Gregor Gysi trifft Karl-Theodor zu Guttenberg

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Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg

„Ich bin bei mir angekommen. Mein Wohlbefinden ist nicht mehr vom Applaus oder vom Wohlwollen anderer abhängig. Aber eine Sache fordert meine Gelassenheit heraus: Mich besorgt die Tonalität, auch die Unversöhnlichkeit in unserer Gesellschaft, dieser unbedingte Wille, sofort den nächsten verbalen, vernichtenden Schlag zu setzen.“ (aus: Augsburger Allgemeine Zeitung 2023)

Geboren wird Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg 1971 in München als Sohn des Star-Dirigenten und Umweltaktivisten Enoch zu Guttenberg und Christiane Gräfin von und zu Eltz. Der Urgroßonkel wird 1945 von der Gestapo hingerichtet, der Großvater war im Bundestag und parlamentarischer Staatssekretär. Nach einem Jura- und Politikwissenschaftsstudium in Bayreuth und München beginnt 2002 die politische Karriere von Karl-Theodor zu Guttenberg.  

2008 wird er Generalsekretär der CSU, 2009 Wirtschaftsminister und kurz darauf Verteidigungsminister – mit nicht einmal 40 Jahren. Als Bundesverteidigungsminister setzt er die Wehrpflicht aus, die gerade für die CDU/CSU als nahezu unantastbar gilt. Viele Bürger*innen sehen in ihm bereits den kommenden Bundeskanzler. Plagiatsvorwürfe um seine Doktorarbeit beenden die politische Karriere abrupt. Über seinen Rücktritt von allen Ämtern und Ausstieg aus der Politik sagt von Guttenberg dem Tagesspiegel (22.3.2024): „Ich wusste, dass ich den Erwartungshaltungen nicht gewachsen bin, auch nicht den körperlichen und geistigen Belastungen. Politik ist ein großes Schauspiel.“ Mit seiner Familie zieht er in die USA, wo er zehn Jahre leben wird. „Das Einräumen seelischer Verletzungen ist in den USA salonfähig. Wir sind hingegen bestenfalls Entwicklungsland. Über Scheitern spricht man bei uns nicht gern. Allzu oft aus Angst vor Häme und Stigmatisierung. Lieber erfreut man sich an der Not der anderen als an der Überwindung der eigenen.“ (Interview stern.de) 2020 promoviert er an der University of Southampton über eine frühe Form des Bankenwesens. Er arbeitet, inzwischen auch wieder in Deutschland, als Unternehmer, Autor, Co-Produzent und Moderator von Dokumentarfilmen und anderen publizistischen Formaten wie dem Podcast „Gysi gegen Guttenberg“. 

Über diese Begegnung sagt zu Guttenberg: „Gysi und ich kommen auf den ersten Blick von zwei vollkommen verschiedenen Planeten. Aber wir brüllen uns eben nicht nieder, wir lassen einander ausreden. Ein gewisses Maß an Selbstironie und Lebenserfahrung gehören natürlich dazu.“ (Tagesspiegel 2024)

Freuen wir uns also auf das Gespräch zwischen Karl-Theodor zu Guttenberg und Gregor Gysi am 20. Oktober 2024 im Deutschen Theater!