Gaia googelt nicht

Kostüme Henrike Huppertsberg
Musik Marcel Braun, Björn Mauder
Uraufführung
9. Juni 2021
Open Air // Innenhof

Harald Baumgartner
Maren Eggert
Sarah Maria Grünig
Lorena Handschin
Lisa Hrdina
Alexander Khuon
Deutschlandfunk Kultur
Peter Claus, 09.06.2021
"Gaia googelt nicht" ist eine Attacke auf uns, auf die bürgerliche Gesellschaft, die wir alles Materielle und Nicht-Materielle als gegeben hinnehmen und nicht infrage stellen und vor allem uns selbst in dieser Welt nicht infrage stellen. Philosophisch höchst spannend. "Gaia googelt nicht" ist eine Attacke auf uns, auf die bürgerliche Gesellschaft, die wir alles Materielle und Nicht-Materielle als gegeben hinnehmen und nicht infrage stellen und vor allem uns selbst in dieser Welt nicht infrage stellen. Philosophisch höchst spannend.
nachtkritik.de
Stephanie Drees, 09.06.2021
Diese Truppe. Alle machen ihren Job mit größter Spiellust, nicht nur die geilen Böcke haben richtig Bock. Selbst der personifizierte Mythos aus der Mülltonne, im Stück die Figur "kursiv", auf der Bühne ein Conférencier mit Vokuhila und verwehtem 80er-Jahre-Charme, wird von Harald Baumgartner voller schillernd-abgehalfterter Lakonie gespielt.
Um Ober-Göttin Gaia herum, die Maren Eggert zwischen diszipliniert-alleinerziehender Mutter, beherrschter Gouvernante und stressverfressener Firmen-Managerin hochdreht, schwirrt eine Handvoll Wesen. Die lieben Nachkommen, allen voran die herzerwärmende Sonne (Sarah Grünig), Selene, der personifizierte, selbstoptimiert-verspannte Mond (Elena Riccardi) und Kronos (Alexander Khuon), der sich zumindest in der ersten Hälfte der Inszenierung im wahrsten Sinne im Hintergrund hält. Was verständlich ist, denn mit voranschreitender Mythen-Entschachtelung wird klar: An Kronos' Stelle hätte man sich vielleicht auch dezent versteckt, da lauern Mommy-Issues, die hinsichtlich inzestuöser Verstrickungen Altmeister Freud wohl Verzückungstränen in die Augen getrieben hätten.
Dann ist da noch Uranos, mit dem Gaia eine ihrer bemerkenswertesten Lebensgeschichten erlebt. Mit diesem ihrer Nachkommen soll der Phallus in die Welt kommen. Den hat Gaia mehr oder weniger aus Versehen geschöpft – und, was soll man sagen: Auch wenn Uranos, mit großer komödiantischer Verve von Lisa Hrdina gespielt, schlussendlich seines Liebesstabes beraubt wird (Conférencier: "Es fliegt, das Glied"), die geschlechtliche Fortpflanzung ist nun in der Welt. Wer den Samen hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Diese Truppe. Alle machen ihren Job mit größter Spiellust, nicht nur die geilen Böcke haben richtig Bock. Selbst der personifizierte Mythos aus der Mülltonne, im Stück die Figur "kursiv", auf der Bühne ein Conférencier mit Vokuhila und verwehtem 80er-Jahre-Charme, wird von Harald Baumgartner voller schillernd-abgehalfterter Lakonie gespielt.
Um Ober-Göttin Gaia herum, die Maren Eggert zwischen diszipliniert-alleinerziehender Mutter, beherrschter Gouvernante und stressverfressener Firmen-Managerin hochdreht, schwirrt eine Handvoll Wesen. Die lieben Nachkommen, allen voran die herzerwärmende Sonne (Sarah Grünig), Selene, der personifizierte, selbstoptimiert-verspannte Mond (Elena Riccardi) und Kronos (Alexander Khuon), der sich zumindest in der ersten Hälfte der Inszenierung im wahrsten Sinne im Hintergrund hält. Was verständlich ist, denn mit voranschreitender Mythen-Entschachtelung wird klar: An Kronos' Stelle hätte man sich vielleicht auch dezent versteckt, da lauern Mommy-Issues, die hinsichtlich inzestuöser Verstrickungen Altmeister Freud wohl Verzückungstränen in die Augen getrieben hätten.
Dann ist da noch Uranos, mit dem Gaia eine ihrer bemerkenswertesten Lebensgeschichten erlebt. Mit diesem ihrer Nachkommen soll der Phallus in die Welt kommen. Den hat Gaia mehr oder weniger aus Versehen geschöpft – und, was soll man sagen: Auch wenn Uranos, mit großer komödiantischer Verve von Lisa Hrdina gespielt, schlussendlich seines Liebesstabes beraubt wird (Conférencier: "Es fliegt, das Glied"), die geschlechtliche Fortpflanzung ist nun in der Welt. Wer den Samen hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Die Deutsche Bühne
Barbara Behrendt, 10.06.2021
Mit der Göttin im Zentrum hat Stuhler eine feministische Umdeutung der christlichen Schöpfungsgeschichte probiert: Aller Anfang ist weiblich. Deshalb heißt es auch „die Anfang“, „die Punkt“, „die Himmel“ und „die Pickel“ – wenn schon, denn schon. Einziges nicht-weibliches Wesen ist der personifizierte Mythos, der hier als Erzähler fungiert.

[... ]
Beide [Maren Eggert und Alexander Khuon] wissen, wie Komödie funktioniert: in dem man die Pointen mit völligem Ernst spielt. Eggert schießt sie nonchalant mit einem Achselzucken heraus – Khuon ist mit seinem todernsten Verzweiflungsslapstick ohnehin der begabteste Komiker des Ensembles.
Mit der Göttin im Zentrum hat Stuhler eine feministische Umdeutung der christlichen Schöpfungsgeschichte probiert: Aller Anfang ist weiblich. Deshalb heißt es auch „die Anfang“, „die Punkt“, „die Himmel“ und „die Pickel“ – wenn schon, denn schon. Einziges nicht-weibliches Wesen ist der personifizierte Mythos, der hier als Erzähler fungiert.

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Beide [Maren Eggert und Alexander Khuon] wissen, wie Komödie funktioniert: in dem man die Pointen mit völligem Ernst spielt. Eggert schießt sie nonchalant mit einem Achselzucken heraus – Khuon ist mit seinem todernsten Verzweiflungsslapstick ohnehin der begabteste Komiker des Ensembles.
rbbKultur
Barbara Behrendt, 10.06.2021
Das Deutsche Theater Berlin, das ist das einzige der großen Häuser in Berlin, bei dem seit neustem richtige Open-Air-Premieren gespielt werden.

[...]
Der Anfang ist weiblich, deswegen heißt es bei Nele Stuhler auch nicht der Anfang, sondern die Anfang.
Das Deutsche Theater Berlin, das ist das einzige der großen Häuser in Berlin, bei dem seit neustem richtige Open-Air-Premieren gespielt werden.

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Der Anfang ist weiblich, deswegen heißt es bei Nele Stuhler auch nicht der Anfang, sondern die Anfang.

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Vorstellung fällt leider aus
nach Fjodor Dostojewskij
Regie: Sebastian Hartmann

Aufgrund einer Erkrankung im Ensemble muss die Premiere Der Idiot nach Fjodor Dostojewskij in der Regie von Sebastian Hartmann auf Mittwoch, den 3. November um 19.30 Uhr verschoben werden. Bereits erworbene Premierentickets behalten ihre Gültigkeit für den neuen Premierentermin am 3. November oder werden innerhalb von 14 Tagen an der Theaterkasse umgetauscht oder zurückgenommen. Wenden Sie sich hierzu bitte entweder per Mail unter der Angabe Ihrer IBAN an service@deutschestheater.de oder telefonisch an die Theaterkasse unter +49 30 28441-225.
Deutsches Theater
Mit englischen Übertiteln
von Bastian Kraft und Ensemble nach Hans Christian Andersen
Kammerspiele
20.30 - 22.20