Gregor Gysi trifft Charly Hübner
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„Vielleicht versteht man nur dort, wo alles niedrig erscheint, die Träume hochzuhängen.“ (Charly Hübner)
Charly Hübner wird 1972 in Neustrelitz geboren und wächst in der Nähe von Feldberg (Mecklenburgische Seenplatte) auf. Seine Eltern arbeiten als Gastwirte, sein Vater ist stellvertretender Bürgermeister. Schon früh zeigt sich seine sportliche und sprachliche Begabung (Gewinn der Russisch-Olympiade!), doch der Plan, Leistungssportler zu werden, platzt mit 17, als ein Arzt ein „gefährlich großes Herz“ diagnostiziert. Vielleicht, prosaisch betrachtet, führt dieses „gefährlich große Herz“ dazu, dass Charly Hübner heute einer der profiliertesten, arbeitswütigsten und beliebtesten Schauspieler Deutschlands ist. Die Wendejahre waren die Jahre seines Aufbruchs ins Leben. Während einer Türkei-Reise fasst er den Entschluss, Schauspieler zu werden. Nach dem Abitur 1991 arbeitet er in Neustrelitz am Landestheater als Schauspieleleve und Regieassistent. Von 1993-1997 studiert er an der Ernst-Busch Schauspiel, schon während seiner Ausbildung spielt er an verschiedenen Bühnen, u. a. am Maxim Gorki-Theater und der Schaubühne. Auf die steile Theaterkarriere (in sieben Jahren 40 Rollen, u. a. am Schauspiel Frankfurt) folgen Sinnkrise, Erschöpfung und (vorübergehend) Theaterstopp. 2003 wechselt Charly Hübner vor die Kamera, 2005 bringt er es auf 17 Filmprojekte. Eine kleine Rolle im Oscar-prämierte Film Das Leben der Anderen (R: Florian Henckel von Donnersmarck) bewirkt 2006 einen weiteren Karriereschub. 2008 dreht er mit Rosa von Praunheim den Improvisations-Film Der rosa Riese, im gleichen Jahr tritt er als Sketch-Partner von Anke Engelke in Ladykracher (Sat 1) auf. Von 2010 bis 2022 wird er einem noch breiteren Publikum bekannt als Rostocker Kommissar Buckow an der Seite von Anneke Kim Sarnau im Polizeiruf 110. Neben seinen Filmprojekten arbeitet Charly Hübner weiter am Theater, ist seit 2011 am Schauspiel Köln engagiert, ab 2013 am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg, beides unter der Leitung von Karin Beier. Für seine Rollen in Onkel Wanja (R: Karin Beier) und Schuld und Sühne (R: Karin Henkel) am Deutschen SchauSpielHaus wird er 2015 mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring geehrt. 2013 dreht Charly Hübner seinen ersten Dokumentarfilm als Regisseur: Für die ARD-Dokumentation 16XDeutschland liefert er den Teil über Mecklenburg-Vorpommern. Fünf Jahre arbeitet er an dem Film Wildes Herz über die Band feine Sahne Fischfilet, der 2017 auf dem Leipziger dok-Filmfestival seine Premiere feiert und vier Preise gewinnt. Zuletzt lief sein Film Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin über die Band Element of Crime in den Kinos.
Seine Kollegin Anneke Kim Sarnau sagt über ihn: „Charly ist Spiellust, Rampensau, Spaß, Kraft, Freude, Power.“ Und der Schriftsteller Heinz Strunk ergänzt: „Charly: Von seinen charakterlichen Qualitäten, von seinem großen Herzen und so, begegnen einem solche Leute nicht oft im Leben.“ (ndr.de, 2023)
Wir freuen uns sehr auf das Gespräch zwischen Charly Hübner und Gregor Gysi am 8. Dezember 2024 im Deutschen Theater!