Romeo und Julia

von William Shakespeare
Premiere 28. März 2015
Wiebke MollenhauerJulia
Benjamin LillieRomeo
Lisa HrdinaMercutio
Marcel KohlerBenvolio
Natalia BelitskiTybalt/ Lady Capulet
Michael GoldbergLorenzo/ Amme/ Capulet
Christoph HartParis
Sophia KennedyRosalinde
Mercutio
Benvolio
Tybalt/ Lady Capulet
Lorenzo/ Amme/ Capulet
Rosalinde
Berliner Morgenpost
Katrin Pauly, 30.03.2015
Wie Wiebke Mollenhauers zarte, aber liebesgewisse Julia und Benjamin Lillies gefühlsverwirrter, zu pubertären Überreaktionen neigender Romeo sich beim ersten Kuss auf dem Sofa sehenden Auges ungestüm dem Ungetüm Liebe an den Hals werfen, das ist schon sehr schön. Und doch erst ein Vorgeschmack auf die herzerwärmendste Szene des Abends, wenn die beiden, nur von zwei Feuerzeugen abwechselnd kurz beleuchtet, nackt und staunend voreinander stehen. (...)
Es ist eine verwegene Inszenierung, ein Rausch der Möglichkeiten der Liebe und des Theaters, ein Abend, der vor lauter Regieeinfällen fast aus allen Nähten zu platzen droht. Viele davon gehörten knallhart gestrichen, andere aber treffen ins Mark. Alles noch nicht ganz optimal, aber mit Potenzial, denn hier traut sich einer was, einer, der trotz allem an die Liebe als Mythos glaubt, Grenzen sprengend, zeitlos, aber leider nicht fürs Leben gemacht, sondern in der dargestellten Konsequenz nur für den Tod. Oder eben fürs Theater.
Wie Wiebke Mollenhauers zarte, aber liebesgewisse Julia und Benjamin Lillies gefühlsverwirrter, zu pubertären Überreaktionen neigender Romeo sich beim ersten Kuss auf dem Sofa sehenden Auges ungestüm dem Ungetüm Liebe an den Hals werfen, das ist schon sehr schön. Und doch erst ein Vorgeschmack auf die herzerwärmendste Szene des Abends, wenn die beiden, nur von zwei Feuerzeugen abwechselnd kurz beleuchtet, nackt und staunend voreinander stehen. (...)
Es ist eine verwegene Inszenierung, ein Rausch der Möglichkeiten der Liebe und des Theaters, ein Abend, der vor lauter Regieeinfällen fast aus allen Nähten zu platzen droht. Viele davon gehörten knallhart gestrichen, andere aber treffen ins Mark. Alles noch nicht ganz optimal, aber mit Potenzial, denn hier traut sich einer was, einer, der trotz allem an die Liebe als Mythos glaubt, Grenzen sprengend, zeitlos, aber leider nicht fürs Leben gemacht, sondern in der dargestellten Konsequenz nur für den Tod. Oder eben fürs Theater.
Berliner Zeitung
Doris Meierhenrich, 30.03.2015
Dieser jugendliche, von furchtlosen Eingriffen und witzigen Spieleinfällen übersatte Shakespeare-Abend ist wie ein sarkastisch intelligentes Studentenspiel angehender Pathologen im Anatomiesaal. Es sprüht nicht vor Geist, aber vor mutigem, wenn auch teils übermütigem Spielwitz und unterstreicht damit Rüpings Stellung als viel gelobtes Nachwuchstalent. Das Stück wird zerschnitten, durcheinandergewürfelt, überformt, neu zusammengeflickt und dabei immer auch bis zur körperlichen Erschöpfung gefeiert. (...)
"Komm Romeo! Komm, Balkon!", ächzt die sehr besondere, lieblich-klare Julia Wiebke Mollenhauers, als sie für ihre Balkonszene erstmal eine Hebebühne aufbauen muss. (...) Lisa Hrdina (Mercutio) und Natalia Belitski (Lady Capulet) dürfen in derb-witzigen Selbstparodien gewaltig aufdrehen.
Dieser jugendliche, von furchtlosen Eingriffen und witzigen Spieleinfällen übersatte Shakespeare-Abend ist wie ein sarkastisch intelligentes Studentenspiel angehender Pathologen im Anatomiesaal. Es sprüht nicht vor Geist, aber vor mutigem, wenn auch teils übermütigem Spielwitz und unterstreicht damit Rüpings Stellung als viel gelobtes Nachwuchstalent. Das Stück wird zerschnitten, durcheinandergewürfelt, überformt, neu zusammengeflickt und dabei immer auch bis zur körperlichen Erschöpfung gefeiert. (...)
"Komm Romeo! Komm, Balkon!", ächzt die sehr besondere, lieblich-klare Julia Wiebke Mollenhauers, als sie für ihre Balkonszene erstmal eine Hebebühne aufbauen muss. (...) Lisa Hrdina (Mercutio) und Natalia Belitski (Lady Capulet) dürfen in derb-witzigen Selbstparodien gewaltig aufdrehen.
Stage and Screen
Sascha Krieger, 29.03.2015
Rüping inszeniert ein Kammerspiel, ein Horrormärchen, eine Tragödie und eine Farce und kann – oder will – sich nicht entscheiden. Doch seine kaleidoskopartige Aufsplitterung des Werks ist wirkungsvoll: Zum einen befreit es das Stück vom Ballast der über Jahrhunderte darauf gehäuften Interpretationen, befreit es zu bloßem Spiel und erzählt letztlich wenig mehr als eine Teenager-Liebesgeschichte. Und findet genau hier eine neue Universalität, denn auch wenn die wenigsten von ihnen mit dem Tod enden – die Sprunghaftigkeit, die Unbedingtheit, der heilige Ernst, sie sind wohl wenigen ganz unbekannt, und sei es als Sehnsuchtsszenarien. Rüping nimmt sie Ernst und zeigt zugleich ihre Lächerlichkeit, spielt mit ihr und steht in Ehrfurcht vor ihr in diesem mosaikhaften Bild, in dem am Ende viele Sternchen fehlen und das doch so vielfarbig schillert. Wenn es im Theater um das ausprobieren, um das Spiel mit Ausdrucksformen, Genres, Blickwinkeln geht, dann ist das großes Theater. Das wenig mehr will als zu spielen und nicht behauptet, alle Antworten zu haben. Und doch so viele ermöglicht. Rüping inszeniert ein Kammerspiel, ein Horrormärchen, eine Tragödie und eine Farce und kann – oder will – sich nicht entscheiden. Doch seine kaleidoskopartige Aufsplitterung des Werks ist wirkungsvoll: Zum einen befreit es das Stück vom Ballast der über Jahrhunderte darauf gehäuften Interpretationen, befreit es zu bloßem Spiel und erzählt letztlich wenig mehr als eine Teenager-Liebesgeschichte. Und findet genau hier eine neue Universalität, denn auch wenn die wenigsten von ihnen mit dem Tod enden – die Sprunghaftigkeit, die Unbedingtheit, der heilige Ernst, sie sind wohl wenigen ganz unbekannt, und sei es als Sehnsuchtsszenarien. Rüping nimmt sie Ernst und zeigt zugleich ihre Lächerlichkeit, spielt mit ihr und steht in Ehrfurcht vor ihr in diesem mosaikhaften Bild, in dem am Ende viele Sternchen fehlen und das doch so vielfarbig schillert. Wenn es im Theater um das ausprobieren, um das Spiel mit Ausdrucksformen, Genres, Blickwinkeln geht, dann ist das großes Theater. Das wenig mehr will als zu spielen und nicht behauptet, alle Antworten zu haben. Und doch so viele ermöglicht.

Außerdem im Spielplan

zum letzten Mal
Eine Inszenierung des Jungen DT

Die Welt in uns

Eine Stückentwicklung von Turbo Pascal und Berliner Schüler_innen
Regie: Turbo Pascal
Box
19.00 - 20.05
PREMIERE
von Einar Schleef
Anschl. Premierenparty - Bar und Foyer Kammerspiele
Kammerspiele
20.00 - 21.50
Ausverkauft
Evtl. Restkarten an der Abendkasse

Von Mainz bis an die Memel CXXXVIII

Ein Videoschnipselvortrag von Kuttner
Deutsches Theater
21.00