Nur Nachts

von Sibylle Berg
Video Christoph Menzi
Dramaturgie John von Düffel
Premiere 25. November 2010
Judith HofmannPetra
Peter MoltzenPeter
Natali SeeligGeist Nummer Eins/Einsatzleiter
Christoph FrankenGeist Nummer Zwei
Cornelius BorgolteGeist am Saxophon
Geist Nummer Eins/Einsatzleiter
Geist Nummer Zwei
Cornelius Borgolte
Geist am Saxophon
Berliner Zeitung
Dirk Pilz, 25.11.2010
Toll jedenfalls, dass es noch solch unerschrocken maulende Schimpfdramatik gibt, die der Welt ein derart keckes Stück überlässt, das mutigerweise auf so altmodischen Kram wie Figuren, Szenen oder Poesie verzichtet und statt dessen gemütlich im Wohlstandssofa eines Mittelklassezynismus versinkt, um sich an allen Facetten des früh-, spät- und nach-pubertären Weltekels zu laben. Der Szenenbastler Rafael Sanchez nimmt dies dankbar auf und modelt das Stück zu einem Jugendtheatermusical um, mit viel Sologesang (besonders viel Herbert Grönemeyer), einem Solosaxofonisten (Cornelius Borgolte) und toll ironischem Happy End. Vielen Dank. Toll jedenfalls, dass es noch solch unerschrocken maulende Schimpfdramatik gibt, die der Welt ein derart keckes Stück überlässt, das mutigerweise auf so altmodischen Kram wie Figuren, Szenen oder Poesie verzichtet und statt dessen gemütlich im Wohlstandssofa eines Mittelklassezynismus versinkt, um sich an allen Facetten des früh-, spät- und nach-pubertären Weltekels zu laben. Der Szenenbastler Rafael Sanchez nimmt dies dankbar auf und modelt das Stück zu einem Jugendtheatermusical um, mit viel Sologesang (besonders viel Herbert Grönemeyer), einem Solosaxofonisten (Cornelius Borgolte) und toll ironischem Happy End. Vielen Dank.
Der Tagesspiegel
Christine Wahl, 27.11.2010
Judith Hofmann spielt die Petra (…) mit einem durchaus markanten Witz. Und Peter Moltzen, der hier in Verklemmungschoreografien von fast Marthalerschen Gnaden brillieren darf, sah man lange nicht so gut. In einem Punkt allerdings treffen sich Text und Inszenierung hervorragend: Die Nabelschau des "gepflegten Durchschnitts". Berg beschwört ein ebenso von globaleren Problemen unangekränkeltes Neunziger-Jahre-Gefühl herauf, wie Sanchez poppige Spaßtheater-Mittel. Falls das ein subtiler Fingerzeig gewesen sein sollte, ist er gelungen. Judith Hofmann spielt die Petra (…) mit einem durchaus markanten Witz. Und Peter Moltzen, der hier in Verklemmungschoreografien von fast Marthalerschen Gnaden brillieren darf, sah man lange nicht so gut. In einem Punkt allerdings treffen sich Text und Inszenierung hervorragend: Die Nabelschau des "gepflegten Durchschnitts". Berg beschwört ein ebenso von globaleren Problemen unangekränkeltes Neunziger-Jahre-Gefühl herauf, wie Sanchez poppige Spaßtheater-Mittel. Falls das ein subtiler Fingerzeig gewesen sein sollte, ist er gelungen.
Neues Deutschland
Christoph Funke, 27.11.2010
Furchtbar sind die Weißen ganz und gar nicht, eher übermütige Spieler, die probieren wollen, was man alles so machen kann. Regisseur Rafael Sanchez lässt sie viel machen. Sie dürfen laut sein bis das Trommelfell schmerzt, sie erobern rücksichtslos die völlig kahle, leergeräumte Bühne, bilden Ketten und Kreise, bauen faszinierend vielgestaltige Räume. Vor allem: Alles irgendwie Sangbare ist ihnen untertan, ihre Lieder, naiv und frech, aggressiv und einfühlsam, fallen mit Genuss über das absichtsvoll verwirrte Geschehen her. Sangeslust pur, die Glieder zucken, Ruhe und Übersichtlichkeit braucht es nicht, zum Schauen gibt es ja genug. Nämlich Videos und raffinierte Überblendungen, beleuchtende Ballons mit zauberisch verfremdeten Gesichtern, Schattenbilder, die schnell wieder vergehen (Bühne Simeon Meier).  Kunststücke allenthalben - fast überflüssig zu bemerken, dass diese Gespensterschau virtuos ausgearbeitet ist, überlegt bis ins Detail.
Cornelius Borgolte, verantwortlich für die Musik, hat als Geist am Saxofon den Hexenchor im Griff. Und der nimmt durch eine Fülle ausgeprägter Individualitäten für sich ein, umschifft freundlich den Ernst, die Bosheit, das Grauen. Gerade die Mischung zwischen dem zähnefletschend Geisterhaften und dem übermütigen Humbug macht den Reiz der Aufführung aus.
Furchtbar sind die Weißen ganz und gar nicht, eher übermütige Spieler, die probieren wollen, was man alles so machen kann. Regisseur Rafael Sanchez lässt sie viel machen. Sie dürfen laut sein bis das Trommelfell schmerzt, sie erobern rücksichtslos die völlig kahle, leergeräumte Bühne, bilden Ketten und Kreise, bauen faszinierend vielgestaltige Räume. Vor allem: Alles irgendwie Sangbare ist ihnen untertan, ihre Lieder, naiv und frech, aggressiv und einfühlsam, fallen mit Genuss über das absichtsvoll verwirrte Geschehen her. Sangeslust pur, die Glieder zucken, Ruhe und Übersichtlichkeit braucht es nicht, zum Schauen gibt es ja genug. Nämlich Videos und raffinierte Überblendungen, beleuchtende Ballons mit zauberisch verfremdeten Gesichtern, Schattenbilder, die schnell wieder vergehen (Bühne Simeon Meier).  Kunststücke allenthalben - fast überflüssig zu bemerken, dass diese Gespensterschau virtuos ausgearbeitet ist, überlegt bis ins Detail.
Cornelius Borgolte, verantwortlich für die Musik, hat als Geist am Saxofon den Hexenchor im Griff. Und der nimmt durch eine Fülle ausgeprägter Individualitäten für sich ein, umschifft freundlich den Ernst, die Bosheit, das Grauen. Gerade die Mischung zwischen dem zähnefletschend Geisterhaften und dem übermütigen Humbug macht den Reiz der Aufführung aus.

Außerdem im Spielplan

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Mit englischen Übertiteln
Gastspiel Volkstheater Wien

Gutmenschen

von Yael Ronen und Ensemble
Regie: Yael Ronen
Nachgespräch - Saal
Deutsches Theater
19.30 - 21.00