Queendom
von Veronika Szabó REGIE Veronika Szabó
Premiere am 19.06.2020
letzte Vorstellung am 21.06.2020
Inhalt
„Bei der Darstellung von Frauen und Frauenrollen, reflektiert das ungarische Theater selten über die eigene Tradition einer männlichen, patriarchalischen Repräsentation und auch nicht darüber, wie sich die konstituierende und normative Kraft des männlichen Blicks hier auswirkt. Genau dies ist das Thema der Inszenierung von Veronika Szabó, Queendom. Wir sehen eine Reihe von verschiedenen Frauenbildern, Schönheitsidealen und Verhaltensmustern aus klassischen Gemälden, Zeitschriften, Filmen, Werbung, Pornos und Kinderfilmen, also aus der gesamten visuellen (und nicht-visuellen) Welt, die uns umgibt. Sie werden von acht weiblichen Darstellerinnen vorgeführt, nur um bald darauf mit viel Humor wieder von ihnen dekonstruiert zu werden. Die Aufführung referiert auf bekannte Stereotypen, zeigt aber parallel auch deren Komplexität und Vielfalt. Hinter den provokativ sexy, erotischen, sanft romantischen, eleganten, kriegerischen und hysterischen Frauenfiguren stehen acht Darstellerinnen: charmante und starke Künstlerinnen. Die Frage ist: Können wir den männlichen Blick, der unsere eigene Kultur grundlegend bestimmt, verändern oder gar radikal verwandeln? Das ist es, was Queendom fragt und gleichzeitig anstrebt.” – Anikó Varga, Kurator
„Veronika Szabó, Vertreterin der jüngsten Generation ungarischer Regisseur_innen, arbeitet kollaborativ und lässt den diktatorischen Werkzeugkasten des Regietheaters hinter sich. Sie ist mit einem Werk ins Rampenlicht getreten, das die Besonderheit ihrer künstlerischen Ausdrucksweise zeigt und Geschlechterfragen beleuchtet, die im ungarischen Theater selten ein Thema sind. Queendom, entwickelt von einer internationalen Gruppe Künstlerinnen, schafft eine demokratische Atmosphäre. Es besteht aus Szenen (die oft Grenzen testen), an denen sieben Frauen beteiligt sind, und wird meist ohne Worte mit Musik aufgeführt. Es stellt den weiblichen Körper mutig und offen zur Schau. Beeinflusst von Jérôme Bel, ist es geprägt von Feminismus, Erotik und einer starken emotionalen Wirkung. Queendom thematisiert nicht direkt das Thema 'sexuelle Belästigung', sondern nimmt die Art und Weise, wie wir den weiblichen Körper betrachten, in den Fokus. Die Aufführung konfrontiert die weiblichen Zuschauerinnen mit ihren Erwartungen an ihre eigenen Frauenrollen, mit ihrer Einstellung zum normativen Körperbild, mit der Vorstellung von ihrer eigenen Schönheit und mit der Frage, ob sie in der Lage sind, die Erwartungen kritisch zu reflektieren, die unbewusst tief im Innern wirken.” (Noémi Herczog)
Besetzung und Regieteam
REGIE UND KONZEPT Veronika Szabó BERATUNG Márta Ladjánszki, Tamara Zsófia Vadas TONBEARBEITUNG Dávid Somló DJ Veronika Vida KOSTÜME Anna Ádám LICHT Máté Bredán
mit Luca Borsos, Julia Jakubowska, Rozália Kemény, Fanni Lakos, Lori Baldwin, Viktória Makra, Sarah Günther, Veronika Szabó
Dauer
0 Stunden 17 Minuten, 0 Pausen
Premiere
19.06.2020
Dernière
21.06.2020
Hinweise
aufgeführt im virtuellen Raum Schauspielergarderobe (Monolog) und im virtuellen Raum Spiegelfoyer (Körpertableau) bei Radar Ost Digital
on demand
Rahmenprogramm: Drag King Workshop mit den Künstlerinnen von Queendom