© Jörg Landsberg Ruben Sabel (vorn), Manolo Bertling, Martin Baum

Der Zauberer von Öz – Eine Fußballtragödie

von Akın Emanuel Şipal REGIE Aram Tafreshian

  • DT ATT
  • Theater Bremen
  • mit türkischen und englischen Übertiteln

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Inhalt

„My job is a football player and not a politician.“ – Mesut Özil

Mesut Özil ist vieles zugleich: Ballkünstler, Weltmeister, Identifikationsfigur, Posterboy für Integration, Sündenbock, Skandalfigur. Seine Geschichte spiegelt die Spannungen eines Landes wider, das mit seiner Vorstellung von Zugehörigkeit hadert. Während Özil wenig über sein Leben preisgab, urteilte die Öffentlichkeit umso lauter – über seine Körpersprache, seine Kunst am Ball, seine politischen und religiösen Einstellungen, seine Loyalität. Geboren in Gelsenkirchen, wird er mit 17 Profi bei Schalke. Unzufrieden wechselt er zu Werder Bremen, wo er sein erstes Bundesliga-Tor schießt. Er tauscht den türkischen gegen den deutschen Pass und wird dafür gefeiert und ausgepfiffen zugleich. 2010 erhält er den Bambi für Integration, vier Jahre später wird er Weltmeister. 2018 verändert alles: Das Foto mit Erdoğan löst eine Welle der Empörung aus, Özil schweigt dazu. Nach neun Jahren tritt Özil aus der Nationalelf zurück: 92 Spiele, 23 Tore, 40 Vorlagen, ein WM-Titel – und viel Hass. Er rechnet mit dem DFB, den Medien und Sponsoren ab, wirft ihnen Doppelmoral und Rassismus vor. Heute lebt er in Istanbul, seine politischen Positionen gelten als umstritten. Özils Geschichte changiert zwischen Opfer und Täter, Vorbild und Provokateur. Der Fall erzählt von Deutschland und seinen Rissen, von Projektionen und Leistungsdruck. In Der Zauberer von Öz verwandelt Akın Emanuel Şipal diese Biografie in eine märchenhafte multiperspektivische Reise, in der Zauberkräfte auf Popkultur, Sport und Politik treffen. Özil begibt sich auf eine (alb)traumartige Rückschau auf seine Karriere – heimgesucht von den Geistern der Vergangenheit. In der Regie von Aram Tafreshian kommen Machtverhältnisse, Integrationsdiskurse und die Fliehkräfte unserer Gesellschaft in ihrer Absurdität auf die Bühne, wo sie in feinen Zwischenräumen zur Debatte stehen. Der Abend wechselt blitzschnell und fragmentarisch zwischen Genres und Blickwinkeln und erzählt dabei mehr über die Beobachtenden als über das Beobachtete.

Dauer

2 Stunden, 0 Pausen

Hinweise

 mit türkischem und englischem Übertext

 In der Inszenierung werden nationalistische, rassistische, anti-slawistische und antisemitische Ausdrücke auf der Bühne verwendet. Rassismus und Ausgrenzung werden thematisiert.

 In einer Videosequenz werden gewalttätige Handlungen (mit Blut) dargestellt, im Video gibt es auch flackernde Lichteffekte. 

Uraufführung: 16. Oktober 2025, Theater Bremen

Besetzung und Regieteam

REGIE Aram Tafreshian  •  BÜHNE UND KOSTÜME Susanne Brendel  •  VIDEO Rafael Ossami Saidy  •  LICHT Joachim Grindel  •  MUSIK Ella Olivia Bender Semerci  •  DRAMATURGIE Lea GoebelFranziska Benack 

MIT Martin BaumManolo BertlingJudith GoldbergLisa GuthSofia IordanskayaRuben SabelElla Olivia Bender Semerci, Seyrane Durdu, Kardelen Basnak, Arian Bünnagel, Yelda Dinc, Navin Felgendreher, Rainer Steinhaus, Asya Utku, Sumeyra Uygun, Bernd Wellbrock, Hans Gerog Ehmke

Termine → Der Zauberer von Öz – Eine Fußballtragödie

  • Mo., 15. Juni 2026

    von Akın Emanuel Şipal REGIE Aram Tafreshian

    • 19:30 Uhr Einführung in der Bar
    • DT ATT
    • Theater Bremen
    • mit türkischen und englischen Übertiteln

    Kammer

    15.06.2026

    20:00 → 21:50 Uhr

    Vorverkauf beginnt demnächst

  • Di., 16. Juni 2026

    von Akın Emanuel Şipal REGIE Aram Tafreshian

    • anschl. Nachgespräch mit Akın Emanuel Şipal im Rangfoyer
    • DT ATT
    • Theater Bremen
    • mit türkischen und englischen Übertiteln

    Kammer

    16.06.2026

    19:00 → 20:50 Uhr

    Vorverkauf beginnt demnächst