Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes

von Roland Schimmelpfennig
Kostüme Werner Fritz
Dramaturgie Anika Steinhoff
Deutschsprachige Erstaufführung 19. November 2010
Maren Eggert
Norman Hacker
Ulrich Matthes
Sophie von Kessel
Die Welt
Monika Nellissen und Ulrich Weinzierl, 22.11.2010
Schimmelpfennig ist mit Fug und Recht Deutschlands meistgespielter Dramatiker. Bei ihm halten sich Professionalität und Poesie die Wage. Nur mittels sparsamer Sprache lässt er plastische Figuren entstehen, die befremden, weil sie uns im Grunde sehr nahe sind. Er urteilt nicht, er schaut genau hin: Das ist die Gerechtigkeit des Dichters. Dass er dabei keineswegs einem platten Realismus huldigt, sondern ungemeine kunstfertig schreibt, auch und gerade im musikalischen Sinn, macht seinen hohen Rang aus. Schimmelpfennig ist mit Fug und Recht Deutschlands meistgespielter Dramatiker. Bei ihm halten sich Professionalität und Poesie die Wage. Nur mittels sparsamer Sprache lässt er plastische Figuren entstehen, die befremden, weil sie uns im Grunde sehr nahe sind. Er urteilt nicht, er schaut genau hin: Das ist die Gerechtigkeit des Dichters. Dass er dabei keineswegs einem platten Realismus huldigt, sondern ungemeine kunstfertig schreibt, auch und gerade im musikalischen Sinn, macht seinen hohen Rang aus.
Spiegel online
Werner Theurich, 21.11.2010
Ohne Requisiten, inmitten eines grell ausgeleuchteten, rechteckig gestalteten Guckfenster-Bühnenraums, inszenierte er ein hochartifizielles Ballett. Seine Personen, allesamt verunsichert, steif und vorsichtig, umkreisen sich ständig um ein gedachtes Kraftzentrum in der Bühnenmitte, ziehen sich an, stoßen sich ab wie Magneten, und erzählen allein durch die forcierte Körpersprache, dass sie doch im Grunde alle gleich sind Ohne Requisiten, inmitten eines grell ausgeleuchteten, rechteckig gestalteten Guckfenster-Bühnenraums, inszenierte er ein hochartifizielles Ballett. Seine Personen, allesamt verunsichert, steif und vorsichtig, umkreisen sich ständig um ein gedachtes Kraftzentrum in der Bühnenmitte, ziehen sich an, stoßen sich ab wie Magneten, und erzählen allein durch die forcierte Körpersprache, dass sie doch im Grunde alle gleich sind
Spiegel online
Werner Theurich, 21.11.2010
EinAllstar-Ensemble erleichterte das Berliner Text-Ballett mit darstellerischerGrandezza: Dass Maren Eggert (bravourös als bürgerlich hysterische Liz), UlrichMatthes (gelungen gewundener Frank) Sophie von Kessel (exaltiert genervteCarol) und der sich verbissen betrinkende, von Norman Hacker gespielte Martineinen rasanten, nur 80 Minuten kurzen Abend hinlegen können, hatte ernsthaft wohlniemand bezweifelt. Rauschender Beifall für Schauspieler und Regie. EinAllstar-Ensemble erleichterte das Berliner Text-Ballett mit darstellerischerGrandezza: Dass Maren Eggert (bravourös als bürgerlich hysterische Liz), UlrichMatthes (gelungen gewundener Frank) Sophie von Kessel (exaltiert genervteCarol) und der sich verbissen betrinkende, von Norman Hacker gespielte Martineinen rasanten, nur 80 Minuten kurzen Abend hinlegen können, hatte ernsthaft wohlniemand bezweifelt. Rauschender Beifall für Schauspieler und Regie.
Nürnberger Zeitung
21.11.2010
Doch statt mühsam Sinnfragen zu wälzen, arrangiert Schimmelpfennig Satzfragmente wie musikalische Motive, er lässt sie von seinen vier Figuren sprechen, kommentieren, in unterschiedlichsten Konstellationen wiederholen und schafft so wie nebenbei komplexe Psychogramme. Die beiden abwesenden Kinder der Paare werden durch die weiße Plastikpuppe Peggy Pickit und die schwarze Holzpuppe Abeni, die Carol und Martin als Geschenk mitgebracht haben, symbolisiert. Doch statt mühsam Sinnfragen zu wälzen, arrangiert Schimmelpfennig Satzfragmente wie musikalische Motive, er lässt sie von seinen vier Figuren sprechen, kommentieren, in unterschiedlichsten Konstellationen wiederholen und schafft so wie nebenbei komplexe Psychogramme. Die beiden abwesenden Kinder der Paare werden durch die weiße Plastikpuppe Peggy Pickit und die schwarze Holzpuppe Abeni, die Carol und Martin als Geschenk mitgebracht haben, symbolisiert.
Nürnberger Zeitung
21.11.2010
Schimmelpfennig gelingt mehr als eine schonungslose Analyse von Menschen, die in der Gesellschaft zwischen Aufstiegsorientierung und Selbstverwirklichung den inneren Kompass verloren haben. Hinter dem Sarkasmus, der selbst altruistischen Helfern bloß einen Egotrip unterstellt, lauern Kommunikationsunfähigkeit und Lieblosigkeit. Afrika ist da nicht nur der große, unbegreifbare Kontinent, es wird zum Symbol für die eigene Entfremdung. Schimmelpfennig gelingt mehr als eine schonungslose Analyse von Menschen, die in der Gesellschaft zwischen Aufstiegsorientierung und Selbstverwirklichung den inneren Kompass verloren haben. Hinter dem Sarkasmus, der selbst altruistischen Helfern bloß einen Egotrip unterstellt, lauern Kommunikationsunfähigkeit und Lieblosigkeit. Afrika ist da nicht nur der große, unbegreifbare Kontinent, es wird zum Symbol für die eigene Entfremdung.
Wiener Zeitung
Joachim Lange, 23.11.2010
Es ist virtuos und der Hauptvorzug dieser Produktion, wie von dem exzellenten Protagonisten-Quartett eine Weltenwunde in einen Teil der eigenen Lebens- und Beziehungskrise hineingeschmuggelt wird. Kušej hat den Text aus seiner Mitte heraus inszeniert und ihn 80 Minuten lang in der Balance gehalten - dem Berliner Premierenpublikum gefiel das gut. Es ist virtuos und der Hauptvorzug dieser Produktion, wie von dem exzellenten Protagonisten-Quartett eine Weltenwunde in einen Teil der eigenen Lebens- und Beziehungskrise hineingeschmuggelt wird. Kušej hat den Text aus seiner Mitte heraus inszeniert und ihn 80 Minuten lang in der Balance gehalten - dem Berliner Premierenpublikum gefiel das gut.

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Mit englischen Übertiteln
von Carl Zuckmayer
Regie: Jan Bosse
Deutsches Theater
19.30 - 21.55
Mit englischen Übertiteln
von Thomas Melle
Kammerspiele
20.00 - 22.00