Untergang des Egoisten Johann Fatzer
von Bertolt Brecht
Inhalt
"Ich mache / Keinen Krieg mehr, sondern ich gehe / Jetzt heim gradewegs, ich scheiße / Auf die Ordnung der Welt. Ich bin / Verloren"
Fatzer desertiert mit drei Kameraden aus dem ersten Weltkrieg. Sie verstecken sich bei der Frau des einen in einem kleinen Raum in Mülheim an der Ruhr. Sie wollen dem Krieg entkommen, ihn bekämpfen und einen Umsturz. Doch die erhoffte Revolution findet nicht statt. Die Deserteure radikalisieren sich gegeneinander. Sie sind raus aus der Gesellschaft.
Brecht merkte in seinem Kommentar zum Fatzer an, dass dieser die "lähmende Geschichte" ebenso wie die "Zertrümmerung der Anschauungen durch die Verhältnisse" zum Gegenstand habe. Von ungeheuerlicher Wucht sind die politischen, psychischen, ideologischen Energien, die Brecht in seinem mehr als 500-seitigen Fragment konserviert hat. Sie freizusetzen, ihre Wucht wieder vernehmbar zu machen, daran werden Tom Kühnel und Jürgen Kuttner mit ihrer Inszenierung des "Jahrhunderttextes" (Heiner Müller) arbeiten.
Premiere
12.11.2016
Besetzung und Regieteam
- Regie Tom Kühnel, Jürgen Kuttner
- Bühne Jo Schramm
- Kostüme Daniela Selig
- Musik Ornament & Verbrechen -
- Video Marlene Blumert
- Licht Ingo Greiser
- Ton Matthias Lunow, Björn Mauder
- Dramaturgie Juliane Koepp