Jürgen Gosch
Vita
Jürgen Gosch, geboren am 9. September 1943 in Cottbus, begann in der DDR als Achtzehnjähriger sein Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Nach einen Engagement an Landestheater Parchim kam er nach Potsdam, wo er als Regisseur debütierte. Als 1978 seine Inszenierung von Georg Büchners Leone und Lena an der Volksbühne Berlin aus politischen Gründen abgesetzt wurde, ging er im gleichen Jahr in die Bundesrepublik. Nach Stationen in Hannover und Bremen landete er in Köln. Mit seinen Inszenierungen von Nachtasyl, Der Menschenfeind und seiner Sophokles-Bearbeitung des Ödipus mit Ulrich Wildgruber in der Titelrolle erntete er erste Erfolge im Westen. Jürgen Flimm holte ihn daraufhin an das Thalia Theater Hamburg, wo er bis 1988 blieb. 1989 arbeitete er als Nachfolger von Peter Stein und Luc Bondy an der Schaubühne am Lehniner Platz, verließ das Theater aber bereits nach einer Saison, um als freier Regisseur in Frankfurt am Main und am Schauspielhaus Bochum zu arbeiten. 1993 holte ihn Intendant Thomas Langhoff an das Deutsche Theater Berlin. Hier bliebt er bis 1999 fest engagiert. Zu seinen großen Erfolgen zählen seine Inszenierungen der Sommergäste am Düsseldorfer Schauspielhaus, Wer hat Angst vor Virginia Woolf? (mit Corinna Harfouch und Ulrich Matthes), Die Möwe und Onkel Wanja (2008 von der Jury des Theatermagazins Theater heute zur Inszenierung des Jahres gewählt) am Deutschen Theater Berlin. Im April 2009 konnte er trotz einer Krebserkrankung noch Idomeneus von Roland Schimmelpfennig am Deutschen Theater zur Premiere bringen. Jürgen Gosch starb am 11. Juni 2009 und wurde am 22. Juni auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin beigesetzt.