Ismene, Schwester von

Bühne und Kostüme Anne Ehrlich
Dramaturgie John von Düffel
Premiere 21. März 2014
Susanne Wolff
Kulturradio vom rbb
Peter Hans Göpfert, 22.03.2014
Susanne Wolff bringt es, bei aller Wut und dem jahrtausendelangen Frust, den sie herauslässt, immer wieder auch fertig, eine wunderbare Stille um sich zu schaffen. Und dann lässt sie einen sarkastischen Seitenhieb gegen die Schwester los, der sitzt: so als habe Antigone, wie die sich das Leben nahm, doch nur die Mutter nachgemacht. Es funkt in ihren Augen die Schadenfreude, dass sie an keiner der zahlreichen Familien-Beerdigungen teilgenommen, sondern drei Tage lang entspannt geschlafen hat.

Lot Vekemans hat eine kleine nette Fußnote zu Sophokles geschrieben. Susanne Wolff macht daraus große Darstellungskunst.
Susanne Wolff bringt es, bei aller Wut und dem jahrtausendelangen Frust, den sie herauslässt, immer wieder auch fertig, eine wunderbare Stille um sich zu schaffen. Und dann lässt sie einen sarkastischen Seitenhieb gegen die Schwester los, der sitzt: so als habe Antigone, wie die sich das Leben nahm, doch nur die Mutter nachgemacht. Es funkt in ihren Augen die Schadenfreude, dass sie an keiner der zahlreichen Familien-Beerdigungen teilgenommen, sondern drei Tage lang entspannt geschlafen hat.

Lot Vekemans hat eine kleine nette Fußnote zu Sophokles geschrieben. Susanne Wolff macht daraus große Darstellungskunst.
Deutschlandfunk
Eberhard Spreng, 22.03.2014
Ein hartes kaltes Licht fällt auf Susanne Wolff, wenn sie resigniert von einem Leben erzählt, das nicht in seine Epoche passen wollte, blickt provozierend ins Publikum und stellt sich die eher rhetorische Frage, was es wohl noch über die damalige Zeit wissen will. Vekemans lässt sie erzählen von den psychologischen Verstrickungen innerhalb der Familie, holt das Geschehen aus dem Mythos und lässt Ismene Familienerinnerungen erzählen, die heute jeder unmittelbar versteht. Es gelingt ihm dabei jedoch, banale Aktualisierungen zu vermeiden. Ismenes Familiengeschichten sind daher nicht die einer Nachbarin von nebenan, auch wenn diese Figur sich auf der Skala zwischen Mensch und Mythos gerne ganz lebensnah in unserem Alltag wiederfände. Regisseur Stephan Kimmig und Bühnenbildnerin Anne Ehrlich verorten in ihrem Bühnenaufbau den einstündigen Monolog auf einer Passage zwischen zwei Welten. Ein kleiner, schwebender, wunderbar konzentrierter Abend mit einem Blick in die Leiden einer Nebenfigur aus heroischen Zeiten. Ein hartes kaltes Licht fällt auf Susanne Wolff, wenn sie resigniert von einem Leben erzählt, das nicht in seine Epoche passen wollte, blickt provozierend ins Publikum und stellt sich die eher rhetorische Frage, was es wohl noch über die damalige Zeit wissen will. Vekemans lässt sie erzählen von den psychologischen Verstrickungen innerhalb der Familie, holt das Geschehen aus dem Mythos und lässt Ismene Familienerinnerungen erzählen, die heute jeder unmittelbar versteht. Es gelingt ihm dabei jedoch, banale Aktualisierungen zu vermeiden. Ismenes Familiengeschichten sind daher nicht die einer Nachbarin von nebenan, auch wenn diese Figur sich auf der Skala zwischen Mensch und Mythos gerne ganz lebensnah in unserem Alltag wiederfände. Regisseur Stephan Kimmig und Bühnenbildnerin Anne Ehrlich verorten in ihrem Bühnenaufbau den einstündigen Monolog auf einer Passage zwischen zwei Welten. Ein kleiner, schwebender, wunderbar konzentrierter Abend mit einem Blick in die Leiden einer Nebenfigur aus heroischen Zeiten.
Süddeutsche Zeitung
Peter Laudenbach, 25.03.2014
Was die Aufführung (...) so faszinierend macht, ist das ungemein kraftvolle, konzentrierte, bei aller Wucht schön differenzierte, klar gegliederte, nie gefühlsklebrige Spiel von Susanne Wolff. Sie wechselt zwischen herben, rauen Tönen, in denen Hohn und ab und zu für Augenblicke eine trotzige Lebensgier mitschwingen, zu zarten, zerbrechlichen, wehen Momenten. (...)

Wie Susanne Wolff sich auf diese Reise ins Herz der Finsternis begibt, ist (...) absolut zwingend.
Was die Aufführung (...) so faszinierend macht, ist das ungemein kraftvolle, konzentrierte, bei aller Wucht schön differenzierte, klar gegliederte, nie gefühlsklebrige Spiel von Susanne Wolff. Sie wechselt zwischen herben, rauen Tönen, in denen Hohn und ab und zu für Augenblicke eine trotzige Lebensgier mitschwingen, zu zarten, zerbrechlichen, wehen Momenten. (...)

Wie Susanne Wolff sich auf diese Reise ins Herz der Finsternis begibt, ist (...) absolut zwingend.

Außerdem im Spielplan

Junges DT

Space Queers

Infotreffen zur Inszenierung
Ein SciFi-Abenteuer von Paul Spittler und dem Jungen DT
Regie: Paul Spittler
Anmeldung und Info unter jungesdt.de
Saal
18.00
Vorstellung fällt leider aus
nach William Shakespeare
Regie: Bastian Kraft
Zu unserem Bedauern muss die Vorstellung As You Fucking Like It nach William Shakespeare aufgrund einer Erkrankung im Ensemble heute leider ersatzlos entfallen. Bereits gekaufte Karten können innerhalb von 14 Tagen an der Theaterkasse und per E-Mail an service@deutschestheater.de umgetauscht oder zurückgegeben werden.
Kammerspiele
19.30 - 21.10
nach dem Roman von Steven Uhly
Regie: Friederike Drews
Box
20.00 - 21.15
Vorstellung fällt leider aus
von Anton Tschechow in einer Fassung von Timofej Kuljabin und Roman Dolzhanskiy
Regie: Timofej Kuljabin
Zu unserem Bedauern muss die Vorstellung Platonow von Anton Tschechow in einer Fassung von Timofej Kuljabin und Roman Dolzhanskiy aufgrund mehrerer Erkrankungen im Ensemble heute leider ersatzlos entfallen. Bereits gekaufte Karten können innerhalb von 14 Tagen an der Theaterkasse und per E-Mail an service@deutschestheater.de umgetauscht oder zurückgegeben werden.
Deutsches Theater
20.00 - 22.30