Herr der Fliegen: Survival Mode

nach William Golding
REGIE Robert Lehniger

  • Kammer
  • DT Inszenierungen
  • DT jung*

Premiere am 08.02.2016

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Inhalt

Was verbindet den Literaturklassiker Herr der Fliegen mit Minecraft, einem Open World Spiel mit 100 Millionen registrierten Spielern? In William Goldings Robinsonade landet eine Gruppe Schuljungen auf einer unbewohnten Insel und ist sich dort selbst überlassen. Wie lebt man in einer Welt ohne Erwachsene? Es beginnt als großes Abenteuer. Die Kinder erkunden die Insel, bauen Hütten, machen Feuer, jagen Schweine. Doch bald taucht angeblich ein Monster auf. Angst, Rivalität und Jagdtrieb eskalieren zu einem Kampf um Leben und Tod. Minecraft ist wie Lego am Bildschirm. Die Spieler starten ihre  Entdeckungstour in einem gestaltbaren Pixelparadies. Aus limitierten Ressourcen erschaffen sie neue Welten ohne Vorgaben. Doch bei Einbruch der Nacht tauchen auch hier Monster auf und im  Überlebensmodus müssen Gefahren und Gefechte überstanden werden.

Let’s play! Das jugendliche Ensemble verbindet Analoges und Digitales und erkundet im Theater- wie im Computerspiel: In welcher Welt wollen wir leben? Welche Regeln sollen gelten? Wie überlebt man totale Freiheit? Was macht mehr Spaß, Konstruktion oder Destruktion, Zivilisation oder Anarchie? Und warum hören wir nicht auf zu spielen?

Besetzung und Regieteam

REGIE UND VIDEO Robert Lehniger BÜHNE UND KOSTÜME Irene Ip CHOREOGRAFIE Emmanuel Obeya MUSIK Markus Hübner GAME PROGRAMMIERUNG Jasper Swart (mezen Medienkompetenzzentrum Pankow) DRAMATURGIE Birgit Lengers

mit Kya-Celina Barucki, Emmi Büter, Mina Christ, Philipp Adrian Djokic, Helen Kaschtalinski, Lenz Lengers, Gynian Machacek, Jochanah Mahnke, Jakob Mandler, Artur Matzat, Ishini Rathnayake, Carlotta Rohn, Leon Romeike, Emil von Schönfels, Langston Uibel, Annika Westphal

Pressestimmen

„Kinder können so grausam sein. Mit fünf Toten, elf Überlebenden und 134 getöteten Schweinen geht am Montagabend die Premiere in den Kammerspielen des Deutschen Theaters zu Ende. Die Schauspieler vom Jungen DT haben das Computerspiel Minecraft und William Goldings „Herr der Fliegen“ brutal zusammengebracht. […] Am Ende stellt sich die Frage: Hat das Böse im Menschen tatsächlich etwas mit dem Alter zu tun? Nicht nur für Minecraft-Fans ist das ein packender Abend. Sondern auch für alle anderen, die endlich verstehen wollen, was Kinder so an den Rechner fesselt.” Juliane Primus, B.Z. Kultur, 08.02.2016

„Vorne läuft dieser Roman, das funktioniert super, die bewegen sich in Schwärmen, ich kann die Kinder beobachten, ich kann genau die Themen von Golding beobachten, oben haben wir das Computerspiel. Aber der Abend macht da eine ganz tolle Wandlung, […] irgendwie schafft es diese Inszenierung, zu zeigen, dass diese digitale Welt zurückschlägt auf die tatsächliche Welt. Also erst sind es Kinder, die vernetzt im Internet spielen, ohne Erwachsene. Die ermorden erst Wildschweine, die aus Pixeln bestehen und irgendwann kämpfen die miteinander […] und irgendwann kann man es nicht mehr trennen und ich find das ist eine ganz tolle Parabel dafür, dass das, was im Netz passiert, dass das, was Menschen im Internet ausleben, eben ein Teil des Menschseins ist.” Alexander Kohlmann, Deutschlandfunk, 09.02.2016

„Starker Tobak für ein Jugendtheater. Auf der analytischen Ebene wird in groß projizierten Einspielern einerseits das Suchtpotenzial solcher Spiele wie Minecraft herausgearbeitet und andererseits "das Böse", das schon in Kindern und Jugendlichen Platz nimmt, offen angesprochen. Die animalische Lust auf Mordbrennerei ist kein Privileg der Erwachsenen. In Ausnahmesitutationen, wie der Dauererregung durch Computerspielen, kann sie auch in jungen Menschen um sich greifen - und zu Gewalthandlungen führen. Das wird hier sehr anschaulich gemacht. Das Pixelparadies steht in Frage wie die Welt, in der wir leben. Kein Kriegsschiff kommt, wie im Roman, und rettet die Überlebenden. Stattdessen wird auf "Neustart" gedrückt ... Eine sehenswerte erste Inszenierung des Video-Spezialisten Robert Lehniger am DT.” Ute Büsing, rbb Inforadio, 09.02.2016

 

 

Premiere

08.02.2016