Draufgängerinnen All Adventurous Women Do

von Tanja Šljivar
REGIE Salome Dastmalchi

  • Box
  • DT Inszenierungen
  • DT jung*
  • Eine Inszenierung des Jungen DT

Premiere am 15.04.2018

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Inhalt

"Niemand hat uns jemals, niemand hat uns in der langen Zeit, niemand hat uns jemals auf der Straße, im Geschäft, beim Arzt, keiner von den Lehrern, Vätern, Müttern, Tanten, Onkels, Schwägerinnen, Schwippschwagern, niemand hat uns jemals, niemand hat uns jemals gefragt, wie UM ALLES IN DER WELT wir schwanger geworden sind. Keine von uns kann sich genau erinnern, wie DAS war, mit wem DAS war, warum DAS war."

2014 wird die "kollektive Schwangerschaft" von sieben Teenagerinnen in Bosnien und Herzegowina medial skandalisiert. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Viel wird gemutmaßt und geurteilt über diese Mädchen. Sie selbst kommen nicht zu Wort. Tanja Šljivar gibt ihnen eine eigene Stimme. Es geht ihr jedoch weder um Ursachenforschung noch um Aufklärung. Sie lässt sieben dreizehnjährige Draufgängerinnen in sieben Szenen wild über Religionslehrer und Instagram, Schwangerschaftstests und -symptome, Chauvinismus und Großmütter, Piercings und Gesellschaftsutopien, Pornographie und Kritische Theorie, Abtreibung und Klassenfahrten sprechen. Alle Erinnerungen, alle Aussagen sind höchst fragwürdig und mit Vorsicht zu genießen, denn sie sind bereit, alles zu erzählen, außer wie sie wirklich schwanger geworden sind.

Es entsteht ein vielstimmiger Chor der Ungehörten, der radikal Selbstbestimmung einfordert – über den eigenen Körper, das eigene Leben. Er demonstriert, dass es egal ist, aus einer Gesellschaft ausgestoßen zu werden, der man nie angehört hat.

Eingeladen zum Wildwechsel Festival 2019

Besetzung und Regieteam

REGIE Salome Dastmalchi AUSSTATTUNG Paula Wellmann DRAMATURGIE Birgit Lengers MITARBEIT CHOREOGRAFIE Niloufar Shahisavandi

mit Peter Steden, Eren Gündar, Livia Marlene Wolf, Hanna Zürn, Chenoa North-Harder, Emmi Büter, Bruno Liebler

 Pressestimmen

„Das Ensemble des Jungen DT überzeugt in der Box als schwangeres Teenagerkollektiv. Nach und nach beginnt zwischen den Sätzen die Anarchokraft der Gruppe zu leuchten. Und es entsteht ein Horizont der Unvernunft, poetisch und frei, immer entschiedener abgegrenzt von den üblichen Gewissheiten. [...] Regisseurin Salome Dastmalchi hat einen guten Job gemacht: Ena, Ana, Una, Ina, Ona, Mia und Lia spielen und träumen, genießen ihre Macht, ziehen ihre Optionen in Betracht und trumpfen auch solistisch auf. Sie haben uns etwas zu sagen. Schließlich tragen sie die Zukunft der Kleinstadt in ihren befruchteten Leibern.” Anna Opel, Zitty, 17.04.2018

„Die Energie, die Unbedingtheit, die herausfordernde Direktheit, mit denen die sieben Spieler*innen das Recht einfordern, für sich selbst nicht nur zu sprechen sondern ebenso zu leben, zündet. Die Freude über die positiven Schwangerschaftstest ist wie ein Sonnenaufgang, ein Anknipsen des Lichts, ein Moment, nach dem sie nicht mehr ignoriert, objektifiziert, benutzt werden können. Zumindest glauben sie dies. Dabei findet der Abend stets den richtigen Ton: die Aufgeregtheit frühpubertärer Schulhofgespräche, das Selbstbewusstsein sich findender (wenn auch kollektiver) Ichs – etwa in einer wunderbaren Catwalk-Szene mit Umschnall-Babybäuchen – die Teenage-Träume von einer besseren Zukunft, die stillen, reifen, klarsichtigen Selbstreflexionen.”  Sascha Krieger, Stage and Screen, 04.05.2018

Premiere

15.04.2018