100 Sekunden (wofür leben)

Eine Versuchsanordnung
Kostüme Anna Maria Schories
Musik Camill Jammal
Dramaturgie John von Düffel
Uraufführung am 18. Oktober 2015
Michael Goldberg
Camill Jammal
Katharina Matz
Wiebke Mollenhauer
3sat Kulturzeit
Felicitas Twickel, 19.10.2015
"Ein neues Format, häppchenweise. In nur 100 Sekunden große Lebensgeschichten kennenlernen - das ist kein Schonprogramm. Leidenschaftlich gespielt, klug inszeniert. Der Zuschauer wird mitgenommen auf eine existentielle Reise durch das Gewissen. Eine Zumutung, aber eine großartige." "Ein neues Format, häppchenweise. In nur 100 Sekunden große Lebensgeschichten kennenlernen - das ist kein Schonprogramm. Leidenschaftlich gespielt, klug inszeniert. Der Zuschauer wird mitgenommen auf eine existentielle Reise durch das Gewissen. Eine Zumutung, aber eine großartige."
Deutschlandradio Fazit
André Mumot, 19.10.2015
"Rüpings Abend schreitet all diese Preziosen in gemessener Geschwindigkeit ab, mit einer ungewöhnlich sensiblen Menschenliebe, einem Rhythmus, der den behutsam kombinierten Lebensschnipseln, all den großen Pathos- und den kleinen Verzweiflungsgesten ein Höchstmaß an theatraler Würde zugesteht, ohne dabei verkniffen ernst oder gar anklägerisch zu werden.

Mit großer Leichtigkeit gelingt es dem 30-jährigen Rüping, zusammen mit seinem fabelhaft sanften Ensemble, die spirituelle Dimensionen seiner Stoffvielfalt ernst zu nehmen, sie anrührend, aber doch nicht rührselig zu machen – und dabei auch die Art und Weise in Frage zu stellen, wie das Publikum über die eigenen Lebens- und Sterbensperspektiven nachdenkt. Am Ende nämlich steigt es hinauf in die Reihen, blickt auf die Plätze hinab, auf denen es eben noch gesessen hat und auf dem nun traurige Trauerkerzen flackern. Unsere eigenen Geschichten als kleine Flammen, aus einem freundlichen, andächtigen Theaterjenseits aus betrachtet. Ja, so ist der ganze Abend: ein stiller, kluger, kostbarer Triumph."
"Rüpings Abend schreitet all diese Preziosen in gemessener Geschwindigkeit ab, mit einer ungewöhnlich sensiblen Menschenliebe, einem Rhythmus, der den behutsam kombinierten Lebensschnipseln, all den großen Pathos- und den kleinen Verzweiflungsgesten ein Höchstmaß an theatraler Würde zugesteht, ohne dabei verkniffen ernst oder gar anklägerisch zu werden.

Mit großer Leichtigkeit gelingt es dem 30-jährigen Rüping, zusammen mit seinem fabelhaft sanften Ensemble, die spirituelle Dimensionen seiner Stoffvielfalt ernst zu nehmen, sie anrührend, aber doch nicht rührselig zu machen – und dabei auch die Art und Weise in Frage zu stellen, wie das Publikum über die eigenen Lebens- und Sterbensperspektiven nachdenkt. Am Ende nämlich steigt es hinauf in die Reihen, blickt auf die Plätze hinab, auf denen es eben noch gesessen hat und auf dem nun traurige Trauerkerzen flackern. Unsere eigenen Geschichten als kleine Flammen, aus einem freundlichen, andächtigen Theaterjenseits aus betrachtet. Ja, so ist der ganze Abend: ein stiller, kluger, kostbarer Triumph."
spiegelonline.de
Anke Dürr, 19.10.2015
"Rüping benötigt für seine Inszenierung nur vier Schauspieler: Katharina Matz, bei der sich 60 Jahre Bühnenerfahrung und jugendliche Ausstrahlung zu einer einmaligen Präsenz verbinden, die junge, wunderbar klare Wiebke Mollenhauer, Michael Goldberg, der auf ulkiges Overacting spezialisiert ist, aber auch großes Drama kann. Und Camill Jammal, der nicht nur als Musiker und Sänger eine Entdeckung ist. (...) Die Texte wechseln im Ton, mal nüchtern, mal eher märchenhaft wird da ein Leben nach dem anderen verdichtet auf 100 Sekunden, nur selten werden große Dichter zitiert (Schillers Jungfrau von Orléans, Goethes Werther). Das hat schon eine Wucht, und nur das leise Lied, das Mollenhauer und Jammal zwischendurch immer wieder anstimmen, lässt einen ab und zu zum Durchatmen kommen in dieser streng getakteten Hetzjagd des Todes. Und gerade als man denkt, der sonst gern vor Regieeinfällen überbordende Regisseur habe sich diesmal absichtlich beschränkt zugunsten der ernsten, klaren, wenn auch nicht sonderlich originellen Frage nach dem Sinn des Lebens, kommt die ironische Brechung.
Der Vorhang geht auf, und die Schauspieler wandern hinüber in den Zuschauerraum - offenbar das Jenseits, wo sie in Glitzer- und Astro-nautenkostüme steigen und viel vom sorglosen Leben singen, in dem der Tod so gern verdrängt wird: 'Always look on the bright side of life', 'It's a wonderful, wonderful life'."
"Rüping benötigt für seine Inszenierung nur vier Schauspieler: Katharina Matz, bei der sich 60 Jahre Bühnenerfahrung und jugendliche Ausstrahlung zu einer einmaligen Präsenz verbinden, die junge, wunderbar klare Wiebke Mollenhauer, Michael Goldberg, der auf ulkiges Overacting spezialisiert ist, aber auch großes Drama kann. Und Camill Jammal, der nicht nur als Musiker und Sänger eine Entdeckung ist. (...) Die Texte wechseln im Ton, mal nüchtern, mal eher märchenhaft wird da ein Leben nach dem anderen verdichtet auf 100 Sekunden, nur selten werden große Dichter zitiert (Schillers Jungfrau von Orléans, Goethes Werther). Das hat schon eine Wucht, und nur das leise Lied, das Mollenhauer und Jammal zwischendurch immer wieder anstimmen, lässt einen ab und zu zum Durchatmen kommen in dieser streng getakteten Hetzjagd des Todes. Und gerade als man denkt, der sonst gern vor Regieeinfällen überbordende Regisseur habe sich diesmal absichtlich beschränkt zugunsten der ernsten, klaren, wenn auch nicht sonderlich originellen Frage nach dem Sinn des Lebens, kommt die ironische Brechung.
Der Vorhang geht auf, und die Schauspieler wandern hinüber in den Zuschauerraum - offenbar das Jenseits, wo sie in Glitzer- und Astro-nautenkostüme steigen und viel vom sorglosen Leben singen, in dem der Tod so gern verdrängt wird: 'Always look on the bright side of life', 'It's a wonderful, wonderful life'."
Berliner Zeitung
Ulrich Seidler, 20.10.2015
"Gleich 48 Leben hat der junge Christopher Rüping in seinen gut zweistündigen kurzweiligen, konzentrierten, mittelsicheren Erzählabend '100 Sekunden (wofür leben)' gepackt. (...) Selbstmordattentäter geben Selbstverbrennern die Klinke in die Hand; Märtyrer der Pressefreiheit reihen sich an solche der Keuschheit, der Gerechtigkeit, diverser Religionen, Ideologien und Vaterländer; aber auch der Liebeskummerselbstmörder Werther, die in die Tiefen des Weltraums geschossene Hündin Laika oder der von einem Bären gefressene Grizzlyman Timothy Treadwell bekommen ihre kurzen Abtritt-Auftritte." "Gleich 48 Leben hat der junge Christopher Rüping in seinen gut zweistündigen kurzweiligen, konzentrierten, mittelsicheren Erzählabend '100 Sekunden (wofür leben)' gepackt. (...) Selbstmordattentäter geben Selbstverbrennern die Klinke in die Hand; Märtyrer der Pressefreiheit reihen sich an solche der Keuschheit, der Gerechtigkeit, diverser Religionen, Ideologien und Vaterländer; aber auch der Liebeskummerselbstmörder Werther, die in die Tiefen des Weltraums geschossene Hündin Laika oder der von einem Bären gefressene Grizzlyman Timothy Treadwell bekommen ihre kurzen Abtritt-Auftritte."

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Früh-Stücke Extra

Autorentheatertage Berlin 2017
Saal
11.00
mit englischen Übertiteln

WUT

von Elfriede Jelinek
Regie: Martin Laberenz
Kammerspiele
19.30 - 21.50
URAUFFÜHRUNG
Eine Inszenierung des Jungen DT

Die Welt in uns

Eine Stückentwicklung von Turbo Pascal und Berliner Schüler_innen
Regie: Turbo Pascal
Box
20.00 - 21.05
Ausverkauft
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
B-PREMIERE
von Samuel Beckett
Regie: Christian Schwochow
Deutsches Theater
20.00 - 21.30
19.30 Einführung - Saal