Capitalista, Baby!

nach The Fountainhead von Ayn Rand
Uraufführung 11. September 2011
Daniel HoevelsHoward Roark
Natali SeeligDominique Francon
Jörg PoseGail Wynand
Matthias NeukirchEllsworth Toohey
Felix GoeserPeter Keating
Jürgen KuttnerAlvah Scarrett
Howard Roark
Dominique Francon
Gail Wynand
Ellsworth Toohey
Peter Keating
Alvah Scarrett
nachtkritik.de
Dirk Pilz, 11.09.2011
Der Einzelne ist alles, die Gemeinschaft ist nichts. Glauben Sie das? Eben. Aber Daniel Hoevels spricht es – in gleisnerisches Messiaslicht getaucht, die Augen scharf gestellt, die Gesten weltumfassend – derart im Verführerhochton, dass er uns just dies glauben machen möchte, was in der Logik dieser Inszenierung für den Zuschauer bedeutet, sich in Denken zu üben, nämlich lieb gewonnene Selbstverständlichkeiten, ungeprüfte Voraussetzungen in Zweifel zu setzen und also wider jenen ideologischen Stachel zu löcken, der in aller Denkselbstzufriedenheit nistet. Das ist ja die Freiheit (und Gefährlichkeit) des Denkens, gleichsam gegen sich selbst auch dort noch Alternativen als möglich zu erachten, wo einem alles unverrückbar scheint.
Insofern ist dieser von Tom Kühnel und Jürgen Kuttner zu verantwortende Abend eine hervorragende Sache. Er will uns aus den Sofaecken der Geistesgemütlichkeit locken, setzt uns zur Prüfung vor, was wir uns längst abtrainiert haben, in Frage zu stellen.
Der Einzelne ist alles, die Gemeinschaft ist nichts. Glauben Sie das? Eben. Aber Daniel Hoevels spricht es – in gleisnerisches Messiaslicht getaucht, die Augen scharf gestellt, die Gesten weltumfassend – derart im Verführerhochton, dass er uns just dies glauben machen möchte, was in der Logik dieser Inszenierung für den Zuschauer bedeutet, sich in Denken zu üben, nämlich lieb gewonnene Selbstverständlichkeiten, ungeprüfte Voraussetzungen in Zweifel zu setzen und also wider jenen ideologischen Stachel zu löcken, der in aller Denkselbstzufriedenheit nistet. Das ist ja die Freiheit (und Gefährlichkeit) des Denkens, gleichsam gegen sich selbst auch dort noch Alternativen als möglich zu erachten, wo einem alles unverrückbar scheint.
Insofern ist dieser von Tom Kühnel und Jürgen Kuttner zu verantwortende Abend eine hervorragende Sache. Er will uns aus den Sofaecken der Geistesgemütlichkeit locken, setzt uns zur Prüfung vor, was wir uns längst abtrainiert haben, in Frage zu stellen.
Frankfurter Rundschau
Ulrich Seidler, 11.09.2011
Die Idee − Kapitalismuskritik durch aggressive Affirmation − ist großartig, der Stoff und die Schöpferin sind bizarr.
Neues Deutschland
Martin Hatzius, 14.09.2011
Der Regisseur wuselt schauspielend über die Bühne – als Redaktionsleiter der meinungsbildenden „Post“, als schmieriger Bankdirektor, als sensationsgieriger Showman, überaus komisch: als Ayn Rand im schwarzen Witwenkleid […].
Kuttner und Kühnel ist es nach ihrer Hacks-Bearbeitung mit „Capitalista, Baby!“ erneut gelungen, das ungeklärte Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft auf der Bühne nach den Vorgaben eines Kunstwerks sinnenfreudig durchzuspielen – diesmal von der anderen ideologischen Seite aus – aber ebenso sehenswert.
Der Regisseur wuselt schauspielend über die Bühne – als Redaktionsleiter der meinungsbildenden „Post“, als schmieriger Bankdirektor, als sensationsgieriger Showman, überaus komisch: als Ayn Rand im schwarzen Witwenkleid […].
Kuttner und Kühnel ist es nach ihrer Hacks-Bearbeitung mit „Capitalista, Baby!“ erneut gelungen, das ungeklärte Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft auf der Bühne nach den Vorgaben eines Kunstwerks sinnenfreudig durchzuspielen – diesmal von der anderen ideologischen Seite aus – aber ebenso sehenswert.

Außerdem im Spielplan

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60 Jahre Antikriegstag

Die Zukunft im Beifall der Bomben

"Septembren" von Philippe Malone
Mit Corinna Harfouch, Kathleen Morgeneyer, Hannes Gwisdek (Sound), Helge Leiberg (Live-Malerei)
Deutsches Theater
19.30
Eintritt frei