Nach landläufiger Meinung ist Woyzeck vor allem ein Sozialdrama. Du willst den Stoff davon befreien.
Sebastian Hartmann: Wenn wir über Gesellschaft oder Politik sprechen, sprechen wir darüber immer, als seien das ferne Wesen, die gar nicht mehr zu uns gehören. Meiner Meinung nach funktioniert Realpolitik bei uns immer nur abgetrennt von der Emotion. Mit dem Woyzeck will ich ein anderes Modell dagegen setzen und habe mich deshalb entschieden, das Stück zu entschlacken. Unsere kleinbürgerlichen Vorstellungen funktionieren ja so, dass drei Monate Erbsenexperimente, der psychologische Druck des Arztes und der militärische Druck des Hauptmanns hinreichend dafür sind, dass sich Woyzecks Eifersucht auf den Tambourmajor im Mord an Marie entlädt. Das ist eine vereinfachte Vorstellung: In Drucksituationen beginnt man zu töten. Falsch ist das natürlich nicht, die jüngsten Weltereignisse zeigen es, aber für mich liegt eine tiefere Frage darunter: Warum tun wir das überhaupt? Was ist das für ein Mechanismus in uns, der nach Vernichtung schreit? Welcher Mechanismus bringt uns dazu, die Hand zu erheben und zu sagen, das ist meins und dafür bringe ich dich um?

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Benjamin Lillie spricht mit Dramaturg Claus Caesar über seine Arbeit an 'Woyzeck' - Premiere am 3. Oktober 2014.


Heute
01
Okt
Geschlossene Veranstaltung
Saal
17.00

Der Sound des Donbass

Ukrainische Gegenwart in der Literatur Serhij Zhadans

Podiumsgespräch mit Serhij Zhadan und seinen Übersetzern Juri Durkot und Sabine Stöhr
Geschlossene Veranstaltung
Saal
19.00

Brücke Berlin-Preise 2014

Literatur- und Übersetzungspreis der BHF-BANK-Stiftung

Filmpremiere
Geschlossene Vorstellung

20.00

Zwischen den Zeiten

Regie: Hansjörg Thurn

Box
19.30 - 21.10 - A-Preise

Transit

von Anna Seghers
Regie Alexander Riemenschneider
Ausverkauft / 
 Restkarten an der Abendkasse

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Man kann seine Neigungen weit schweifen lassen, hat der Sternheim-Protagonist Wilhelm Ständer da gesagt, und trotzdem ein prima Sozialdemokrat sein. Begriffe sind für Ständer so dehnbar wie die enge rote Badehose, in der er steckt. Kühnel / Kuttner lassen Sternheims Stück in einem Schwimmbad spielen, was ein wunderbares Bild ist, weil es zu vielen kleinen, feinen Assoziationen anstiftet, ohne erschlagend plakativ zu sein. Außerdem ist die Akustik im Schwimmbad gut, und die vielen roten Lieder (bis hin zum "Kleinen Trompeter"), die der immer wieder sich in die Stückhandlung einmischende Chor anstimmt, entfalten Sozial-Romantik. Vor diesen schönen Hintergründen werden Sternheims Figuren von einem ausnahmslos superb aufspielenden Ensemble gutgelaunt zu Karikaturen geformt, denen gerade noch genug Menschliches anhaftet.
nachtkritik.de

Premierenverschiebung: Der Geizige

Leider müssen wir die Premiere Der Geizige, die für Donnerstag, 25. September, in den Kammerspielen geplant war, verschieben.Der Hauptdarsteller Michael Goldberg hat sich bei einem Bühnenunfall einen komplizierten Fingerbruch zugezogen, dessen Heilung sich noch über Wochen hinziehen wird. Die Premiere kann möglicherweise erst im Frühjahr 2015 stattfinden.


Neu im Spielplan sind wegen der verschobenen Premiere

FR 3. Okt, 20.00 Uhr
Biografie: Ein Spiel
von Max Frisch
Regie Bastian Kraft
Mit Maren Eggert, Hans Löw, Helmut Mooshammer


SA 4. Okt, 20.00 Uhr
Ismene, Schwester von
von Lot Vekemans
Regie Stephan Kimmig
Mit Susanne Wolff


MI 8. Okt, 19.30 Uhr
Der talentierte Mr. Ripley
von Patricia Highsmith
Regie Bastian Kraft
Mit Daniel Hoevels, Franziska Machens, Christoph Pütthoff, Stefan Schießleder, Norbert Schmidt


MO 20. Okt
keine Vorstellung


MI 22. Okt, 20.00 Uhr
Muttersprache Mameloschn
von Marianna Salzmann
Regie Brit Bartkowiak
Mit Natalia Belitski, Gabriele Heinz, Anita Vulesica