jedermann (stirbt)

Bühne / Kostüme Janja Valjarević
Musik Nika Pasuri
Licht Kristina Jedelsky
Premiere
1. März 2020
Kammerspiele
Jörg Posejedermann
Lorena Handschinjedermanns frau, jedermanns mutter
Natali Seeligbuhlschaft tod, mammon, gute werke
Paul Grilldie (teuflisch) gute Gesellschaft, dicker vetter
Niklas Wetzelarmer nachbar gott, dünner vetter
Lukas Enno Growe (Kontrabass)Live-Musik
Daniel Casimir (Posaune)Live-Musik
Gerhard Gschlößl (Posaune)Live-Musik
Samuel Dunscombe (Klarinette)Live-Musik
jedermann
jedermanns frau, jedermanns mutter
buhlschaft tod, mammon, gute werke
die (teuflisch) gute Gesellschaft, dicker vetter
armer nachbar gott, dünner vetter
Lukas Enno Growe (Kontrabass), Daniel Casimir (Posaune), Gerhard Gschlößl (Posaune), Samuel Dunscombe (Klarinette)
Live-Musik
rbbKultur
Barbara Behrendt, 02.03.2020
Er [Data Tavadze] setzt weniger auf diese heutige Kritik an den Börsenspekulanten, sondern auf das Überzeitliche der Parabel, also das Stück selbst ist eingebettet in eine Vorrede, in der es heißt, dass hier das alte Märchen im neuen Kleid von Mund zu Mund auf modrigen Zungen weitergegeben wird und Data Tavadze lässt diese Vorrede mit langen Pausen eindringlich sprechen.

[…]
Wir schauen jemandem beim Sterben zu, der ganz plötzlich vom Tod getroffen wird. […] Ich fand diese zurückhaltende Gesamtkomposition – also den Mut zur Stille, zur Ernsthaftigkeit, auch ironiefrei über Sterblichkeit, über Lebenssinn nachzudenken eigentlich absolut angenehm und im deutschen Theater auch eher ungewöhnlich und zeitweise auch wirklich berührend.
Er [Data Tavadze] setzt weniger auf diese heutige Kritik an den Börsenspekulanten, sondern auf das Überzeitliche der Parabel, also das Stück selbst ist eingebettet in eine Vorrede, in der es heißt, dass hier das alte Märchen im neuen Kleid von Mund zu Mund auf modrigen Zungen weitergegeben wird und Data Tavadze lässt diese Vorrede mit langen Pausen eindringlich sprechen.

[…]
Wir schauen jemandem beim Sterben zu, der ganz plötzlich vom Tod getroffen wird. […] Ich fand diese zurückhaltende Gesamtkomposition – also den Mut zur Stille, zur Ernsthaftigkeit, auch ironiefrei über Sterblichkeit, über Lebenssinn nachzudenken eigentlich absolut angenehm und im deutschen Theater auch eher ungewöhnlich und zeitweise auch wirklich berührend.
Inforadio
Ute Büsing, 02.03.2020
Jörg Pose gibt einen bewusst deklamierenden Jedermann im dreiteiligen Anzug, der aus seinen Machenschaften um Geld und Macht kein Hehl macht. Aber er tänzelt auch, wie mit angezogener Handbremse, verunsichert durch sein Gartenreich, von dem die Unruhen und die Unkultur draußen vor der Tür ausgesperrt bleiben.
[...]
Zunehmend wird das Schauspiel zum Totentanz. Kontrabass, Posaune und Klarinette mischen sich mit immer mehr Dissonanzen ein, am sandigen Boden umschlingen die Musiker die Schauspieler. Die Party ist vorbei – und Data Tavadze vom Royal District Theater in Tiflis lässt mit seiner DT-Inszenierung wenig Zweifel daran, dass es unsere große Sause ist, die hier auf der Bühne ihr stilisiertes Ende findet. Formstreng und überzeugend.
Jörg Pose gibt einen bewusst deklamierenden Jedermann im dreiteiligen Anzug, der aus seinen Machenschaften um Geld und Macht kein Hehl macht. Aber er tänzelt auch, wie mit angezogener Handbremse, verunsichert durch sein Gartenreich, von dem die Unruhen und die Unkultur draußen vor der Tür ausgesperrt bleiben.
[...]
Zunehmend wird das Schauspiel zum Totentanz. Kontrabass, Posaune und Klarinette mischen sich mit immer mehr Dissonanzen ein, am sandigen Boden umschlingen die Musiker die Schauspieler. Die Party ist vorbei – und Data Tavadze vom Royal District Theater in Tiflis lässt mit seiner DT-Inszenierung wenig Zweifel daran, dass es unsere große Sause ist, die hier auf der Bühne ihr stilisiertes Ende findet. Formstreng und überzeugend.
taz
Katja Kollmann, 03.03.2020
Tavadze ist sparsam mit solch verspielten Regieeinfällen. Er fordert von den SchauspielerInnen ein strenges, stringentes Spiel und einen sehr genauen Umgang mit Schmalz’ Sprache. Im Kontext des auf ein Minimum reduzierten Bühnenbildes, der inhaltlichen sowie formalen Dichte des dramatischen Textes ist es keine leicht konsumierbare Inszenierung. Man ist gefordert als ZuschauerIn. Die Belohnung: Dieser starke Text, der nominiert ist für den Nachspielpreis des Heidelberger Stückemarktes, leuchtet, weil nichts ablenkt. Tavadze ist sparsam mit solch verspielten Regieeinfällen. Er fordert von den SchauspielerInnen ein strenges, stringentes Spiel und einen sehr genauen Umgang mit Schmalz’ Sprache. Im Kontext des auf ein Minimum reduzierten Bühnenbildes, der inhaltlichen sowie formalen Dichte des dramatischen Textes ist es keine leicht konsumierbare Inszenierung. Man ist gefordert als ZuschauerIn. Die Belohnung: Dieser starke Text, der nominiert ist für den Nachspielpreis des Heidelberger Stückemarktes, leuchtet, weil nichts ablenkt.

Außerdem im Spielplan

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Kinder der Sonne

von Maxim Gorki
Regie: Stephan Kimmig
Als Video-on-Demand auf DT Heimspiel
18:00
Eingeladen zum 57. Berliner Theatertreffen
Vorstellung fällt leider aus
von Molière
Regie: Anne Lenk
Vorstellung wird von ZDF/3sat aufgezeichnet
Deutsches Theater
20.00 - 21.30
Vorstellung fällt leider aus
Box
20.30 - 22.00