Biografie: Ein Spiel

von Max Frisch
Bühne Peter Baur
Dramaturgie Ulrich Beck
Premiere 21. April 2012
Hans LöwHannes Kürmann
Judith HofmannSpielleiterin/Antoinette Stein
Helmut MooshammerSpielleiter
Hannes Kürmann
Spielleiterin/Antoinette Stein
Spielleiter
Berliner Zeitung
Doris Meierhenrich, 23.04.2012
Sein Leben ändern hieße, sich eine andere Intelligenz schaffen. Doch ist es soweit, ist ‚Biografie: Ein Spiel‘ aus. Dennoch ist der Kammer des Deutschen Theaters nun eine sehenswerte Inszenierung der Stückfassung von 84 gelungen. Denn sehr subtil lässt Regisseur Bastian Kraft diese Intelligenzänderung doch mitspielen. Sein Leben ändern hieße, sich eine andere Intelligenz schaffen. Doch ist es soweit, ist ‚Biografie: Ein Spiel‘ aus. Dennoch ist der Kammer des Deutschen Theaters nun eine sehenswerte Inszenierung der Stückfassung von 84 gelungen. Denn sehr subtil lässt Regisseur Bastian Kraft diese Intelligenzänderung doch mitspielen.
Der Tagesspiegel
Andreas Schäfer, 23.04.2012
Mit zarter Melancholie führt Kraft eine elegante Interior-Welt aus der Zeit vor, als Rauchen, Trinken und Sex noch super in Ordnung waren. Und Maren Eggert als unnahbare Antoinette Stein zeigt diesen veredelten Sixties-Stewardess-Glamour tatsächlich wunderbar. Mit zarter Melancholie führt Kraft eine elegante Interior-Welt aus der Zeit vor, als Rauchen, Trinken und Sex noch super in Ordnung waren. Und Maren Eggert als unnahbare Antoinette Stein zeigt diesen veredelten Sixties-Stewardess-Glamour tatsächlich wunderbar.
Neues Deutschland
Hans Dieter Schütt, 23.04.2012
Hans Löw, der die schmierigen Elegiker .so großartig spielen kann wie die traurig Durchtriebenen, ist dieser Kürmann. Man weiß früh: Hier steigt einer gerne ins Spiel, weil er sich von vornherein als Sieger bestimmt. Löw parliert mit beinah tänzerischer Arroganz, um mit leichtathletischer Noblesse die Weichen seiner Vergangenheit in ein genehmeres Morgen zu stellen. Verliert sich aber zunehmend nervöser, bebender an die Unabänderlichkeiten. Toll selbstsicheres Ausrollen des Egoteppichs, um patschig ins Stolpern zu kommen. Maren Eggert als Frau, die hinausgelebt werden soll aus dieser Ehe, geht den umgekehrten Weg: eine Fremdbestimmte, die am Spiel-Schluss jene Freiheitsentscheidung trifft, vor der Löws Kürmann so aufgeladen einknickte. Helmut Mooshammer vervollständigt das Trio: ein hauchfein diabolischer Spielleiter, der mit zynischem Witz alle Hybris kommentiert, sich in der eigenen Biografie frei bewegen zu wollen. Weil das nicht geht, erzählt Frischs Stück auch von den Mühen, dem Leben, so wie es lief, einen Sinn anzudichten, den es nie hatte. Hans Löw, der die schmierigen Elegiker .so großartig spielen kann wie die traurig Durchtriebenen, ist dieser Kürmann. Man weiß früh: Hier steigt einer gerne ins Spiel, weil er sich von vornherein als Sieger bestimmt. Löw parliert mit beinah tänzerischer Arroganz, um mit leichtathletischer Noblesse die Weichen seiner Vergangenheit in ein genehmeres Morgen zu stellen. Verliert sich aber zunehmend nervöser, bebender an die Unabänderlichkeiten. Toll selbstsicheres Ausrollen des Egoteppichs, um patschig ins Stolpern zu kommen. Maren Eggert als Frau, die hinausgelebt werden soll aus dieser Ehe, geht den umgekehrten Weg: eine Fremdbestimmte, die am Spiel-Schluss jene Freiheitsentscheidung trifft, vor der Löws Kürmann so aufgeladen einknickte. Helmut Mooshammer vervollständigt das Trio: ein hauchfein diabolischer Spielleiter, der mit zynischem Witz alle Hybris kommentiert, sich in der eigenen Biografie frei bewegen zu wollen. Weil das nicht geht, erzählt Frischs Stück auch von den Mühen, dem Leben, so wie es lief, einen Sinn anzudichten, den es nie hatte.

Außerdem im Spielplan

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