Shakespeare. Spiele für Mörder, Opfer und Sonstige

Regie / Fassung Dimiter Gotscheff
Fassung Ivan Panteleev
Mitarbeit Fabienne Kemmann
Kostüme Jochen Hochfeld
Musikalische Leitung George Donchev
Live-Musik George Donchev, Kalle Kalima, Harri Sjöström, Joe Smith
Gesang Ruth Rosenfeld
Dramaturgie Claus Caesar
Premiere 23. November 2012
Margit Bendokat
Samuel Finzi
Peter Jordan
Wolfram Koch
Ole Lagerpusch
Peter Moltzen
Bettina Tornau
Anita Vulesica
Almut Zilcher
Süddeutsche Zeitung
Peter Laudenbach, 26.11.2012
Die Märchenerzählerin ist Margit Bendokat, die mit rot geschminkten Backen und weißer Pappkrone in schönster Bendokat-Lakonie androht, was uns in den kommenden gut drei Stunden erwartet: "Lasst uns von Gräbern sprechen, Würmern, Grabinschriften. Was bleibt uns mehr, als unsern abgesetzten Körper dem offenen Riss der Erde hinzugeben? Nichts als der Tod ist unser Eigens." [...] Wolfram Koch macht aus dem Intrigen-Dialogen zwischen Jago und Othello eine hinreißend komische Solo-Nummer im schwerelosen Hochpräzisions-Wechsel zwischen dem quirligen Jago und dem schweren Brüter Othello. Meike Droste und Ole Lagerpusch beweisen, dass Ophelia und Hamlet nicht zu helfen ist. Samuel Finzi macht aus Julius Cäsar einen realpolitischen Kaspar und aus Macbeth einen grimassierenden Psychopathen. Zwischendurch krabbelt ein Gorilla über die Bühne, um uns daran zu erinnern, dass Menschen auch nur Tiere sind. In Stillagen zwischen James Blood Ulmer und Peter Brötzmann sorgt eine Freejazz-Band für gute Laune. Die Märchenerzählerin ist Margit Bendokat, die mit rot geschminkten Backen und weißer Pappkrone in schönster Bendokat-Lakonie androht, was uns in den kommenden gut drei Stunden erwartet: "Lasst uns von Gräbern sprechen, Würmern, Grabinschriften. Was bleibt uns mehr, als unsern abgesetzten Körper dem offenen Riss der Erde hinzugeben? Nichts als der Tod ist unser Eigens." [...] Wolfram Koch macht aus dem Intrigen-Dialogen zwischen Jago und Othello eine hinreißend komische Solo-Nummer im schwerelosen Hochpräzisions-Wechsel zwischen dem quirligen Jago und dem schweren Brüter Othello. Meike Droste und Ole Lagerpusch beweisen, dass Ophelia und Hamlet nicht zu helfen ist. Samuel Finzi macht aus Julius Cäsar einen realpolitischen Kaspar und aus Macbeth einen grimassierenden Psychopathen. Zwischendurch krabbelt ein Gorilla über die Bühne, um uns daran zu erinnern, dass Menschen auch nur Tiere sind. In Stillagen zwischen James Blood Ulmer und Peter Brötzmann sorgt eine Freejazz-Band für gute Laune.
Neues Deutschland
Gunnar Decker, 26.11.2012
Es ist die zu immer neuen Höhepunkten getrieben Kunst der Übergänge, der Abbrüche und Niederschläge. Das Zusammenspiel von Samuel Finzi und Wolfram Koch: ein Blick in Beckettsche Gewohnwelten. Margit Bendokat spielt nicht, sie ist das Gespenst aller Könige, die kamen und vergingen. Ein Hauch von Grab und Fasching. Auch die anderen Schauspieler von Meike Droste, Almut Zilcher bis zu Ole Lagerpusch, Peter Jordan und Peter Moltzen zeigen das DT-Ensemble zu einer neuen Ausdrucksstärke gelangt, in der sich Naivität und Intellekt, Körper und Stimme auf hinreißende Art verbinden. [...] Und das bleibt von Gotscheffs 'Shakespeare. Spiele für Mörder, Opfer und Sonstige': Das Blut der Opfer der Geschichte, das sich mit der Tinte derer vermischt, die darüber schreiben, ohne sie je gesehen zu haben. Außer in jenen Träumen von Angst und Rettung, von Schönheit, Schrecken und Untergang, die Shakespeare und Müller aufschrieben. Ein kluger Abend, der all die vorgefertigten Bilder zerspringen lässt. Es ist die zu immer neuen Höhepunkten getrieben Kunst der Übergänge, der Abbrüche und Niederschläge. Das Zusammenspiel von Samuel Finzi und Wolfram Koch: ein Blick in Beckettsche Gewohnwelten. Margit Bendokat spielt nicht, sie ist das Gespenst aller Könige, die kamen und vergingen. Ein Hauch von Grab und Fasching. Auch die anderen Schauspieler von Meike Droste, Almut Zilcher bis zu Ole Lagerpusch, Peter Jordan und Peter Moltzen zeigen das DT-Ensemble zu einer neuen Ausdrucksstärke gelangt, in der sich Naivität und Intellekt, Körper und Stimme auf hinreißende Art verbinden. [...] Und das bleibt von Gotscheffs 'Shakespeare. Spiele für Mörder, Opfer und Sonstige': Das Blut der Opfer der Geschichte, das sich mit der Tinte derer vermischt, die darüber schreiben, ohne sie je gesehen zu haben. Außer in jenen Träumen von Angst und Rettung, von Schönheit, Schrecken und Untergang, die Shakespeare und Müller aufschrieben. Ein kluger Abend, der all die vorgefertigten Bilder zerspringen lässt.

Außerdem im Spielplan

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PREMIERE
nach James Joyce
Anschl. Premierenparty mit 2008daughters - Bar und Foyer Kammerspiele
Deutsches Theater
19.00 - 23.15
nach der Erzählung von Max Frisch
Regie: Frank Abt
Box
19.30 - 20.50
mit englischen Übertiteln
Kammerspiele
20.00 - 21.10