Goodyear

von René Pollesch
Kostüme Tabea Braun
Dramaturgie Bernd Isele
Uraufführung
26. Mai 2021
Deutsches Theater
Christine Groß
Astrid Meyerfeldt
Jeremy Mockridge
Sophie Rois
Katrin Wichmann
Der Tagesspiegek
Christine Wahl, 27.05.2021
Sophie Rois schlägt unter kunstvoller Einhaltung der Distanzregel wiederholt ihren Kollegen Jeremy Mockridge zu Boden, der den unfreien Fall seinerseits durchaus zu genießen scheint. Katrin Wichmann lässt sich als Cheerleader Girl sogar zu einem übermütigen Radschlag hinreißen, und Astrid Meyerfeldt spuckt noch Minuten nach dem ultimativen Highlight der Szene, einem Rois’schen Tortenwurf ins Mockridge-Gesicht, frohgemut Kunstzähne auf den Bühnenboden.
[...]
Von Krise und Entschleunigung also keine Spur auf der Bühne. Zelebriert wird, im Gegenteil, vor einem von Barbara Steiner kreierten KitschSchäfchenwolkenvorhang in vollen Zügen das Leben und irgendwo auch das zugehörige Sterben auf der Überholspur.
Sophie Rois schlägt unter kunstvoller Einhaltung der Distanzregel wiederholt ihren Kollegen Jeremy Mockridge zu Boden, der den unfreien Fall seinerseits durchaus zu genießen scheint. Katrin Wichmann lässt sich als Cheerleader Girl sogar zu einem übermütigen Radschlag hinreißen, und Astrid Meyerfeldt spuckt noch Minuten nach dem ultimativen Highlight der Szene, einem Rois’schen Tortenwurf ins Mockridge-Gesicht, frohgemut Kunstzähne auf den Bühnenboden.
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Von Krise und Entschleunigung also keine Spur auf der Bühne. Zelebriert wird, im Gegenteil, vor einem von Barbara Steiner kreierten KitschSchäfchenwolkenvorhang in vollen Zügen das Leben und irgendwo auch das zugehörige Sterben auf der Überholspur.
nachtkritik.de
Katrin Ullmann, 27.05.2021
Es ist ein Abend, an dem sie [die Schauspieler:innen] zweifeln, sich sinnfreie Serienplots ausdenken, über Kopulation, Kaufhausdetektive und die Inkonsistenz des anderen diskutieren, an dem sie herrlich ironisch Schauspieler- und Regieklischees am Filmset abbilden. Ein Abend, in dem sie mit einem Klappstuhl einen kleinen Slapstick hinlegen, im wie Lavasand glitzerndern Bühnenbildboden zu verschwinden versuchen und in dem ein riesiger, ferngesteuerter Damenpumps zum Rennauto wird (Bühnenbild: Barbara Steiner). Da wird Viscontis "Bellissima" zitiert und auch mal Westernmusik eingespielt, da wird sich lauthals in Selbstzweifeln gesuhlt, über Star-Allüren gespöttelt, nur ein wenig gebrüllt und auch ein bisschen geraucht. Es ist ein Abend, an dem sie [die Schauspieler:innen] zweifeln, sich sinnfreie Serienplots ausdenken, über Kopulation, Kaufhausdetektive und die Inkonsistenz des anderen diskutieren, an dem sie herrlich ironisch Schauspieler- und Regieklischees am Filmset abbilden. Ein Abend, in dem sie mit einem Klappstuhl einen kleinen Slapstick hinlegen, im wie Lavasand glitzerndern Bühnenbildboden zu verschwinden versuchen und in dem ein riesiger, ferngesteuerter Damenpumps zum Rennauto wird (Bühnenbild: Barbara Steiner). Da wird Viscontis "Bellissima" zitiert und auch mal Westernmusik eingespielt, da wird sich lauthals in Selbstzweifeln gesuhlt, über Star-Allüren gespöttelt, nur ein wenig gebrüllt und auch ein bisschen geraucht.
RBB Kulturradio
Cora Knoblauch, 27.05.2021
Da ist er endlich wieder, der René-Pollesch-typische Schlagabtausch von Schauspieler*innen, die Schauspieler*innen spielen, die über die Sinnhaftigkeit des Schauspiels grübeln.
[...]
Das Publikum im Deutschen Theater ist dankbar für jeden Wortwitz, die fünf Schauspieler*innen genießen sichtlich das Spiel vor Publikum. Sophie Rois dreht voll auf, um im Rennfahrer-Jargon zu bleiben, ihre Verrenkungen und Wortkaskaden bringen nicht nur das Publikum, sondern auch ihre Kollegen auf der Bühne zum Lachen.

Da ist er endlich wieder, der René-Pollesch-typische Schlagabtausch von Schauspieler*innen, die Schauspieler*innen spielen, die über die Sinnhaftigkeit des Schauspiels grübeln.
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Das Publikum im Deutschen Theater ist dankbar für jeden Wortwitz, die fünf Schauspieler*innen genießen sichtlich das Spiel vor Publikum. Sophie Rois dreht voll auf, um im Rennfahrer-Jargon zu bleiben, ihre Verrenkungen und Wortkaskaden bringen nicht nur das Publikum, sondern auch ihre Kollegen auf der Bühne zum Lachen.

Süddeutsche Zeitung
Peter Laudenbach, 27.05.2021
Die Frage, wie man nach den endlosen Lockdown-Monaten zum ersten Mal seit langer Zeit wieder eine richtige Theaterbühne betritt, ohne dass es peinlich bedeutungsschwer wird, aber auch ohne so zu tun, als sei das keine große Sache, beantwortet René Pollesch am Deutschen Theater Berlin gewohnt lässig und mindestens doppelbödig.
Die Frage, wie man nach den endlosen Lockdown-Monaten zum ersten Mal seit langer Zeit wieder eine richtige Theaterbühne betritt, ohne dass es peinlich bedeutungsschwer wird, aber auch ohne so zu tun, als sei das keine große Sache, beantwortet René Pollesch am Deutschen Theater Berlin gewohnt lässig und mindestens doppelbödig.

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Regie: Jan Bosse
Open Air // Vorplatz
20.00 - 21.45