Leonce und Lena
von Georg Büchner
REGIE Ulrich Rasche
Inhalt
Kronprinz Leonce ist von seinem Dasein gelangweilt und frustriert. Die Aussicht auf ein Leben als König erscheint ihm ebenso wenig sinnstiftend wie eine Hochzeit mit Prinzessin Lena. Er flieht mit dem Müßiggänger Valerio nach Italien. Gleichermaßen sucht auch Lena nach Idealen, sträubt sich gegen diese arrangierte Verlobung und flüchtet in die Ferne. Ohne sich zu kennen, treffen die beiden aufeinander und verlieben sich Hals über Kopf. Als Automaten maskiert, werden sie anstelle der unauffindbaren Königskinder vermählt – um nach der Entpuppung festzustellen, dass sich eingelöst hat, wovor sie zu entkommen hofften.
In Verbindung mit Büchners Pamphlet Der Hessische Landbote und in erstmaliger Zusammenarbeit mit dem Choreografen Jefta van Dinther klopft Regisseur Ulrich Rasche das Lustspiel Leonce und Lena (1836) auf dessen politischen Gehalt ab: als fundamentale Gesellschaftsanalyse und radikale Kritik an Selbstbezüglichkeit und Ignoranz der herrschenden Klasse. Während sie alle Hebel in der Hand hält, um die sozialen Verhältnisse zugunsten der Ausgebeuteten zu ändern, entschuldigt sie ihr Nichtstun mit der Aussichtslosigkeit persönlichen Handelns, der Unmöglichkeit auf die Welt einzuwirken und der grundsätzlichen Verlorenheit im Universum.
Dauer
2 Stunden 30 Minuten, keine Pause
Premiere
20.01.2023
Besetzung und Regieteam
- Regie Ulrich Rasche
- Bühne Ulrich Rasche
- Komposition und Musikalische Leitung Nico van Wersch
- Chorleitung Toni Jessen
- Choreografie Jefta van Dinther
- Kostüme Romy Springsguth
- Licht Cornelia Gloth
- Mitarbeit Musik Jonathan Heck
- Ton Marcel Braun, Martin Person
- Dramaturgie David Heiligers