Die Geschichte hat uns wieder

Lesung von und mit Kathleen Morgeneyer und Sabine Rennefanz
EINRICHTUNG Birgit Lengers und Anika Steinhoff

  • Rangfoyer

Premiere am 25.08.2019

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Inhalt

Kathleen Morgeneyer kommt aus Karl-Marx-Stadt, Sabine Rennefanz aus Eisenhüttenstadt, zwei Arbeiterstädte der DDR. Sie waren Schulkinder, als die Mauer fiel. Sie reden über ihre Familien, die Wende, die Zeit der extremen Umbrüche in den neunziger Jahren, über ihre Brüder, die im Osten blieben und abdrifteten, ihre Arbeiterväter, die ihre Betriebe und ihren Status verloren. Sie reden auch über die Einsamkeit nach dem Krieg, die Väter und Mütter an die Kinder und die Enkelinnen weitergaben.

Ihre eigens für diesen Abend verfassten Texte - Monologe, Essays, Dialoge - erzählen von den Schwierigkeiten, zwischen den Generationen ins Gespräch zu kommen, mal radikal subjektiv, mal kühl distanziert.

Es sind Versuche, sich schreibend zu nähern, um zu verstehen.

„Ich rede oft in Gedanken mit meinem Stiefvater und mit meinem Bruder, ich rede nicht mit ihnen, nicht in Wirklichkeit. In Wirklichkeit habe ich Herzklopfen und Herzkrämpfe, wenn ich anfange, mit ihnen darüber zu reden. Und selbst das Reden fühlt sich schlecht an, als wäre auch das Reden ein Akt der Gewalt.”  Kathleen Morgeneyer

„Ein Gespräch zwischen uns ist, als ob man über Landminen laufen würde. Jederzeit explosionsbereit. Sind wir, die wir weggegangen sind, die Verräter?  Sabine Rennefanz

Im Anschluss an die Lesung laden wir das Publikum ein, sich auszutauschen über Erinnerungen und Familiengeschichten, über Aufbrüche, Umbrüche und Neuanfänge. Und die Frage: Wie geht es weiter - 30 Jahre nach 1989?

 

Dauer

1 Stunde 20 Minuten, 0 Pausen

Premiere

25.08.2019