daniel HoevelsPuck
Barbara HeynenSquenz
Markwart Müller-ElmauZettel
Margit BendokatFlaut
Barbara SchnitzlerSchnauz
Almut ZilcherSchnock
Saskia Ansky, Jana-Marie Backhaus, Elena Fichtner, Branko Janack, Zhasmina Kovacheva, Nele Kliemt, Valentin Olbrich, Till-Jan Meinen, Eva Przybyla, Annegret Rittel, Helene Röhnsch, Benjamin Scharweit, Ilja Sorokin, Lisa Tannigel, Nika Weckler, Arno Wienert
Lysander
Demetrius
Hermia
Oberon, König der Elfen
Titania
Schnock
Saskia Ansky, Jana-Marie Backhaus, Elena Fichtner, Branko Janack, Zhasmina Kovacheva, Nele Kliemt, Valentin Olbrich, Till-Jan Meinen, Eva Przybyla, Annegret Rittel, Helene Röhnsch, Benjamin Scharweit, Ilja Sorokin, Lisa Tannigel, Nika Weckler, Arno Wienert
Zitty
Anne Peter, 04.11.2010
Dass Shakespeares ‚Sommernachtstraum‘ nicht bloß lustig-lichtes Liebeswirrspiel ist, sondern von der dunklen und destruktiven Macht der Triebe handelt, von jähem Begehrensumschwung und Erniedrigungsszenarien, ist keine neue Entdeckung. Der Bilderrausch aber, in den Andreas Kriegenburg das Unterbewusstseinsmärchen am DT stürzt, hat mitunter berückende Sogwirkung. Dass Shakespeares ‚Sommernachtstraum‘ nicht bloß lustig-lichtes Liebeswirrspiel ist, sondern von der dunklen und destruktiven Macht der Triebe handelt, von jähem Begehrensumschwung und Erniedrigungsszenarien, ist keine neue Entdeckung. Der Bilderrausch aber, in den Andreas Kriegenburg das Unterbewusstseinsmärchen am DT stürzt, hat mitunter berückende Sogwirkung.
Siegessäule
Peter Fuchs, 08.10.2010
Andreas Kriegenburg verbindet gekonnt die Tändelei der Liebenden mit der Zauberwelt der Elfen und lässt die Irrungen und Wirrungen der Liebe schon mal in alptraumhaften Horror umschlagen. Diese Szenen kommentieren die Handwerker, die beim Putzen amüsant und pädagogisch wertvoll Texte von Freud und Co über das Träumen und die Sexualität besprechen, bevor sie am Ende ihr eigenes Stück zur Aufführung bringen. Stirbt Flaut als Thisbe dann den Liebesstod, mit Schnäuzer und in weißem Kleidchen, so zeigt uns Margit Bendokat eine Figur, die weder Mann noch Frau, weder tragisch noch komisch, sondern immer beides ist. Andreas Kriegenburg verbindet gekonnt die Tändelei der Liebenden mit der Zauberwelt der Elfen und lässt die Irrungen und Wirrungen der Liebe schon mal in alptraumhaften Horror umschlagen. Diese Szenen kommentieren die Handwerker, die beim Putzen amüsant und pädagogisch wertvoll Texte von Freud und Co über das Träumen und die Sexualität besprechen, bevor sie am Ende ihr eigenes Stück zur Aufführung bringen. Stirbt Flaut als Thisbe dann den Liebesstod, mit Schnäuzer und in weißem Kleidchen, so zeigt uns Margit Bendokat eine Figur, die weder Mann noch Frau, weder tragisch noch komisch, sondern immer beides ist.
kulturinfo.eu
Dieter Bub, 01.10.2010
Das alles trägt sich in heutiger Gesellschaft zu, mit Alltagskleidung, mit Champagner-Einsamkeit und Handy-Akteuren und es ist dabei nicht plump gegenwärtig sondern zeitlos. Dabei fehlt es diesem Spiel nicht an Poesie, Magie und Komik: die Nacht im Wald der Verirrungen und das Spiel der Handwerker. Ihren Kommentaren über die Liebe folgt ein kalt-kauziges Kabinett-Stück in Dunkelheit und dann zum Abschluss als Aufführung, ein schaurig schöner Abschluss über die Unmöglichkeit der Liebe entkommen, die wahrhaft, konsequent, eigentlich nur im Tode enden kann. Und das soll dem Zuschauer eine Lehre sein… Sehr empfehlenswert! Das alles trägt sich in heutiger Gesellschaft zu, mit Alltagskleidung, mit Champagner-Einsamkeit und Handy-Akteuren und es ist dabei nicht plump gegenwärtig sondern zeitlos. Dabei fehlt es diesem Spiel nicht an Poesie, Magie und Komik: die Nacht im Wald der Verirrungen und das Spiel der Handwerker. Ihren Kommentaren über die Liebe folgt ein kalt-kauziges Kabinett-Stück in Dunkelheit und dann zum Abschluss als Aufführung, ein schaurig schöner Abschluss über die Unmöglichkeit der Liebe entkommen, die wahrhaft, konsequent, eigentlich nur im Tode enden kann. Und das soll dem Zuschauer eine Lehre sein… Sehr empfehlenswert!
Berliner Morgenpost
Stefan Kirschner, 26.09.2010
Es ist ein Verdienst von Regisseur Andreas Krigenburg, dass er in seiner Inszenierung am Deutschen Theater die Schärfe und Brutalität der Situationen und Dialoge herausarbeitet. Und das Ganze gleichwohl in einen heiteren Rahmen kleidet. Die Eröffnung ist stark: Die fünf Handwerker, die zu Ehren der königlichen Hochzeit das ‚Pyramus‘-Schauspiel aufführen wollen, erscheinen in Blaumännern samt farblich passendem Eimer. Eine Fensterputzerkolonne, die kollektiv auf die Pause wartet und später über Traumdeutungen von Walter Benjamin bis Sigmund Freud philosophiert – und damit auch das Stück kommentiert. Das hat hohen Unterhaltungswert. Dem Regisseur gelingen zur Saisoneröffnung im Deutschen Theater poetische Bilder wie das der in einem Spinnenweb in der Luft schwebenden Elfenkönigin Titania. Es ist ein Verdienst von Regisseur Andreas Krigenburg, dass er in seiner Inszenierung am Deutschen Theater die Schärfe und Brutalität der Situationen und Dialoge herausarbeitet. Und das Ganze gleichwohl in einen heiteren Rahmen kleidet. Die Eröffnung ist stark: Die fünf Handwerker, die zu Ehren der königlichen Hochzeit das ‚Pyramus‘-Schauspiel aufführen wollen, erscheinen in Blaumännern samt farblich passendem Eimer. Eine Fensterputzerkolonne, die kollektiv auf die Pause wartet und später über Traumdeutungen von Walter Benjamin bis Sigmund Freud philosophiert – und damit auch das Stück kommentiert. Das hat hohen Unterhaltungswert. Dem Regisseur gelingen zur Saisoneröffnung im Deutschen Theater poetische Bilder wie das der in einem Spinnenweb in der Luft schwebenden Elfenkönigin Titania.

Außerdem im Spielplan

Mit englischen Übertiteln
von Albert Camus
Kammerspiele
19.30 - 21.45

Frei-Boxen

Penthesilea
nach Heinrich von Kleist
Box
20.00
Mit englischen Übertiteln
von Samuel Beckett
Deutsches Theater
20.00 - 22.20