Wer wir sind Das Deutsche Theater
Ästhetische Vielfalt • zeitgenössische Dramatik • Kompliz:innenschaft • Interesse den gesellschaftlichen Zusammenhängen der Gegenwart •
Profil
Das DT nimmt innerhalb der Berliner und der deutschsprachigen Theaterlandschaft – historisch wie politisch – eine Sonderstellung ein. Das aus dem „Friedrich-Wilhelm-Städtischen Theater” hervorgegangene Deutsche Theater wird mit dem 19. Jahrhundert zum Zentrum deutschsprachiger Schauspielkunst und – nach dem Zweiten Weltkrieg – zum Staatstheater. Max Reinhardt begründet am DT sein Theaterimperium, Bertolt Brecht sein Berliner Ensemble. Auch die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch oder das RambaZamba Theater haben im DT ihre Wurzeln; die Theaterwissenschaft als akademische Disziplin wird am Haus mit erdacht.
Bis heute beinhaltet der Name Deutsches Theater einen politischen Auftrag, der auf Fragen nach Gesellschaft und Nation insgesamt verweist. Der Name ist eine Aufforderung, über Einzelklientele und über eine Stadt hinaus für die Gesamtheit und in Kontexten zu denken. Im Gegensatz zu anderen, einer Besuchergruppe, einem Stadtteil oder einem Segment verpflichteten Theatern ist das Deutsche Theater ein Haus des Gemeinwohls; in seiner Programmvielfalt ist das Haus Komplettanbieter. Zu diesen Angeboten zählen insbesondere die partizipative Sparte DT Jung*, der Programmbereich DT Kontext, die Programmschiene Inklusion, das hauseigene Atelierprogramm für Autor:innenförderung und das Autor:innenfestival ATT.
Heute beherbergt das Haus hinter seiner eleganten klassizistischen Fassade drei Bühnen: die DT Bühne mit ca. 600 Plätzen, die Kammer mit ca. 230 Plätzen sowie die seit 2006 bestehende Box. Ästhetische Vielfalt, zeitgenössische Dramatik, Kompliz:innenschaft und Interesse an den gesellschaftlichen Zusammenhängen der Gegenwart prägen die künstlerische Arbeit der Intendantin Iris Laufenberg. Mit Regisseur:innen wie Claudia Bossard, Alexander Eisenach, András Dömötör, Anita Vulesica, FX Mayr, Jan-Christoph Gockel, dem Puppenspieler, Kunstpfeifer und Regisseur Nikolaus Habjan und anderen fest am Haus arbeitenden Regiepersönlichkeiten verbindet sie eine langjährige Zusammenarbeit.
Das Deutsche Theater versteht sich als ein Theater der Autor:innen, insbesondere der Gegenwart. Dazu gehören in den ersten Spielzeiten u.a. Rainald Goetz, Elemawusi Agbédjidji, Sivan Ben Yishai, Katja Brunner, Nino Haratischwili, Nele Stuhler und andere mehr.
Zum 36 Personen zählenden Ensemble gehören bekannte Schauspieler:innen, die das Herz des Hauses bilden und zusammen in etwa 20 Neuproduktionen und einer Vielzahl von Repertoirestücken gemeinsam auf der Bühne stehen.
Als Max Reinhardt-Bühne und Traditionshaus ist das heute älteste Theater Berlins seit seiner Gründung sowohl ein Innovationszentrum zeitgenössischer Theaterkunst, als auch politischer Akteur in kritischer Nahdistanz zu den wechselnden Machtsystemen der jeweiligen Gegenwart. Das DT ist ein Speicher und Spiegel von Geschichten und Geschichte. Es bearbeitet die drängenden Fragen der Gegenwart mit den Mitteln der Kunst und mit durch seine besondere historische Aufgabe geschärftem Blick.