Nathan der Weise

von Gotthold Ephraim Lessing
Dramaturgie Juliane Koepp
Premiere am 30. August 2015, Deutsches Theater
Elias Arens
Nina Gummich
Bernd Moss
Julia Nachtmann
Jörg Pose
Natali Seelig
B.Z.
Lena Kappei, 01.09.2015
Was zunächst wie eine Parodie auf die Morlocks aus H. G. Wells‘ "Die Zeitmaschine" aussah, entpuppte sich als grandiose Schauspielleistung von sechs Darstellern.
Mit einem genialen Bühnenbild, in dem sich ein riesiger Holzwürfel bewegen, öffnen und aufklappen lässt, grandiosem Witz sowie zahlreichen Anspielungen auf die Moderne, schafft Regisseur Andreas Kriegenburg ein deutliches Statement und Plädoyer für religiöse Toleranz, wie es aktueller nicht passen könnte.
Was zunächst wie eine Parodie auf die Morlocks aus H. G. Wells‘ "Die Zeitmaschine" aussah, entpuppte sich als grandiose Schauspielleistung von sechs Darstellern.
Mit einem genialen Bühnenbild, in dem sich ein riesiger Holzwürfel bewegen, öffnen und aufklappen lässt, grandiosem Witz sowie zahlreichen Anspielungen auf die Moderne, schafft Regisseur Andreas Kriegenburg ein deutliches Statement und Plädoyer für religiöse Toleranz, wie es aktueller nicht passen könnte.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Irene Bazinger, 01.09.2015
Klug hält sich denn auch der Regisseur Andreas Kriegenburg aus der Politik heraus und verkneift sich zumeist Anspielungen auf derzeitige Konflikte oder Kriege. Für ihn ist "Nathan der Weise" vor allem eine Geschichte von Menschen, die zwar anders sprechen (Blankvers!) und denken (analog!) als wir, aber trotzdem aus dem gleichen Stoff gemacht sind. Klug hält sich denn auch der Regisseur Andreas Kriegenburg aus der Politik heraus und verkneift sich zumeist Anspielungen auf derzeitige Konflikte oder Kriege. Für ihn ist "Nathan der Weise" vor allem eine Geschichte von Menschen, die zwar anders sprechen (Blankvers!) und denken (analog!) als wir, aber trotzdem aus dem gleichen Stoff gemacht sind.
Berliner Morgenpost
Stefan Kirschner, 01.09.2015
Elias Arens, Nina Gummich, Bernd Moss, Julia Nachtmann, Jörg Pose und Natalie Seelig bilden das wunderbar verspielte, körperbetont agierende Ensemble. Eine Mischung aus Stummfilm- und Jahrmarktsmusik unterlegt den knapp dreistündigen Abend. Es gibt Slapsticknummern, Gags, die an Monty Python erinnern, der Patriarch wird zur deftigen Karikatur, die Ringparabel ernst erzählt. (...)
Ein gelungener Saisonauftakt für das Deutsche Theater. Das richtige Stück zur richtigen Zeit, künstlerisch überzeugend präsentiert. Denn mal ehrlich: So ein "Nathan" kann sich ganz schön in die Länge ziehen; aber darüber brauchen wir an dieser Stelle glücklicherweise nicht zu Reden.
Elias Arens, Nina Gummich, Bernd Moss, Julia Nachtmann, Jörg Pose und Natalie Seelig bilden das wunderbar verspielte, körperbetont agierende Ensemble. Eine Mischung aus Stummfilm- und Jahrmarktsmusik unterlegt den knapp dreistündigen Abend. Es gibt Slapsticknummern, Gags, die an Monty Python erinnern, der Patriarch wird zur deftigen Karikatur, die Ringparabel ernst erzählt. (...)
Ein gelungener Saisonauftakt für das Deutsche Theater. Das richtige Stück zur richtigen Zeit, künstlerisch überzeugend präsentiert. Denn mal ehrlich: So ein "Nathan" kann sich ganz schön in die Länge ziehen; aber darüber brauchen wir an dieser Stelle glücklicherweise nicht zu Reden.
Deutschlandradio Kultur, Fazit
Michael Laages, 30.08.2015
Lessings Klugheit wirkt in jeder Verpackung, und die Saisoneröffnung am Deutschen Theater in Berlin fügt der vielschichtigen Aufführungsgeschichte dieses Klassikers eine Facette hinzu, wie sie derart fulminant und furios womöglich noch nie zu sehen war.

Lessings "Nathan" nämlich ist ja auch komisch. Neben all dem Leiden, all den Schmerzen zwischen Juden, Christen und Muslimen, wie Lessing sie ins märchenhafte Jerusalem der Kreuzzugszeiten bannt, durchzieht das dramatische Gedicht ja auch ein Maß an entspannt-gelassener Ironie. (...) Kaum je wurde die Fabel vom weisen Nathan derart leichthin und verspielt erzählt, kaum je setzte eine Inszenierung derart markant auf die märchenhafte Leichtigkeit, die sich auch Lessing angeeignet hatte: als Fantasie aus fremden Welten. Dieser Nathan ist zugleich ganz Lessing und auch ganz anders – und darum ist dies unbedingt ein starker Start fürs Deutsche Theater.
Lessings Klugheit wirkt in jeder Verpackung, und die Saisoneröffnung am Deutschen Theater in Berlin fügt der vielschichtigen Aufführungsgeschichte dieses Klassikers eine Facette hinzu, wie sie derart fulminant und furios womöglich noch nie zu sehen war.

Lessings "Nathan" nämlich ist ja auch komisch. Neben all dem Leiden, all den Schmerzen zwischen Juden, Christen und Muslimen, wie Lessing sie ins märchenhafte Jerusalem der Kreuzzugszeiten bannt, durchzieht das dramatische Gedicht ja auch ein Maß an entspannt-gelassener Ironie. (...) Kaum je wurde die Fabel vom weisen Nathan derart leichthin und verspielt erzählt, kaum je setzte eine Inszenierung derart markant auf die märchenhafte Leichtigkeit, die sich auch Lessing angeeignet hatte: als Fantasie aus fremden Welten. Dieser Nathan ist zugleich ganz Lessing und auch ganz anders – und darum ist dies unbedingt ein starker Start fürs Deutsche Theater.

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