Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren
nach dem Roman von Antonia Baum
REGIE Anja Behrens
Inhalt
THEODOR Püppi, ich habe dauernd Angst um euch. Aber ihr seid schließlich meine Kinder und nicht auf den Kopf gefallen.
ROMY Siehst du, und genau das ist das Problem! Mit dir als Vater muss man den ganzen Scheiß alleine regeln, sogar Sorgenmachen um sich selbst, weil du nicht mal das für einen übernimmst.
Theodor ist ein unmöglicher, ein unfassbarer Vater, von dem nicht zu erwarten ist, dass er seinen drei Kindern in konventioneller Weise beim Großwerden hilft. Im Gegenteil. Auf zwei Zeitebenen erzählt die Autorin rasant-komisch das Katastrophenszenario einer abenteuerlichen Kindheit und die nächtliche Suche der geschwisterlichen Schicksalsgemeinschaft nach ihrem verschwundenen Vater. Ein Vater, von dem es keine Erlösung gibt.
Den Roman hat Anja Behrens zusammen mit drei Ensemblemitgliedern und sechs Kindern und Jugendlichen auf der Bühne gebracht. Die in Dänemark lebende Regisseurin ist bekannt für ihre dichten, bildstarken und atmosphärischen Inszenierungen.
Der Roman Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren ist im Verlag Hoffmann und Campe erschienen.
Besetzung und Regieteam
REGIE Anja Behrens BÜHNE Jessica Rockstroh KOSTÜME Veronika Witlandt MUSIK SØS Gunver Ryberg DRAMATURGIE Birgit Lengers, Hannes Oppermann
mit Linn Reusse, Luzie Priegann, Sefa Agnew, Benjamin Lillie, Paul Stiehler, Oskar von Schönfels, Thorsten Hierse, Philipp Adrian Djokic, Bruno Liebler
Pressestimmen
„Ein Glück, ein gutes Theaterstück zu sehen. Besser noch, wenn es von jungen bis sehr jungen Menschen gespielt wird und ein sozial relevantes Thema behandelt, ohne plump belehren zu wollen.” Alexander Gumz, Berliner Morgenpost, 14.03.2016
„Obwohl der flotte 90-Minüter in einem Autounfall, den die drei auf Drogen und auf der Suche nach Theodor verursachen, ein Action-Zentrum hat, kommt das Meiste locker erzählt, abgeklärt lakonisch, oft komisch rüber. Zentrale Erzählfigur mit großen staunenden Augen ist Romy. Baums Figuren erinnern auf der Bühne an Wolfgang Herrndorfs 'Tschick'. Die flapsige, mit Hip Hop-Zitaten gespickte Sprache des Romans schlägt durch. Das schwere Schicksal mit Regelbesuchen vom Jugendamt und vorübergehend aufgenommenen Fremden, die dann die Polizei holt, kommt so erstaunlich leicht daher. Die Kinder tragen die Verantwortung für den Vater mit, sie sorgen für sich selbst: klauen, kiffen, dealen. Sie sind drogenverliebt und narzistisch gestört. So sieht Wohlstandsverwahrlosung aus! Aber auf der Bühne wird wie im Roman nicht angeklagt, sondern punktgenau angerissen, wie es ist zwischen Radkappen, Stoßstangen und Tiefkühlpizza. Leidvoll - aber auch: lustvoll. Gut gemacht!” Ute Büsing, rbb Inforadio, 14.03.2016
„Die Produktion in der Box des Deutschen Theaters ist vor allem für ein junges Zielpublikum sehr gut geeignet: mit lakonischem Humor erzählt der Abend von sozialer Verwahrlosung, selbstbewussten Jugendlichen und Katastrophen-Eltern.” Konrad Kögler, Das Kulturblog, 02.05.2016
Premiere
13.02.2016
Termine → Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren
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