Dem Leben auf der Spur im Medizinhistorischen Museum der Charité
22 DT-Freunde:Innen nahmen am 28.6.25 an einer Führung im Medizinhistorischen Museum der Charité teil. Unser kompetenter, charmanter und unterhaltsamer Guide Martin Kramß hat uns mitgenommen in die 300 Jahre alte Geschichte der Medizin und des Ortes. 1727 gehörte das heutige Gelände der Charité noch zu Brandenburg. Die Pest -und Seuchenhäuser wurden außerhalb der Stadt Berlin angesiedelt. Noch heute sieht man einen Rest der Stadtmauer unweit des Museums. Beeindruckend ist die Hörsaal Ruine (zerstört im 2. Weltkrieg) , die sich im Gebäude befindet.
Fortschritte der medinizischen Entwicklung
Wir besuchten die Dauerausstellung Dem Leben auf der Spur die Modelle und und Schautafeln des menschliche Körpers zeigt, und die Entwicklung der Medizin und deren Fortschritt darlegt. Dass die Wissenschaft politisch ist und auch in dem Sinne missbraucht wurde, wird u. a. am Beispiel von Abtreibungsversuchen mit Haarnadeln etc. verdeutlicht. Wie entscheidend Hygiene ist, zeigte sich an einem ersten Operationskoffer, der mehr einem Handwerkskoffer gleicht und über keine Handschuhe geschweige denn Anästhesiemittel verfügt.
Rudolf Virchow spielte eine entscheidende Rolle auf dem Weg der Charité, zum berühmten und größten Universitätsklinikum der Welt zu werden. Kleine Anekdote: Wir sprechen wohl alle den Namen Virchow falsch aus: Rudolf Virchow legte Wert darauf nicht mit „W“ sondern mit „V“ ausgesprochen zu werden.
Höhepunkte des Tages
Diverse Präparate sind zu betrachten, die z. T. mit kuriosen Anekdoten verknüpft wurden. Die „Eiserne Lunge“, die wir vielleicht aus der ARD Serie Charité kennen ist ausgestellt. Eine an Polio erkrankte Frau hat fast ihr ganzes Lebens in der „eisernen Lunge“ verbracht, studiert und war als Professorin weltweit anerkannt. Heute gelten dank der Forschung und Impfungen viele Infektionskrankheiten als ausgestorben.
Zum Schluß sind wir noch der Empfehlung von Martin Kramß gefolgt und haben uns das TAT – das tieranatomische Theater – angeschaut. Es liegt direkt hinter dem Probengebäude des DT und ist Dienstag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr kostenfrei zu besichtigen. Ein beeindruckender Kuppelbau, der einen wunderschönen Hörsaal mit einem versenkbaren Obduktionstisch beherbergt, wurde von Carl Gotthart Langhans, dem Architekten des Brandenburger Tores, 1790 erbaut.
Vielen Dank an Lisa Rein, die diese Führung für uns organisiert hat.
Kleiner Tipp: In der ARD Mediathek sind 3 Staffeln der Serie Charité noch verfügbar!
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