Das Augenlid ist ein Muskel
von Alexander Stutz
REGIE Jorinde Dröse
Premiere am 17.06.2022
letzte Vorstellung am 18.06.2022
Inhalt
Familie: Ort der tiefsten Verletzungen, Ort der ewigen Sehnsucht nach Nähe, Ort der verschlungensten Konflikte. Wenn dort nach Jahren des Schweigens etwas zur Sprache kommt, dann geht auch die Sprache verschlungene Wege, so wie in dem Text, den der junge Schweizer Autor Alexander Stutz zu den Autor:innentheatertagen 2022 eingereicht hat. Zwar scheint der Körper seines Protagonisten Aaron ein hohes Bewusstsein dafür zu haben, was ihm in seiner Kindheit und Jugend widerfahren ist; trotzdem braucht die Sprache einen Umweg, um davon erzählen zu können. So beginnen die Augenlider zu sprechen, die Muttermale, der Magen, der Kloß im Hals und auch eine Matratze. Sie alle reden gegen das Schweigen an, das sich Aarons Familie verordnet hat – ein Schweigen, das Dinge aus der Welt schaffen möchte und damit die Wunden vergrößert, die sich nun mal nicht wegschweigen lassen. Alexander Stutz' Text findet eine hohe sprachliche Form für ein Thema, bei dem einem die Sprache immer wieder wegbleibt.
Besetzung und Regieteam
Regie Jorinde Dröse Bühne Janja Valjarević Kostüme Juliane Kalkowski Musik Jörg Kleemann Dramaturgie Bernd Isele
mit Hilke Altefrohne, Paul Grill, Andreas Leupold, Niklas Wetzel
Dauer
1 Stunde 20 Minuten, 0 Pausen
Premiere
17.06.2022
Dernière
18.06.2022
Hinweise
Das Augenlid ist ein Muskel wurde bei den ATT 2022 uraufgeführt und in das Repertoire des DT übernommen.
In dieser Inszenierung wurde sexuelle Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen thematisiert, was belastend oder retraumatisierend wirken kann.