Blutbrot
von Miriam Unterthiner
Inhalt
Der Brennerpass: Eine Schneise zwischen Bergen in idyllischer Landschaft und ein Grenzübergang zwischen Österreich und Italien. Hier spielte sich vor 80 Jahren ein eher unbekanntes Verbrechen ab. Auf geheimen Schmugglerpfaden über die grüne Grenze flohen hochrangige NS-Funktionäre wie Josef Mengele oder Adolf Eichmann vor dem Zugriff der Alliierten und vor ihrer gerechten Strafe erst nach Italien und von da aus in die Welt. Und sie hatten Hilfe von der Bevölkerung vor Ort. Von der sogenannten „Rattenlinie”, wie diese Fluchtroute genannt wurde, handelt Miriam Unterthiners neues Stück Blutbrot, das 2025 mit dem Kleist-Förderpreis für junge Dramatik ausgezeichnet wird und am Theater Aachen zur Uraufführung kommt. Dabei ist das Blutbrot eine Metapher für verdrängte Schuld: Der Boden, auf dem das geschah, bringt das Brot hervor, das wir heute essen sollen. Können wir es kauen, schlucken und verdauen? Oder bekommen wir es nicht mehr hinunter? Poetisch verdichtet und zugleich konkret, virtuos und kraftvoll, mit feinem Humor und großen Bildern gräbt sich Blutbrot wortwörtlich in die Vergangenheit und schlägt eine Brücke ins Heute.
Dauer
1 Stunde 30 Minuten, 0 Pausen
Hinweise
Uraufführung: 26.09.2025, Theater Aachen, Kammer
Besetzung und Regieteam
REGIE, BÜHNE UND MUSIK Jakob Weiss • KOSTÜME Elena Gaus • VIDEO Luca Fois • LICHT Dirk Sarach-Craig • DRAMATURGIE Dominic Friedel / Kerstin Grübmeyer
DAS DORF Nola Friedrich, Thomas Hamm, Philipp Manuel Rothkopf, Janina Sachau • DAS BROT, DIE LANDSCHAFT Elke Borkenstein • DIE UNABLÄSSIGE BROTESSENDE AUTORIN Maurice Läbe