Don Carlos

von Friedrich Schiller
Bühne Katja Haß
Kostüme Anja Rabes
Dramaturgie John von Düffel
Premiere 30. April 2015
Ulrich MatthesKönig Philipp
Katrin WichmannElisabeth
Alexander KhuonDon Carlos
Andreas DöhlerMarquis von Posa
Kathleen MorgeneyerPrinzessin Eboli
Henning VogtHerzog Alba
Jürgen HuthDomingo
Barbara SchnitzlerGroßinquisitor
König Philipp
Elisabeth
Don Carlos
Marquis von Posa
Prinzessin Eboli
Herzog Alba
Domingo
Großinquisitor
tip
Peter Laudenbach, 21.05.2015
Die Machtintrigen der zynismusgestählten Politik-Funktionäre mit eisernem Lächerln (großartig Barbara Schnitzler als Großinquisitor, eine Domina der katholischen Konterrevolution) können es jederzeit mit dem Washington von "House of Cards" aufnehmen, samt Schillers Reflektionen über das Wesen politischer Macht. Auch die Kurzschlüsse zwischen illegitimem erotischen Begehren (...) und Politik funktionieren in Kimmigs straffer und spannender Inszenierung mit der Raffinesse einer sehr clever gebauten TV-Serie. (...)
Kimmig untersucht mit Schiller unsere barbarische Vergangenheit - und schließt sie beunruhigend mit einer modernen Polit-Business-Welt zusammen, in der Macht kühl verwaltet wird.
Die Machtintrigen der zynismusgestählten Politik-Funktionäre mit eisernem Lächerln (großartig Barbara Schnitzler als Großinquisitor, eine Domina der katholischen Konterrevolution) können es jederzeit mit dem Washington von "House of Cards" aufnehmen, samt Schillers Reflektionen über das Wesen politischer Macht. Auch die Kurzschlüsse zwischen illegitimem erotischen Begehren (...) und Politik funktionieren in Kimmigs straffer und spannender Inszenierung mit der Raffinesse einer sehr clever gebauten TV-Serie. (...)
Kimmig untersucht mit Schiller unsere barbarische Vergangenheit - und schließt sie beunruhigend mit einer modernen Polit-Business-Welt zusammen, in der Macht kühl verwaltet wird.
zitty
Tom Mustroph, 14.05.2015
Ein exzellentes Ensemble zelebriert das Staatskunstdrama aus Schillers Feder in sehr heutigem Gewand. Angeführt von Ulrich Matthes als kurz dem kühlen Machtgebaren entfliehen wollender Monarch Philipp und Alexander Khuon als titel­gebendem Prinzen, den er mal nicht als vor Zweifel und Schwäche schwankend, sondern als vor Leidenschaft und Tatkraft strotzend interpretiert. (...)
Das wegen der "Geben Sie Gedankenfreiheit, Sire"-Rede des vorrevolutionären Marquis Posa oft als Sturm-und-Drang-Stück inszenierte Drama gefriert in dieser ganz zu Recht zukunftsskeptischen Inszenierung von Stephan Kimmig auf den kalten Nullpunkt des Machthandwerks herunter. Begeisternd ist dabei der Temperatur­sturz aus den lichten Höhen von Idealismus und fehlerhaft projizierter Liebe.
Ein exzellentes Ensemble zelebriert das Staatskunstdrama aus Schillers Feder in sehr heutigem Gewand. Angeführt von Ulrich Matthes als kurz dem kühlen Machtgebaren entfliehen wollender Monarch Philipp und Alexander Khuon als titel­gebendem Prinzen, den er mal nicht als vor Zweifel und Schwäche schwankend, sondern als vor Leidenschaft und Tatkraft strotzend interpretiert. (...)
Das wegen der "Geben Sie Gedankenfreiheit, Sire"-Rede des vorrevolutionären Marquis Posa oft als Sturm-und-Drang-Stück inszenierte Drama gefriert in dieser ganz zu Recht zukunftsskeptischen Inszenierung von Stephan Kimmig auf den kalten Nullpunkt des Machthandwerks herunter. Begeisternd ist dabei der Temperatur­sturz aus den lichten Höhen von Idealismus und fehlerhaft projizierter Liebe.
Berliner Zeitung
Ulrich Seidler, 02.05.2015
Was für ein nervenzerfetzendes und herzrhythmushetzendes Mitdenkabenteuer! Mit so gut wie nichts als Schauspielern, die dürfen, was sie können, sagen, was sie meinen und wissen, was sie tun. Und die uns damit ihre Freiheit im Spiel und unsere Unfreiheit im Leben vorführen. Was für ein nervenzerfetzendes und herzrhythmushetzendes Mitdenkabenteuer! Mit so gut wie nichts als Schauspielern, die dürfen, was sie können, sagen, was sie meinen und wissen, was sie tun. Und die uns damit ihre Freiheit im Spiel und unsere Unfreiheit im Leben vorführen.
Die Welt
Reinhard Wengierek, 04.05.2015
Kimmig vermochte wie sonst wohl noch nie, das berühmte Diktum des Ur-Großkritikers Alfred Kerr zu erfüllen: nämlich die Klassik-Wortoper "auf Gesprächston" zu bringen. Die Monologe des übermüdeten, einsamkeitskranken Philipp (Ulrich Matthes) oder naiv-jungenhaften Carlos (Alexander Khuon), der verklemmt wütenden Eboli (Kathleen Morgeneyer) und verkrampft beherrschten Elisabeth (Katrin Wichmann) – sie alle sind herzzerreißend in ihrem Chaos aus Wahn, Trotz, Aufruhr, Schmerz, Verzweiflung und Verlorenheit. Und in der Mitte: Andreas Döhlers Posa: Kerlig, sarkastisch, witzig; verwegener Himmelsstürmer, politisch kluger Pragmatiker, zarter Seelenversteher – ziemlich moderne Figur. Unvergesslich sein verrückt verzückter Freiheitstanz mit Elisabeth.
Ja, alle hier reiben sich, jeder auf seine Art, die Herzen blutig in ihrem Unerfülltsein, ihren Sehnsüchten, fatalen Irrtümern, ihren Sturheiten. Tolles Menschentheater, gemacht aus toller Redekunst: Explosiv, hitzig oder streng, ausgekühlt – dabei stets greifend ins Universelle. Und die scharfen Dialoge entfesselt Kimmig zu packenden, zum Teil gar schwer handgreiflichen Redeschlachten.
Kimmig vermochte wie sonst wohl noch nie, das berühmte Diktum des Ur-Großkritikers Alfred Kerr zu erfüllen: nämlich die Klassik-Wortoper "auf Gesprächston" zu bringen. Die Monologe des übermüdeten, einsamkeitskranken Philipp (Ulrich Matthes) oder naiv-jungenhaften Carlos (Alexander Khuon), der verklemmt wütenden Eboli (Kathleen Morgeneyer) und verkrampft beherrschten Elisabeth (Katrin Wichmann) – sie alle sind herzzerreißend in ihrem Chaos aus Wahn, Trotz, Aufruhr, Schmerz, Verzweiflung und Verlorenheit. Und in der Mitte: Andreas Döhlers Posa: Kerlig, sarkastisch, witzig; verwegener Himmelsstürmer, politisch kluger Pragmatiker, zarter Seelenversteher – ziemlich moderne Figur. Unvergesslich sein verrückt verzückter Freiheitstanz mit Elisabeth.
Ja, alle hier reiben sich, jeder auf seine Art, die Herzen blutig in ihrem Unerfülltsein, ihren Sehnsüchten, fatalen Irrtümern, ihren Sturheiten. Tolles Menschentheater, gemacht aus toller Redekunst: Explosiv, hitzig oder streng, ausgekühlt – dabei stets greifend ins Universelle. Und die scharfen Dialoge entfesselt Kimmig zu packenden, zum Teil gar schwer handgreiflichen Redeschlachten.

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von Arthur Miller
Regie: Bastian Kraft
Deutsches Theater
19.30 - 21.05
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Regie: Martin Laberenz
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20.00 - 22.25