Drei Fragen an Also, Marcus Peter Tesch ...
Warum hast du dich für die ATT beworben?
Die ATT Ateliers sind eine der wenigen Plattformen an einem Theater im deutschsprachigen Raum, an denen die prozessorientierte, längerfristige Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Theatertext im Fokus steht. Ich glaube, dass bestimmte Bühnentexte ab einem gewissen Zeitpunkt die Zusammenarbeit mit einem Schauspielensemble, eine Anbindung an einen konkreten Ort als Resonanzraum brauchen. Die müssen weg vom Blatt und laut gelesen und ausprobiert werden – zumindest punktuell. Deshalb war vor allem die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit einem Ensemble der ausschlaggebende Grund, mich zu bewerben.
Welche Erfahrung hast du mit der Arbeit im Theaterkontext?
Ich habe viel als Dramaturg und Autor an der Schnittstelle zwischen Tanz, Theater und Performance gearbeitet, mich interessieren schon immer kollaborative, machtkritische Arbeitsprozesse. Seit einiger Zeit entwickle ich mit lynn t musiol die Theaterserie BUCCI ×꒰(・‿・)꒱, die aktuell am Schauspielhaus Hamburg zu sehen ist – ein Format zwischen Diskurs, Panel und Inszenierung. Auch mit dem Regisseur Branko Janack arbeite ich schon länger zusammen, zuletzt kam das Projekt Unterweger am Volkstheater Wien raus, was ab Februar 2026 am Schauspiel Köln zu sehen sein wird.
Welche Inszenierung hat dich in den letzten Jahren besonders begeistert?
Einfach nur, weil immer noch so geflasht und darin eigentlich kein einziger gerader Satz aber sehr viel Gestöhne, Gebrabbel, Gejaule, Gedaddel und wundervoll, virtuos saublöd, komisch und trotzdem alles andere als belanglos: Some Thing Folk von der Tanzkompanie Cullberg und der Choreografin Ligia Lewis, was diesen Sommer bei Tanz im August zu sehen war.