Fischer Fritz
VON Raphaela Bardutzky REGIE David Bösch
Inhalt
Der alte Fischer Fritz fischt keine Fischer mehr, seine Sohn Franz ist in die Stadt gezogen, kann sich nicht um seinen Vater kümmern, als der sich selbst nicht mehr zu helfen weiß, Fritz hatte einen Schlaganfall. Darum kommt aus Polen die junge Pflegerin Piotra, um bei Fritz zu bleiben und für ihn zu kochen, ihn zu waschen, die Sprechübungen mit ihm zu machen. Eine Schickalsgemeinschaft aus lauter Fremden. Aber ob die Fremden miteinander sprechen lernen? Piotra lernt selbst erst gerade Deutsch, weshalb sie den bekannten Zungenbrecher Fischers Fritz übt. Vielleicht übt sie ihn auch mit Fritz, der den Zungenbrecher auch nicht mehr artikulieren kann. Alle Sprache wird zum Zungenbrecher, ob Bayerisch, Hochdeutsch oder Polnisch.
Raphaela Bardutzky liebt die Mehrsprachigkeit auf der Bühne und möchte, „dass der Klang und die Melodie einer anderen Sprache als eine Farbe und eine Stärke wahrgenommen wird“. „Der Text hat es in sich“, schreibt Stephanie Drees, „Bardutzkys Stück ist eine Sprechetüde, in der die Figuren, von sich selbst entfremdet, abgekürzt als ‚FRI, FRA und P‘, in stark rhythmisierter Sprache, auf Hochdeutsch, mit Dialekt und Akzent, ihr Inneres nach außen spucken“. Irene Bazinger schreibt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Die Akte des Sprechens definieren die Struktur dieses beherzten Stückes, das unaufgeregt und verständig nach Erwartungen und Vorurteilen, dem Pflegenotstand und dem Problem des Alterns in Würde fragt. (…) Raphaela Bardutzkys anrührendes Stück verschreibt sich der Realität hinter den Worten“.
Dauer
1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
Besetzung und Regieteam
- Regie David Bösch
- Bühne Patrick Bannwart
- Kostüme Moana Stemberger
- Musik Karsten Dahlem
- Dramaturgie Andreas Erdmann
Trailer
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