Oedipus

von Sophokles
Regie / Bühne Ulrich Rasche
Komposition und Musikalische Leitung Nico van Wersch
Chorleitung Toni Jessen
Mitarbeit Bühne Leonie Wolf
Kostüme Clemens Leander
Ton Marcel Braun, Martin Person
Dramaturgie David Heiligers
Premiere
28. August 2021
Deutsches Theater

Elias Arens
Manuel Harder
Toni Jessen
Kathleen Morgeneyer
Linda Pöppel
Yannik Stöbener
Enno Trebs
Julia Windischbauer
Almut Zilcher
Carsten Brocker, Katelyn King, Špela Mastnak, Thomsen MerkelLive-Musik
Carsten Brocker, Katelyn King, Špela Mastnak, Thomsen Merkel
Live-Musik
nachtkritik.de
Elena Philipp, 28.08.2021
Vornübergebeugt stehen Toni Jessen, Linda Pöppel und Yannik Stöbener als Chor der Thebaner, die Leiber um ihr Zwerchfell gebogen, aus dem sich ihnen die von
Hölderlin ins Deutsche übertragenen Sätze entringen. Der gedehnte, druckvolle Vortrag in hohem Ton verstärkt das Manische, Vorwärtsdrängende des antiken Textes, sein um Streit und Drohungen sich drehendes Geschehen.

[...]
Wucht hat dieser Abgesang. Wie immer phantastisch synchron sprechen die von Toni Jessen trainierten Spieler:innen, die im Rhythmus von Text und Musik über die Drehbühne schreiten und ihre Körper im Raum in immer neue Figuren-Konstellationen arrangieren. Farbreiche Klanggebilde entwerfen der Komponist Nico van Wersch und die vier Live-Musiker:innen mit Streichinstrumenten, Schlagwerk und Synthesizern.

[...]
Großartig sind auch die Schauspieler:innen. Zum Beispiel Almut Zilcher, die den rhythmischen Schritten und hochtönenden Sätzen individuelle Schwingungen verleiht, auf ihrem frontal zum Publikum gerichteten Gesicht Momente von Schmerz, Erkenntnis, Schrecken vorüberziehen lässt.
Vornübergebeugt stehen Toni Jessen, Linda Pöppel und Yannik Stöbener als Chor der Thebaner, die Leiber um ihr Zwerchfell gebogen, aus dem sich ihnen die von
Hölderlin ins Deutsche übertragenen Sätze entringen. Der gedehnte, druckvolle Vortrag in hohem Ton verstärkt das Manische, Vorwärtsdrängende des antiken Textes, sein um Streit und Drohungen sich drehendes Geschehen.

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Wucht hat dieser Abgesang. Wie immer phantastisch synchron sprechen die von Toni Jessen trainierten Spieler:innen, die im Rhythmus von Text und Musik über die Drehbühne schreiten und ihre Körper im Raum in immer neue Figuren-Konstellationen arrangieren. Farbreiche Klanggebilde entwerfen der Komponist Nico van Wersch und die vier Live-Musiker:innen mit Streichinstrumenten, Schlagwerk und Synthesizern.

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Großartig sind auch die Schauspieler:innen. Zum Beispiel Almut Zilcher, die den rhythmischen Schritten und hochtönenden Sätzen individuelle Schwingungen verleiht, auf ihrem frontal zum Publikum gerichteten Gesicht Momente von Schmerz, Erkenntnis, Schrecken vorüberziehen lässt.
Der Tagesspiegel
Christine Wahl, 29.08.2021
Der Abend erfordert die große Schauspielkunst, aus den Figuren zwar einerseits markante Charaktere herauszudestillieren, sie dabei aber andererseits nicht (küchen-)psychologisch herunterzudividieren oder pathetisch zu verkitschen: ein schmaler Grat, auf dem neben Harder auch Almut Zilcher als Gattin und Mutter Jokaste sowie Elias Arens als Schwager Kreon oder der Chor in Gestalt von Linda Pöppel, Toni Jessen und Yannick Stöbener beglückend sicher balancieren.
Dieses Changieren zwischen dem Abstrakten und dem Konkreten, zwischen Prinzip und Figur sieht man in dieser Genauigkeit wirklich selten.

[...]
Für dessen Gesamtgelingen entscheidend mitverantwortlich sind die Kompositionen Nico van Werschs, die ebenso traumwandlerisch wie die Schauspieler der Versuchung zur platten Textillustration widerstehen. Vielmehr erzeugt van Wersch eine komplexe Klangebene als zusätzliche Reibungs- und Kommentarspur, die von den LiveMusikerinnen und Musikern kongenial interpretiert wird.

Der Abend erfordert die große Schauspielkunst, aus den Figuren zwar einerseits markante Charaktere herauszudestillieren, sie dabei aber andererseits nicht (küchen-)psychologisch herunterzudividieren oder pathetisch zu verkitschen: ein schmaler Grat, auf dem neben Harder auch Almut Zilcher als Gattin und Mutter Jokaste sowie Elias Arens als Schwager Kreon oder der Chor in Gestalt von Linda Pöppel, Toni Jessen und Yannick Stöbener beglückend sicher balancieren.
Dieses Changieren zwischen dem Abstrakten und dem Konkreten, zwischen Prinzip und Figur sieht man in dieser Genauigkeit wirklich selten.

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Für dessen Gesamtgelingen entscheidend mitverantwortlich sind die Kompositionen Nico van Werschs, die ebenso traumwandlerisch wie die Schauspieler der Versuchung zur platten Textillustration widerstehen. Vielmehr erzeugt van Wersch eine komplexe Klangebene als zusätzliche Reibungs- und Kommentarspur, die von den LiveMusikerinnen und Musikern kongenial interpretiert wird.

Berliner Morgenpost
Ulrike Borowczyk, 29.08.2021
Die Exaktheit der rhythmischen und dynamischen Gestaltung, eingebunden in musikalisch treibende, eruptive Crescendi, abgelöst von leisen, spannungsgeladenen Phasen, ist höchst eindrucksvoll. Ein spektakuläres Gesamtkunstwerk aus Theater, Bewegung und Musik - und in jedem Fall ein rhythmischer Rausch.
Die Exaktheit der rhythmischen und dynamischen Gestaltung, eingebunden in musikalisch treibende, eruptive Crescendi, abgelöst von leisen, spannungsgeladenen Phasen, ist höchst eindrucksvoll. Ein spektakuläres Gesamtkunstwerk aus Theater, Bewegung und Musik - und in jedem Fall ein rhythmischer Rausch.
RBB24
Ute Büsing, 29.08.2021
Stark sind auch die chorischen Szenen des Volkes von Theben. Starke Chöre waren es, mit denen Ulrich Rasche zu Beginn seiner Karriere auf sich aufmerksam gemacht hatte. Bei seinem "Oedipus" stellt das insgesamt glänzende Ensemble in einem kongenialen Setting jetzt eine konzentrierte Atmosphäre her wie vor 2.000 Jahren, als alles anfing mit der demokratischen Kunstform Theater. Stark sind auch die chorischen Szenen des Volkes von Theben. Starke Chöre waren es, mit denen Ulrich Rasche zu Beginn seiner Karriere auf sich aufmerksam gemacht hatte. Bei seinem "Oedipus" stellt das insgesamt glänzende Ensemble in einem kongenialen Setting jetzt eine konzentrierte Atmosphäre her wie vor 2.000 Jahren, als alles anfing mit der demokratischen Kunstform Theater.
RBB Kultur
Oliver Kranz, 29.08.2021
Und auch Kathleen Morgeneyer muss erwähnt werden, die den Seher Teiresias spielt. Das Entsetzen über die Weissagung, die von ihr erwartet wird, steht ihr ins Gesicht geschrieben. Sie will Oedipus schonen. Erst als er sie unter Druck setzt, schleudert sie alles heraus. So werden im rauschhaften Bühnengeschehen Geschichten sichtbar – das Individuelle innerhalb der strengen Form. Der Abend dauert drei Stunden, doch die Zeit vergeht wie im Flug. Ulrich Rasche ist eine bildstarke und mitreißende Inszenierung gelungen.
Und auch Kathleen Morgeneyer muss erwähnt werden, die den Seher Teiresias spielt. Das Entsetzen über die Weissagung, die von ihr erwartet wird, steht ihr ins Gesicht geschrieben. Sie will Oedipus schonen. Erst als er sie unter Druck setzt, schleudert sie alles heraus. So werden im rauschhaften Bühnengeschehen Geschichten sichtbar – das Individuelle innerhalb der strengen Form. Der Abend dauert drei Stunden, doch die Zeit vergeht wie im Flug. Ulrich Rasche ist eine bildstarke und mitreißende Inszenierung gelungen.
Süddeutsche Zeitung
Anna Fastabend, 29.08.2021
Wie fast der gesamte Abend ist auch er [der Chor] von
den von Nico van Wersch komponierten Klängen eines vierköpfigen Musik-Ensembles unterlegt, das live im Orchestergraben Streichund Zupfinstrumente, Schlagwerk und Synthesizer bedient und damit einen epochalen Sound kreiert, der sich in den besten Momenten in ein Gefühl des überirdischen, alles reinigenden Glücks entlädt.
Wie fast der gesamte Abend ist auch er [der Chor] von
den von Nico van Wersch komponierten Klängen eines vierköpfigen Musik-Ensembles unterlegt, das live im Orchestergraben Streichund Zupfinstrumente, Schlagwerk und Synthesizer bedient und damit einen epochalen Sound kreiert, der sich in den besten Momenten in ein Gefühl des überirdischen, alles reinigenden Glücks entlädt.

Außerdem im Spielplan

Eine Inszenierung des Jungen DT

Das Gewächshaus

von Jordan Tannahill
Regie: Salome Dastmalchi
Kammerspiele
19.00 - 20.20
Ausverkauft
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
von Thomas Brasch
Box
20.00 - 21.20
Ausverkauft
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Vorstellung fällt leider aus
Szenische Lesung

Play Strindberg

von Friedrich Dürrenmatt
Wegen Erkrankung im Ensemble muss Play Strindberg am 22. September 2021 leider ersatzlos entfallen.
Bereits gekaufte Karten werden innerhalb von 14 Tagen an der Theaterkasse zurückgenommen. Wenden Sie sich hierzu bitte entweder per Mail unter Angabe Ihrer IBAN an service@deutschestheater.de oder telefonisch an die Theaterkasse unter +49 30 28441 -225.
Deutsches Theater
20.30 - 21.50